Friedrichsbau-Varieté Zauberhafter Maskenball
Batman, Zorro, Cro, Sido, Darth Vader und der Harlekin, sie alle tragen Masken. Sie verstecken und verbergen sich und können doch freier sein. Das Varieté singt ein Hohelied auf die Maskerade.
Batman, Zorro, Cro, Sido, Darth Vader und der Harlekin, sie alle tragen Masken. Sie verstecken und verbergen sich und können doch freier sein. Das Varieté singt ein Hohelied auf die Maskerade.
Es fühlt sich schon so weit entfernt an. Und doch ist es nicht lange her, als wir alle Masken trugen – um uns und andere zu schützen. Irgendwann hatten wir sie über. Nun sieht man sie kaum noch, streift sie kaum noch jemand über. Die Maske ist aber schon immer mehr gewesen als ein Schutz vor Viren und Bakterien. Rund um die Welt findet man sie. Für Zeremonien, fürs Spiel, für das Verkleiden, für das Begehren, sie verdeckt und enthüllt zugleich ein anderes Ich.
Schon lange sind im Abendland die Masken Zeichen fürs Theater. Lachend und weinend künden sie von der Kunst des Schauspiels. „Masque“, der Maske und dem Maskenspiel widmet das Friedrichsbau-Varieté sein Winterprogramm. „Einen Maskenball der anderen Art“, verspricht der Geschäftsführer Timo Steinhauer. Die Bühne verwandelt sich dafür in einen Spiegelsaal. Und über allem schwebt das Zeichen für unendlich, die liegende Acht. Ein Zeichen für die vielen Möglichkeiten, die die Maskerade bietet. „Sie gibt uns die Freiheit, anders zu sein“, sagt Moderatorin und Chansonnière Kristina Kruttke, und die Wahl: „Wer will ich sein?“
Glücklicherweise wissen die Artisten trotz ihrer Masken, wer sie sind und was sie können. Beim Auftritt von Bruno Meggiolaro und Fellon Rossi hofft man, dass die Maske nicht verrutscht. Sie nennen sich Dangerous Love, und ihre Liebe äußerst sich tatsächlich auf äußerst gefährliche Wiese. Sie bewerfen sich mit Messern und beschießen sich mit Armbrustbolzen. Diese Liebe sollte besser nicht blind machen.
Friedrich Schiller hat mit „Wilhelm Tell“ ja einen ganz besonderen Scharfschützen verewigt. Der Schuss auf den Apfel taucht auch immer wieder in den Zirkusbühnen und auf den Varietébühnen der Welt auf. Das Messerwerfen ist eine der uralten Künste der Branche. Und es ist kein Zufall, dass das Duo aus Venedig Teil des Ensembles ist.
Ein Programm in der Tradition des klassischen Varietés hat Regisseur Ralph Sun zusammengestellt. Da dürfen die Tänzerinnen der Vegas Showgirls nicht fehlen, mal mit Federn geschmückt, mal knapp bekleidet, bringen sie Anleihen des Cabaret aus Paris nach Stuttgart. Der Ukrainer Oleg Valko turnt unter der Bühne an Gurten, den sogenannten Aerial Straps. Und Valko jongliert mit einem Würfel. So schnell schleudert er ihn hin und her, dass der Würfel scheinbar seine Gestalt verliert, keine Ecken und Kanten mehr hat. Ganz, als ob auch er eine Maske tragen, in eine andere Haut schlüpfen würde.
Marie Bitaroczky schwingt in einem Netz durch die Luft. Ist es ein Gefängnis? Oder ein Kokon? Engt es ein? Oder beschützt es? Dazu singen Radiohead ihren Song „Creep“ , über ihr Gefühl, ein „Spinner“, ein „Sonderling“ zu sein, so ganz anders als die bewunderte Frau, die „so besonders“ ist. Zu gerne wären sie anders, „perfekt“. Auch „Bittersweet Symphony“ von Verve ist zu hören. Auch da geht es darum, ein anderer zu sein. Kann man das? Kann man das nicht?
Für einen Abend will das Friedrichsbau-Varieté das Gefühl vermitteln, man kann jemand anders sein, sich verwandeln, neu erfinden. „Der Bauer geht als König, der König geht als Hirte“, sagt Kristina Kruttke. Alles sei möglich, die Maske macht einen frei.
„Masque“ im Friedrichsbau-Varieté vom 24. November bis zum 3. März. Karten von 26 Euro bis 64,50 Euro. Mehr über www.friedrichsbau.de oder telefonisch unter 07 11 / 2 25 70 70.