Französische Präsidentschaftswahl Franzosen in Stuttgart haben abgestimmt

Wähler warten am Sonntag vor dem französischen Konsulat in Stuttgart Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Wähler warten am Sonntag vor dem französischen Konsulat in Stuttgart Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Auch in Stuttgart ist auf dem französischen Konsulat über die Präsidentschaft in Frankreich abgestimmt worden. Die 17 430 wahlberechtigten Franzosen in Baden-Württemberg haben in Karlsruhe, Freiburg, Tübingen und eben im Generalkonsulat Stuttgart abstimmen können.

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Stuttgart - Vor dem französischen Generalkonsulat in Stuttgart haben Polizisten am Sonntag das Geschehen genau beobachtet, strategisch platziert an Ein- und Ausgängen sowie den Kreuzungspunkten des Berliner Platzes zwischen mobilen Betonschutzwänden und Absperrungen. „Gut, dieser Schutz“, befindet eine Frau und blickt in die Konsulatsfenster. Dahinter wird über die künftige französische Präsidentschaft abgestimmt. Die 17 430 wahlberechtigten Franzosen in Baden-Württemberg haben in Karlsruhe, Freiburg, Tübingen und eben im Generalkonsulat Stuttgart abstimmen können.

„Gerade ist es ruhig“, sagt der Wachmann am Eingang. „Aber als wir um acht Uhr geöffnet haben, ist die Schlange enorm gewesen.“ Manche haben 70 Kilometer Anfahrt hinter sich. Eine Frau hofft, dass mehr ihrer Landsleute zur Wahl gehen als im ersten Durchgang. Da sei es nur knapp die Hälfte der Franzosen im Ländle gewesen: „Le Pen geht gar nicht! Sie will Grenzen dichtmachen, raus aus dem Euro, ist fremdenfeindlich. Und sie sagt nicht, dass die Attentäter aus Frankreich kamen.“ So sieht das auch eine andere: „Bei der ersten Wahl war ich nicht da, aber bei der Stichwahl gilt’s.“ Auslandsfranzosen hätten größtes Interesse daran, dass Frankreich die Europäische Union nicht verlässt.

Die wenigsten sind glühende Macron-Fans

Schon beim ersten Wahlgang hatte Macron im Südwesten knapp 57 Prozent der gültigen Stimmen bekommen, Le Pen rund vier Prozent. Und obschon wenige glühende Macron-Fans sind, geht es den meisten darum, ihre Stimme gegen rechts und für die Demokratie zu erheben. „Mit Le Pen wird kein einziger Stahlarbeiter seinen Arbeitsplatz behalten“, sagt ein Mann: „Die Probleme der Welt und Europas müssen wir gemeinsam in der EU lösen.“ Einer regt sich auf, dass Le Pen morgens noch unerlaubt Mails an Auslandsfranzosen verschickt habe, obwohl der Wahlkampf offiziell geschlossen sei. „Ich habe nicht in meine Mails geschaut“, entgegnet eine Mittzwanzigerin und erklärt, dass die Jugendlichen gewohnt seien, in anderen EU-Ländern zu leben, Grenzen nicht akzeptieren würden: „Unverständlich, dass so viele Türken, die in Stuttgart gut leben, für Erdogan stimmten.“




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