Frauke Nahrgang erzählt aus tierischer Perspektive Wie spricht, denkt und fühlt ein entführter Hund

Von Ina Nefzer 

Hund Oskar wird entführt. Damit junge Leser richtig gut mitfiebern können, erzählt Frauke Nahrgang aus tierischer Perspektive. Das ist richtig lustig.

Die dümmlichen Entführer enden in Handschellen. Foto: Knesebeck
Die dümmlichen Entführer enden in Handschellen. Foto: Knesebeck

Stuttgart - Oskar ist ein echter Lieblingshund. Mit Klara und ihrer Familie führt er ein glückliches, beschauliches Hundeleben. Das ändert sich schlagartig, als er von einem „hundsgemeinen“ Kerl entführt wird und in ein spannendes Abenteuer mit echten Ganoven schlittert. Der dümmliche Bodo und sein „Chef“ versuchen, Lösegeld zu erpressen und dann die entführten Vierbeiner an ein Institut für Tierversuche zu verkaufen. Am Ende – so gehört sich das bei richtig guten Vorlesegeschichten – ist jedoch alles wieder beim Alten: nur noch besser.

Damit man bei Oskars Entführung hautnah mitfiebern kann, erzählt Frauke Nahrgang die Geschichte aus Hundeperspektive. Dazu nutzt die erfahrene Autorin einen bewährten Kniff: Oskar und alle anderen Tiere verstehen die Menschensprache, die Autorin selbst kennt sowieso jede Sprache. Verständnisprobleme gibt es dadurch keine, dafür jede Menge Einblicke. Dabei wird die tierische Sichtweise mit solch Konsequenz und Fantasie vergegenwärtigt, dass sich Spannung und Witz durchweg die Waage halten und schon kleine Kinder merken: hier spricht, denkt und fühlt ein Hund.

Eine Katze namens „Keine Ahnung“

Wenn Oskar „bei Fuß“ bleibt, auf dem Weg ins „Paradies der Düfte“ mit Klara eine Metzgerei besucht oder jemandem „die Meinung bellt“, sind das noch die einfacheren Wortspiele. Richtig lustig wird es, als Oskar die Katze fragt, wie sie heißt und sie „keine Ahnung“ antwortet. Er wundert sich zwar, denn „keine Ahnung ist wirklich ein doofer Name“, nennt sie aber ab sofort so. Auch die anderen Tierhelden glänzen mit Namen, die ihren Charakter abbilden: so heißt der hochnäsige, ebenfalls entführt Pudel „Edler von Edelsfeld“. Erst nach bestandenem Abenteuer dürfen ihn seine neuen Freunde „Eddy“ nennen. Er ist die traurigste Figur, da sein Besitzer ihn nicht vermisst. „Vielleicht kommt es im Leben einfach darauf an, zu welchem Menschen man gehört“, fasst Oskar schlau zusammen und schafft es mittels „Kulleraugen-Bettelblick“, dass „Keine Ahnung“ mit zu ihm nach Hause darf: als „Lilo“.