Fragen an Gartenschau-Planer „Das Schöne: Es gibt keine Tabus“

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Johann Senner
vom Büro Planstatt in Überlingen hat sich auf die Planung von Landesgartenschauen spezialisiert.

  Foto: privat
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Überlingen - Schon zehn Städte haben Johann Senner und seine 50 Mitarbeiter vom Büro Planstatt in den vergangenen Jahren erfolgreich zu Landesgartenschauen geführt. Auch jetzt hat der Landschaftsarchitekt aus Überlingen wieder mehrere Kommunen bei der Bewerbung beraten. Entscheidend für den Erfolg sei nicht zuletzt die Haltung von Oberbürgermeister und Gemeinderat, sagt der 60-Jährige.

Herr Senner, was fasziniert Sie an der Planung von Gartenschauen?
Der Reiz ist, dass man Stadtentwicklung noch grundsätzlicher angehen kann, vom Verkehr über die Bodenordnung und Grünvernetzung bis zu stadtklimatischen und ökologischen Themen. Dabei gibt es zunächst keine Tabus. Und es geht nicht um eine Umsetzung innerhalb von zwei Jahren, sondern um eine langfristige Planung. Insgesamt ist das ist ein wunderbares und bemerkenswertes Landesprogramm.
Aber dann muss man den Zuschlag bekommen. Sie haben doch bestimmt nach all den Jahren ein paar Tricks und Tipps, mit denen Sie die Jury auf Ihre Seite ziehen.
Das sind Profis. Die wollen keine Augenwischerei hören. Man muss ihnen die Flächen zeigen, um die es geht. Und das Ganze muss in den Masterplan der Stadt eingebunden sein. Es braucht also eine gewisse Nachhaltigkeit. Die Jury spürt ziemlich schnell, wo es sich nur um ein Strohfeuer handelt.
Was macht eine gute Bewerbung aus?
Das Konzept muss auf jeden Fall gut sein. Es sollte einen visionären Charakter haben, aber auch realistisch umsetzbar sein. Dann müssen der Gemeinderat und die Verwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze mit Haut und Haaren dahinter stehen. Was außerdem immer wichtiger wird, ist die Einbindung der Bevölkerung in den gesamten Prozess nicht nur bis zur Bewerbung, sondern auch bei der anschließenden Detailplanung.
Sie betreuen Ulm, Rottweil, Tuttlingen, Vaihingen und Bad Mergentheim: Machen Sie sich da nicht selbst Konkurrenz?
Das ist unser tägliches Brot. Wir geben jeder Kommune unsere ganze Kreativität und Erfahrung.  

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