Geflüchtete aus Afghanistan Frankreich fürchtet sich vor Terror

Frankreich hat in diesen Tagen viele Afghanen aus Kabul ausgeflogen. Das Bild zeigt einige bei der Ankunft in Paris. Mindestens fünf Männern wird nun vorgeworfen, direkten Kontakt zu den Taliban gehabt zu haben. Foto: dpa/Francois Mori
Frankreich hat in diesen Tagen viele Afghanen aus Kabul ausgeflogen. Das Bild zeigt einige bei der Ankunft in Paris. Mindestens fünf Männern wird nun vorgeworfen, direkten Kontakt zu den Taliban gehabt zu haben. Foto: dpa/Francois Mori

In Frankreich werden aus Angst vor möglichen Terroranschlägen fünf Männer überwacht, die mit Rettungsflügen aus Kabul ausgeflogen wurden. Sie sollen in Afghanistan den Islamisten geholfen haben.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)
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Paris - Das französische Innenministerium befürchtet, dass unter den Flüchtlingen aus Afghanistan auch Anhänger der radikalislamischen Taliban sein könnten, die womöglich Terroranschläge in Europa planen. Mindestens fünf Männer, die in diesen Tagen von der französischen Armee aus Kabul evakuiert wurden, stehen aus diesem Grund unter strengem Hausarrest und werden vom französischen Geheimdienst überwacht. Diese Maßnahme soll nach Angaben des Innenministeriums „Terrorakte verhindern“, berichten übereinstimmend französische Medien.

Fünf Afghanen unter besonderer Kontrolle

Wie alle Flüchtlinge aus Afghanistan, befinden sich die fünf Personen demnach in einem Hotel in einer zehntägigen medizinischen Isolation. Sie werden aber zusätzlich täglich von der Polizei kontrolliert. Besonderes Augenmerk gilt einem 26-jährigen Mann. Nach Aussagen des französischen Innenministers Gérald Darmanin habe der Afghane „bei der Evakuierung der französischen Botschaft sehr geholfen“ und aus diesem Grund einen Platz in einer Maschine nach Frankreich bekommen.

Direkte Kontakte zu den Taliban

Inzwischen habe der Geheimdienst Fotos und mehrere Zeugenaussagen gesammelt, die belegen könnten, dass der Mann in direktem Kontakt zu den Taliban stehe. Wie französische Medien berichten, habe der 26-Jährige in einem Verhör zugegeben, Mitglied der Taliban zu sein. So sei er in Kabul Verantwortlicher eine Straßensperre der Islamisten gewesen und habe dabei auch Waffen getragen. Augenzeugen wollen nach Angaben französischer Medien auch einen zweiten Mann erkannt haben, der zusammen mit Taliban-Kämpfern in den Straßen von Kabul patrouilliert habe.

Kritik an Frankreichs Regierung

Der konservative Präsidentschaftskandidat Xavier Bertrand reagierte empört auf diese Meldungen. „Die Regierung muss den Franzosen erklären, was eine dringende Abschiebung dieser Personen verhindern könnte“, schreibt er auf Twitter. Die extrem rechte Politikerin Marine Le Pen erklärt ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst, dass Frankreichs Pflicht, Menschen willkommen zu heißen in den Hintergrund trete, wenn die Sicherheit der Franzosen bedroht werde. Dieser „Imperativ“ werde von der Regierung in diesem Fall allerdings ignoriert.




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