Der Wunnensteinturm bietet gute Aussichten – wie die Pläne für die „Stadt am Bach“. Foto: Stadt Großbottwar
Der Gemeinderat macht den Weg frei für den Freizeitbereich im Winzerhäuser Tal – der auch ein Beispiel für Bürgerengagement ist. Die lange brach liegenden Pläne können Realität werden, es gibt aber eine finanzielle Lücke.
Henning Maak
26.05.2024 - 11:53 Uhr
Es dürften fast zwei Jahrzehnte sein, die die Tennisplätze des TV Großbottwar im Winzerhäuser Tal ungenutzt sind. „Es gab viele Interessenten und lange Diskussionen, was mit dem rund 7000 Quadratmeter großen Areal passieren soll“, sagt Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann. Letztlich gab die Pandemie den Anstoß, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu nehmen. Der Verein MAG (Miteinander Attraktives Großbottwar) bot im Herbst 2022 seine Unterstützung bei der Ideensammlung zur Neugestaltung des Geländes an, für das die Gemeinde 2019 einen Planentwurf bei der Steinheimer Landschaftsarchitektin Regina Traub in Auftrag gegeben hatte.
Der Freizeitbereich soll viele sportliche Aktivitäten ermöglichen. Foto: Yann Lange
Ein Arbeitskreis aus der Mitte des Gemeinderats entwickelte für das Projekt den Namen „Stadt am Bach“ und bereitete mit einem Institut für Kommunikation eine Bürgerumfrage vor, an der sich mehr als 1100 Personen beteiligten. „Für eine Stadt von der Größe Großbottwars mit knapp 8500 Einwohnern ist das eine tolle Quote“, so Zimmermann. Die Ergebnisse flossen in die Planung ein, die erneut von Regina Traub maßgeblich erarbeitet wurde. Diesem Plan hat der Gemeinderat nun zugestimmt.
Der Freizeitbereich „Stadt am Bach“ bietet vor allem Angebote zur Bewegung und körperlichen Fitness an und richtet sich an Menschen aller Altersklassen. Für Kinder und Jugendliche ist ein Pumptrack geplant. Ebenfalls an junge Nutzer richtet sich eine Basketball-Zielwand mit Korb. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können zudem Tischtennis spielen, auch ihr Gleichgewichtsgefühl auf einer Slackline testen oder an einer Boulderwand klettern. Eher Ältere dürften Gefallen an einer Boulebahn finden, um bei dem französischen Nationalsport Bewegung, Geschicklichkeit und Geselligkeit zu kombinieren.
Wie häufig bei großen Projekten ist die Finanzierung ein zentrales Thema. Bürgermeister Zimmermann rechnet mit Gesamtkosten von rund 850 000 Euro, wobei allein die Pumptrack-Anlage mit rund 125 000 Euro zu Buche schlägt. Ein Fehlbetrag ergibt sich, weil im Haushalt für die kommenden beiden Jahre nur 750 000 Euro eingeplant sind und auch der Zuschuss von 40 Prozent vom Verband Region Stuttgart mit 300 000 Euro geringer ausfiel als erhofft.
Der wesentliche Baustoff wird Holz sein
Den Segen des Gemeinderates bekam das Projekt dennoch. Nun soll versucht werden, die restlichen Gelder durch Spenden aufzutreiben oder bestimmte Teilprojekte zurückzustellen. Unter anderem könnte dies eine geplante Schutzhütte betreffen. Den Anfang in Sachen Spenden machte MAG Großbottwar, der Verein will die Boulebahn mit 10 000 Euro finanzieren. „MAG ist wieder einmal mit gutem Beispiel vorangegangen. Wir hoffen auf weitere Nachahmer“, sagt Bürgermeister Zimmermann. Spender hätten die Möglichkeit, Gutes für eine breite Bevölkerungsschicht zu tun und sich in der Öffentlichkeit als nachhaltig zu präsentieren, da der Großteil der Freizeitbereiches aus Holz gestaltet werde.
Da von Juni an die Aufträge sukzessive vergeben werden sollen, rechnet der Bürgermeister mit einem Baubeginn im Herbst dieses Jahres und einer Einweihung im Herbst 2025. „Eine Bauzeit von einem Jahr dürfte bei diesem Projekt realistisch sein.“