Franz Pitzal bleibt aktiv Hier ist die Renninger Krippe noch zu sehen

Pfarrer Franz Pitzal beim Aufbau der letzten Renninger Krippe Foto: Jürgen Bach

Am zweiten Adventswochenende möchte Franz Pitzal, der seit zwei Jahren im Ruhestand ist, die neue Sonderausstellung im Renninger Krippenmuseum eröffnen. Zudem sind einige Stücke in der Region zu sehen, unter anderem in Döffingen.

Über vier Jahrzehnte organisierte der langjährige katholische Pfarrer Franz Pitzal zuerst in der Bonifatiuskirche in Renningen, dann in der Katholischen Martinuskirche in Malmsheim, imposante Krippenausstellungen. Vor rund zwei Jahren verabschiedete sich Pitzal in den Ruhestand. Im gleichen Jahr fand dann auch die letzte Krippenausstellung in Malmsheim statt. Die über 600 Figuren, die Hildegard Buchhalter über die Jahre passend zu den Ausstellungen in den beiden Kirchen geschaffen und mit liebevollen Details versehen hat, haben ihren Platz im Museum Renninger Krippe gefunden, das vor über zehn Jahren eröffnete.

 

Wie bereits im letzten Jahr schickt der umtriebige Pfarrer auch in diesen Advent wieder einige Ausstellungsstücke des Museums auf die Reise: „Es kommen Krippen in die Kirchen nach Höfingen, Merklingen, Heimsheim, Döffingen und bis auf die Ostalb. Sie sollen neben der Jesusgeschichte auch die Herausforderungen unserer Zeit widerspiegeln und die Menschen zum Nachdenken und Helfen anregen.“ Schließlich gebe es viel Leid auf der Welt, oft im eigenen Ort. Auch kranke oder einsame Menschen möchte der Pfarrer im Ruhestand mit den Krippen und den Aktionen drumherum erreichen. Franz Pitzals Fundus ist so groß, dass es darüber hinaus für eine neue Sonderausstellung im Krippenmuseum in Renningen reicht. Hier werden spätestens bis zum Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende internationale Krippen zu sehen sein.

Viele Figuren habe ich von meinen Reisen im eigenen Gepäck mitgebracht“, erinnert sich der Pfarrer, der vor den Regalen mit den Krippen aus verschiedenen Kontinenten steht. Er zeigt auf Figuren aus Portugal, die aus Kork sind, ein Rohstoff des Landes. Daneben gibt es Holz- und Tonfiguren und sogar einige aus Teig. „Die Krippen sagen viel über das Land aus, aus dem sie kommen“, erklärt der ehemalige Pfarrer dabei. Aber auch Hildegard Buchhalter hat Figuren aus den unterschiedlichsten Ländern gestaltet. Da gibt es Japanerinnen in seidigen Kimonos und afrikanische Ureinwohner, die Ketten aus feinen Perlen um ihren Hals tragen. Aus diesen Schätzen stellt der ehemalige Renninger Pfarrer nun die passenden Exemplare zusammen – gar nicht so leicht, bei dieser Auswahl!

Krippe auf Reisen

In der ganzen Region
 2022 hat Franz Pitzal zum ersten Mal die Renninger Krippe mit seinem „Krippenweg“ auf Reisen geschickt. Über die ganze Region verteilt, von Ulm über Heilbronn bis Calw, stellte er die Figuren an unterschiedlichen Standorten auf. Dieses Jahr gibt es nur wenige Stationen. Aktuell sind die Figuren von Hildegard Buchhalter noch an zwei weiteren Orten zu sehen.

Höfingen
 Der Frieden steht im Fokus der Krippe im Leonberger Ortsteil Höfingen (Kirche St. Michael, Ulmenstraße 7), die Franz Pitzal gestaltet hat. Sie zeigt zwei große Bilder von Regensburg und Erfurt, Städte, die durch die katholische Welt und durch Martin Luther für ganz Deutschland von Bedeutung sind. Eine bunte holzgeschnitzte Krippe, darunter ein eisernes, geschmiedetes Herz. Die Botschaft der Weihnacht, „Ehre sei Gott und Friede den Menschen“, werde aber nicht von Engeln getragen, so Pitzal, sondern von einem Hamas-Kämpfer und einem Israeli. „Dass dies Wirklichkeit werden kann zu Weihnachten, ist der Wunsch der ganzen Welt.“

Döffingen
 „Für viele Menschen ist es der Hunger, in vielen Ländern tritt vermehrt Wasserknappheit auf, dazu kommt das Flüchtlingselend“, bedauert Franz Pitzal. „Millionen von Menschen haben ihre Heimat verlassen und leben in einem fremden Land unter unmenschlichen Bedingungen.“ Hier knüpft die Krippe in Döffingen in der katholischen Kirche an, um die Menschen zum Nachdenken zu bewegen.

Spenden
 Mit Spenden der Krippenausstellung soll den Menschen in der Ukraine, im Besonderen der Stadt Odessa, geholfen werden. Binnenflüchtlinge, die ihre Heimat verloren haben und in zerstörten Häusern leben, benötigen dringend Hilfe, sagt Franz Pitzal.

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