Fußball Bezirksliga Die Hoffnung stirbt zuletzt beim TSV Münchingen

Auf der Torhüter-Position hatte der TSV Münchingen Probleme: Keeper Florian Reichert (li.) klärt vor Vasilios Tsouloulis von Croatia Bietigheim. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der TSV Münchingen überwintert in der Fußball-Bezirksliga auf einem Abstiegsplatz. Doch es gibt Hoffnungen auf eine Steigerung in der Rückrunde.

Der TSV Münchingen zählt zu den wenigen Mannschaften der Bezirksliga, denen das vorzeitige Ende der Hinrunde Ende November nicht gelegen kam. „Wir hätten gerne die beiden ausstehenden Begegnungen ausgetragen“, sagt TSV-Trainer Ahmet Yenisen. Das überrascht nicht – schließlich haben die Münchinger vier ihrer bisher sieben Punkte in den letzten drei Spielen geholt. Und selbst in der allerletzten Partie gegen Croatia Bietigheim wäre mehr als ein 2:3 drin gewesen, doch der TSV kassierte drei Gegentreffer durch denselben Croatia-Akteur aus identischen Standardsituationen – den entscheidenden in der 89. Minute.

 

Die Defensive ist die Achillesferse, die 39 Gegentreffer werden nur noch vom Vorletzten TSV 1899 Benningen (42) überboten. „Einige unserer Gegentore waren slapstick-reif“, stellt Coach Yenisen fest. Das Kuriosum dabei: In der vergangenen Saison hatten die Münchinger mit 38 Gegentreffern nur einen weniger zur Winterpause kassiert, waren Tabellenführer, weil die überragende Offensive (64 Tore) um den späteren 40-Tore-Mann Fatih Yenisen die Defensivschwächen überdecken konnte. „Ein Spiel wie das 2:3 in Merklingen hätten wir in der vergangenen Saison mit 6:3 gewonnen“, sagt Yenisen.

Ein solcher Knipser fehlt dem TSV. Neben Fatih Yenisen, der seine Kickschuhe an den Nagel gehängt hat, verließen mit Benjamin Hamann und Yannic Wieland (zum FV Löchgau) weitere Torgaranten den Verein. Mit dem langjährigen Kapitän Markus Gündert und Luigi Ancona (beide Karriereende) hat der TSV viel Routine verloren. „Es war klar, dass der Neuaufbau mühsam wird“, sagt Coach Ahmet Yenisen. Das Team habe sich schwer getan, Torchancen zu verwerten und hinten zu leichte Gegentreffer kassiert.

Verletzungspech bei Torhütern

Das lag auch daran, dass zwischen den TSV-Pfosten eine absolute Notsituation entstand: Mit Niklas Traub (Schienbeinbruch) und Maximilian Kunz (Kreuzbandriss) hatten sich in der vergangenen Saison beide Torhüter schwer verletzt. Coach Yenisen musste auf Florian Reichert und Nikolaos Röhrich aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen, die zuvor lediglich in der Kreisliga B gespielt hatten. „Sie wurden ins kalte Wasser geworfen und haben alles gegeben“, zollt der Coach beiden Respekt. Doch letztlich waren beide dem Niveau in der Bezirksliga nicht gewachsen, zu viele Gegentore gingen auf ihr Konto.

Vier Zähler fehlen auf Nicht-Abstiegsplatz

Da traf es sich gut, dass der Schienbeinbruch von Niklas Traub schnell verheilte, schon Anfang November kehrte er zwischen die Pfosten des TSV-Tores zurück. Mit ihm kam mehr Stabilität in die Defensive. Dass der TSV in den letzten Begegnungen der Hinrunde punktete, ist auch sein Verdienst. Der zweite Grund ist eine taktische Änderung: In den letzten Partien stellte Coach Yenisen auf ein 5:4:1-System um, um dem Team mehr Kompaktheit zu verleihen. Folgen waren ein 1:1 beim Tabellenvierten TASV Hessigheim und ein 4:1-Erfolg über den TSV 1899 Benningen, einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib.

Um diesen will Yenisen mit seinem Team in der Rückrunde kämpfen, auf den ersten Nichtabstiegsplatz fehlen vier Zähler. Personell hält der Coach vor allem nach offensiven und zentralen Mittelfeldspielern Ausschau. „Neue Akteure müssen aber charakterlich zu uns passen und Lust haben, auf längere Sicht beim TSV Münchingen zu spielen“, stellt der Trainer klar. Und in einem Punkt ist er sich ganz sicher: „Wenn es uns in dieser Saison gelingt, die Klasse zu halten, dann ist die Mannschaft für die Bezirksliga gefestigt“.

Weitere Themen