Freiwillige Feuerwehr Hildrizhausen Übungsrauch vernebelt das Treppenhaus

Die Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Hildrizhausen an der Schönbuchschule ist in vollem Gange. Foto: Eibner-Pressefoto/Sandy Dinkelacker

Möglichst nahe an der Realität hat die Hildrizhausener Wehr gemeinsam mit Feuerwehrkräften aus den Nachbarorten an der Schönbuchschule den Ernstfall geprobt. Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen vor Ort.

Alles beginnt mit einem lauten Knall gegen 15 Uhr am Samstagnachmittag beim Schulgarten der Schönbuchschule Hildrizhausen. In der Nähe des vorderen Schulgebäudeteils lodern echte Flammen, der interne Schulalarm geht los. Wenige Minuten später ist das erste näherkommende Martinshorn zu hören.

 

Das Szenario klingt auf den ersten Blick dramatisch, insbesondere mit der Zusatzinformation, dass in dem Gebäudeteil, welcher der vermeintlichen Brandstelle am nächsten liegt, sich noch zwei Schulkassen im Obergeschoss befinden. Diesen war der Weg nach draußen wegen starker Rauchentwicklung – durch ein offenes Fenster zog laut Annahme Qualm ins Haus – versperrt. Die Klassenzimmer selbst waren jedoch rauchfrei. Letztendlich war es aber nur ein Übungsdrehbuch für die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Hildrizhausen. Unterstützt wurde sie dabei von den ebenso ehrenamtlich engagierten Kollegen der Nachbarwehren aus Altdorf, Ehningen, Holzgerlingen und Schönaich. Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen vor Ort.

Actionreiche Inszenierung der Hauptübung

Die Explosion, die den Startschuss für die Übung gab, war nichts anderes als ein von einem Kameraden gezündeter Silvesterkracher, die Flammen stammten von einer kontrolliert brennenden Feuerstelle in Grillfest-Größe. Diese actionreiche Inszenierung hatte das Team um Frank Holder, den stellvertretenden Kommandanten der Hausemer Wehr, vor allem für die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer geboten. Diese waren trotz des schlechten Wetters am ersten echten Herbsttag des Jahres zahlreich an den südlichen Ortsrand gekommen.

Holder, der den Übungsablauf für das Publikum kommentierte, war es auch, der den Notruf bei der Leitstelle absetzte, der die Einsatzroutine in Gang setzte: Der Mannschaftswagen der örtlichen Wehr mit Martin Stoll, Holders Stellvertreter-Kollegen an Bord, der die Lage checkte und in Folge die Einsatzleitung übernahm, fuhr als erstes vor. Nach und nach rückten die weiteren Einsatzfahrzeuge an. Zwei Einsatzabschnitte wurden gebildet. Die Kräfte, die dem ersten zugeordnet waren, übernahmen die Brandbekämpfung im Schulgarten und bauten dabei auch eine sogenannte „Riegelstellung“ auf, wie Holder erläuterte. Dabei wird Löschwasser taktisch so eingesetzt, dass ein Übergreifen des Brands auf noch nicht brennende Bereiche verhindert wird.

Personenrettung stand im Mittelpunkt

Der Schulhof, der dem angenommenen Brandgeschehen gegenüberliegt, bildete den Angriffspunkt für den zweiten Einsatzabschnitt. Dort stand die Personenrettung im Vordergrund – allerdings nicht spektakulär über Drehleitern, sondern durch das eigentlich intakte Treppenhaus, das nur wegen des Rauches zuerst nicht benutzt werden konnte. „Sieht sehr echt aus.“ und „Wie im Film“, lauteten Kommentare der Zuschauer, die gemeinsam mit Holder in den Schulhof kamen und die Qualmwolke, die aus dem offenen Eingang drang, erblickten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Klassen jedoch schon nicht mehr allein. Je zwei Einsatzkräfte seien mit Atemschutz zu ihnen vorgedrungen und sie würden von ihnen betreut, erläuterte Frank Holder den Fortgang. Ein von einem Fahrzeug mit Strom versorgter Druckbelüfter auf der einen Gebäudeseite und ein offenes Fenster auf der gegenüberliegenden Seite sorgten letztendlich dafür, dass die Schülerinnen und Schüler mit den Lehrkräften das Gebäude durch belüftete Gänge nach rund einer Stunde verlassen konnten. Mit viel Applaus wurden sie im Hof empfangen. „Im Realfall geht das schneller“, unterstrich der stellvertretende Kommandant zum Übungsabschluss. Aber um den Zuschauern einen guten Einblick in ihre Arbeit zu geben, seien die beiden Einsatzabschnitte nicht parallel, sondern zeitversetzt eingerichtet worden.

Zusammenarbeit der Wehren funktionierte reibungslos

So realistisch wie möglich habe die Devise gelautet, berichtete Fynn Gehrung, der Pressesprecher der federführenden Wehr, der auch aktiv als Abschnittsleiter gefragt war, im Nachgang der Übung. Deshalb waren nicht nur die beiden Schulklassen beteiligt gewesen, sondern auch zwei Nebelmaschinen im Vorlauf eine halbe Stunde lang in Betrieb, um jede Menge ungefährlichen Übungsrauch zu erzeugen. Keine Sicht, wie im echten Einsatz, hieß das für die mit der Personenrettung betrauten Einsatzleute, die mit Atemschutzgeräten im Innenangriff unterwegs waren. „Alles hat gut geklappt“; zeigte sich auch Martin Stoll zufrieden. Auch die seit Jahren eingeübte Zusammenarbeit mit den umliegenden Wehren habe reibungslos funktioniert, so der Einsatzleiter.

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