Für eine bessere Teilhabe Sindelfingen will mit einem neuen Rat der Vielfalt eine Stimme geben

Das forderten die Demonstranten bei der Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Sindelfingen. Die beiden Schlagwörter sind auch ein Anliegen des neuen Rats für Vielfalt, Dialog und Teilhabe. Foto: Eibner-Pressefoto/Sandy Dinkelacker

Das neue Gremium soll die unterschiedlichen Perspektiven der Stadtbevölkerung sichtbarer machen. Es will beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung oder queeren Menschen eine stärkere Stimme geben.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Die Stadt Sindelfingen will einen neuen Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog gründen. Dieser Rat soll dem Gemeinderat künftig beratend zur Seite stehen. Er soll dazu beitragen, die vielen unterschiedlichen Perspektiven der Stadt, in der 120 Nationen zusammenleben, besser zu berücksichtigen und zur Geltung zu bringen.

 

„Ziele des Rats sind ein wertschätzender, konstruktiver Umgang mit Vielfalt, aber auch, das Interesse für Stadtpolitik zu steigern“, sagt Sonja Katzmann, Leiterin des Amtes für soziale Dienste. Vielfalt beziehe sich dabei nicht nur auf Migration und verschiedene Herkunftsländer, sondern auch auf Menschen mit Behinderung oder aus der LSBTQ+-Community. LSBTQ+ steht für lesbisch, schwule, bisexuelle, transidente und queere Menschen. Dass diese Vielfalt in der Stadt vorhanden ist, steht außer Frage. „Aber wir müssen besser darin werden, sie zu aktivieren“, sagt Bürgermeisterin Corinna Clemens. „Und wir brauchen ein Gremium, das immer wieder darauf hinweist.“

Wie der neue Rat aufgebaut sein soll

Für den neuen Vielfalt-Rat sind insgesamt 16 Sitze vorgesehen, die sich um verschiedene Handlungsfelder kümmern – beispielsweise um Willkommenskultur, Barrierefreiheit, Bildungskarrieren, als Voraussetzung für den Zugang zu einer selbstbestimmten Arbeit, LSBTQ+, Teilhabe und Dialog oder Inklusion.

Wer beim Rat für Vielfalt mitmachen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein und seit mindestens drei Monaten in Sindelfingen wohnen. Mitglieder für den Rat werden nominiert oder nominieren sich selbst. Die Verwaltung und eine Auswahlkommission schlagen dann dem Gemeinderat die Kandidaten für den Vielfalt-Rat vor, der Gemeinderat beschließt die Zusammensetzung. Dabei soll auf ein ausgewogenes Verhältnis von Geschlecht, Alter und Zugehörigkeit geachtet werden. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre und soll nach Möglichkeit parallel zur Amtsperiode des Gemeinderats laufen. Die Stadtverwaltung schlägt außerdem vor, dass dem neuen Rat jährlich finanzielle Mittel in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Konzept für den neuen Vielfalt-Rat steht, jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Gemeinderats. Der entscheidet voraussichtlich in der Sitzung am 30. April darüber.

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