Freies WLAN in Esslingen Bald funken die Antennen von den Dächern

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Als einer der letzten großen Städte im Landkreis rüstet auch die Stadt Esslingen seinen Marktplatz mit freiem WLAN aus. Gerade arbeiten die Handwerker unter den Dachtraufen der mittelalterlichen Altstadt.

Zwei Handwerker schrauben am Cosmopolita auf dem Markplatz eine graue Sendeantenne an. Foto: Horst Rudel
Zwei Handwerker schrauben am Cosmopolita auf dem Markplatz eine graue Sendeantenne an. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Gemütlich auf dem Marktplatz in der Sonne sitzen und kostenlos surfen, das kann man bald auch in Esslingen. Vorausgesetzt die Sonne spielt mit, was Mitte November zugegebenermaßen etwas schwierig sein dürfte. Dann nämlich soll das offene WLAN in Esslingen an den Start gehen.

Gerade wird die technische Infrastruktur rund um den Marktplatz aufgebaut. Im Auftrag der Firma Schaber & Heydt ist eine Hebebühne vor Ort, auf der die Handwerker vom Neuen Rathaus bis zum Lokal Cosmopolita, die grauen Sendeantennen an die Dachbalken schrauben. Von den Antennen gehen in langen Metallrohren Kabel zu den Routern, die meist ebenerdig angebracht sind. Diese Router sind wiederum an die Datenleitungen im Boden angeschlossen.

Damit hat Esslingen den Vorsprung aufgeholt, den die anderen großen Städte im Kreis seit Längerem hatten. In Kirchheim sei Anfang 2016 ein städtisches WLAN eingerichtet worden, berichtet der städtische Pressesprecher Dennis Koep, den es freut, wenn sich im Sommer die Kirchheimer Bürger um die Hotspots versammelten, um zu den Sehenswürdigkeiten lotsen zu lassen.

Nürtingen war im Dezember 2014 am Start und hatte, wie das naturgemäß alle Vorreiter tun müssen, mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen. Vor allem bremste die Nürtinger die sogenannte „Störerhaftung“ aus, die jetzt teilweise abgeschafft ist. Als „Störer“ bezeichnet der Gesetzgeber jemanden, der online mit der Verbreitung rechtlich zu beanstandender Inhalte zu tun hat. Deswegen mussten sich Nürtinger WLAN-Nutzer im städtischen Netz registrieren lassen, was manche abgeschreckt haben dürfte. Diese Haftung sei nun teils abgeschafft. „Wir modeln gerade um,“ berichtet Jasmin Groß vom Nürtinger Amt für Stadtmarketing, und bald werde man auch in Nürtingen mit zwei Klicks ins Netz kommen. In Nürtingen gibt es 9000 registrierte Nutzer, die Kapazität des Netzes ließe aber mehr zu. Mit WLAN versorgt die Stadt den Schillerplatz, das Rathaus, die Stadthalle und die Bücherei. Unterstützt wird sie dabei von der Volksbank, die ebenfalls ein offenes WLAN anbietet.

Deizisau war der Vorreiter

Damit sind die Bewohner der Nürtinger Altstadt theoretisch in einer höchst komfortablen Lage, sie bräuchten sich nämlich kein eigenes WLAN anschaffen und könnten das der Stadt nutzen. Nürtingen hat allerdings keine Informationen darüber, ob das tatsächlich auch geschieht. Vorreiter in Sachen WLAN im Kreis war übrigens die Gemeinde Deizisau, die bereits im Juli 2014 ihren Bürgern diesen Service bot, der nach Auskunft vom Deizisauer Rathaus gerne und gut angenommen werde.

Bevor die Handwerker in Esslingen die Akkuschrauber einsetzten, musste die Stadt auch noch die Erlaubnis des Landesdenkmalamtes einholen, die Ende September erteilt wurde. Gemeinsam mit der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus Gesellschaft (EST) wurden Standorte gesucht, die das mittelalterliche Ensemble nicht stören. Der Bahnhof und der Zentrale Omnibus Bahnhof sind bereits seit mehreren Tagen verkabelt und vernetzt, auf dem Marktplatz sind die Handwerker am Dienstag fertig geworden.

Um den Betrieb in der östlichen Altstadt mit der Küferstraße, dem Blarerplatz und dem Ottilienplatz kümmern sich ehrenamtlich die Mitglieder des Vereins Freifunk. In diesem Areal werden noch Hauseigentümer und Gewerbetreibende gesucht, die willens sind, die Freifunker zu unterstützen. Wer Interesse hat, der kann sich an die EST wenden.




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