Frauenfrage in der Kirche Der Papst steigt vor dem Ziel aus

Der Papst erzählt in seiner neuen Autobiografie aus seinem Leben – und äußert sich auch zu heiklen Themen. Foto: dpa/Andrew Medichini

Franziskus entzieht der Weltsynode eines der zentralsten Themen: die Rolle der Frau in der Katholischen Kirche – mit fatalen Folgen, kommentiert Almut Siefert.

Papst Franziskus stellt es selbst fest. „Es stimmt, dass der Vatikan die letzte absolute Monarchie in Europa ist“, schreibt er in seiner Autobiografie, die an diesem Dienstag erscheint. Bereits am Donnerstag wird das auch jenen klar, die Hoffnungen auf einen echten Wandel in der katholischen Kirche gehegt hatten. Denn auf der Weltsynode, die im Oktober in Rom endet, dürfen die Teilnehmer über ein zentrales Thema der Umstrukturierung der Kirche nun nicht mehr abstimmen: Das Diakonat der Frau.

 

Die Weltsynode ist gescheitert

In einem Brief legt Franziskus fest: Gewisse Themen, die im ersten Teil der Synodenversammlung 2023 aufkamen, sollen nun eingehender von anderen Arbeitsgruppen untersucht werden. Diese sollen der zweiten Versammlung im Herbst zwar berichten, ihre Empfehlungen aber erst bis Juni 2025 abgeben. Damit ist die Weltsynode schon jetzt gescheitert.

Wer Synodalität – und damit mehr demokratische Mitbestimmung in der Kirche – ernsthaft will, muss auch unabhängige Entscheidungen ermöglichen. Es sollte, so hieß es, um nicht weniger als die Zukunft der Kirche gehen. Unter den stimmberechtigten Mitgliedern sind erstmals auch Laien, darunter 54 Frauen. Die neuen Arbeitsgruppen sollen es der Versammlung ermöglichen, so Franziskus, sich auf die allgemeine Frage zu konzentrieren: Wie kann man eine synodale Kirche sein? Für eine Antwort braucht es keine Beratung mehr. Sie lautet: So nicht.

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