Fünfter Armuts- und Reichtumsbericht Jedes 20. Kind lebt in Armut

Von  

Vor der für nächstes Frühjahr angepeilten Veröffentlichung des Fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung geraten erste Ergebnisse ans Licht. Demnach lebt in Deutschland jedes 20. Kind in Armut. Ursache ist vor allem Arbeitslosigkeit der Eltern.

Kinder sind oft von Armut besonders tangiert. Foto: dpa
Kinder sind oft von Armut besonders tangiert. Foto: dpa

Stuttgart - Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist keine Augenblicksbetrachtung – er soll Hand und Fuß haben. In jeder Legislaturperiode ist eine Bestandsaufnahme vorgesehen. In den vergangenen 15 Jahren wurden somit vier dieser Dossiers vorgelegt: 2001, 2005, 2008 sowie – von der schwarz-gelben Regierung und überaus umstritten – im Jahr 2013. Für das nächste Jahr ist der fünfte Bericht in Arbeit, nun sickern erste Erkenntnisse durch. Demnach lebt jedes 20. Kind in Deutschland in materieller Not.

Damit ist das Armutsrisiko seit dem Anstieg bis Mitte des vorigen Jahrzehnts nicht weiter gewachsen. „Nur wenige Kinder in Deutschland leiden unter materieller Not“, heißt es laut der „Saarbrücker Zeitung“ in einem Entwurf, der derzeit zwischen den Ressorts abgestimmt wird. Betrachte man den Anteil der Haushalte „mit einem beschränkten Zugang zu einem gewissen Lebensstandard und den damit verbundenen Gütern“, dann seien fünf Prozent der Kinder betroffen. Das sei deutlich weniger als im EU-Durchschnitt mit neun Prozent. 12,9 Millionen Kinder gibt es in Deutschland – von ihnen trägt jedoch gut ein Fünftel, bis zu 2,4 Millionen, ein Armutsrisiko. Das bedeutet: Die Haushalte, in denen sie leben, verfügen über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens.

Risiko Arbeitslosigkeit

Risikofaktor Nummer eins ist Arbeitslosigkeit: Wenn beide Eltern keinen Job haben, beträgt das Armutsrisiko etwa 60 Prozent. Dies trifft etwa eine Million Kinder. Hat ein Elternteil eine Vollzeitstelle, sinkt das Armutsrisiko für Kinder auf etwa 15 Prozent. Sind beide Eltern vollerwerbstätig, beträgt es lediglich drei Prozent. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in sogenannten Bedarfsgemeinschaften mit Hartz IV leben, ist dem Entwurf zufolge zwischen 2010 und 2015 um fünf Prozent gesunken.




Unsere Empfehlung für Sie