Wird es wieder ein Märchen? Die Vorfreude auf die EM 2024 soll wachsen. Noch sind es einige Tage bis zum ersten Spiel am 16. Juni in Stuttgart. Doch der Pokal ist schon mal da. Philipp Lahm brachte ihn am Freitag vorbei.

Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. So enden alle Märchen. Nur eines nicht. Das Sommermärchen. Ewig soll es weitergehen. Ein Sommermärchen 2.0 wollen Deutschland, wollen Stuttgart im Sommer feiern. Die Erinnerungen an die WM 2006 waren allgegenwärtig am Freitag auf dem Schlossplatz, als Philipp Lahm und Célia Šašić den EM-Pokal vorbeibrachten. Der EM-Direktor und die Botschafterin besuchten Stuttgart als erste Station der Trophy-Tour durch die zehn Gastgeberstädte der EM 2024.

 

Der Gassenhauer führt ein ewiges Leben

Wie man es erwarten konnte, wurde auch dem Gassenhauer der WM 2006 neues Leben eingehaucht. Weder Innenminister Thomas Strobl noch Stuttgarts OB Frank Nopper konnten sich in ihren Begrüßungsworten den Spruch verkneifen: „Stuttgart ist viel schöner als Berlin.“ Aber was will man machen, die Vorlage ist zu gut, den Abstauber kann keiner liegenlassen. Eigentlich müsste Nopper den Italiener Fabio Grosso ja zum Ehrenbürger ernennen. Er schoss Italien damals 2006 in Dortmund ins Finale, Deutschland musste zum Spiel um Platz drei nach Stuttgart. Um das Team zu trösten, sangen die Dortmunder nach der Niederlage: „Stuttgart ist viel schöner als Berlin.“ Das konnten auch Schwaben lauthals singen. Weil jeder wusste – außer den Ratsherren -, das ist nicht so ernst gemeint, wie es klingt. Wäre das Spiel um Platz drei auf Schalke gewesen, hätten die Dortmunder sogar „Gelsenkirchen ist viel schöner als Berlin“ geschmettert, um das Team zu trösten.

Europameister? Nur Europameisterinnen

18 Jahre später ist der Spruch immer noch brauchbar. Humor, Begeisterung, Freude, das kann Deutschland dieser Tage dringend brauchen. Nicht nur, aber auch beim Fußball. Auch dafür soll diese Tour dienen, sagt Lahm. Mit Šašić bringt er im Doppeldecker-Bus den Pokal auf den Schlossplatz. Und hunderte Leute warten, wollen ein Foto mit dem Pokal machen. Zunächst sind Strobel und Nopper dran, dürfen Lahm und Šašić einige Worte sagen, sowie Stuttgarters EM-Botschafter Cacau, Elisabeth Seitz und Weltmeister Guido Buchwald. Die Moderatoren Jens Zimmermann und Tom Bartels stellen fest, dass die Männer erfolgreich waren, aber nur die Frauen schon mal Europameisterinnen. Seitz im Turnen, Šašić beim Fußball.

Ein Foto mit dem guten Stück

Ob das ein gutes Omen ist für eine EM im Männerfußball? Alles ist denkbar im Märchen: Stuttgart war ja auch mal schöner als Berlin. Nopper und offenbar ein wachsender Teil der Stadt freuen sich auf die fünf Spiele in Stuttgart, geklatscht wurde zumindest eifrig, als man an die WM und die tolle Stimmung auf dem Schlossplatz erinnerte. Ob Kapitän Ilkay Gündogan am Ende den Pokal in Händen hält und ihm nahe kommen darf? Die Stuttgarter zumindest wollten dem guten Stück nahe kommen, eine lange Schlange bildete sich beim Anstehen für ein Foto mit der zehn Kilo schweren Trophäe.

Noch zwei Gelegenheiten

Der Pokal ist am Samstag im Königsbau zu sehen und am Sonntag bei der Spvgg Cannstatt. Auf dass die Vorfreude und die Begeisterung wachse. Und es heißt: das Sommermärchen 2.0, es wird einmal.