Fußball – Bezirksliga: SC Stammheim Erst Marc Wegner, dann geht’s kurios weiter

Voraussichtlich am Sommer wieder zurück beim SC Stammheim: Trainer Andreas Eschenbach. Foto: Günter Bergmann

Der 54-Jährige übernimmt interimsweise beim Fußball-Bezirksligisten SC Stammheim. Nachfolger wird ein einst enttäuscht Ausgestiegener.

Lange hat man sich beim Bezirksligisten SC Stammheim in Schweigen gehüllt, bis der neue Trainer für den nach zehn Spieltagen entlassenen Giannicola Bellarosa verkündet wurde. Nun ist die Katze aus dem Sack, hat der Neue bereits am vergangenen Montagabend seine erste Übungseinheit geleitet: Marc Wegner soll den als Titel-Mitfavoriten gestarteten SC aus dem Tabellenkeller führen.

 

Kurios soll es dann aber am Emerholz weitergehen. Wegner räumt beim Tabellenelften im Sommer schon wieder den Trainerstuhl, dann soll Andreas Eschenbach für die Spielzeit 2024/25 übernehmen. Kurios deshalb, weil Eschenbach bereits in der Vorsaison bis zum 20. Spieltag den SC erfolgreich trainierte, dann aber wegen internen Streitigkeiten das Handtuch warf – das Team stand zum Trennungszeitpunkt auf dem zweiten Tabellenplatz, schaffte zudem den Einzug ins Pokalfinale.

Interimscoach Marc Wegner Foto: privat

Zuerst hat aber noch Wegner das Sagen. Dieser kam praktisch über den Hund zum Traineramt beim Bezirksligisten. Jeden Sonntag gehen nämlich er und der Vorstand des SC, Markus Blankenburg, gemeinsam mit ihren Vierbeinern Gassi. „Dabei reden wir auch immer über Fußball und Markus fragte mich, ob ich nicht bis zum Sommer dem SC aus der Patsche helfen könnte“, sagt Wegner, der in Stammheim wohnt, in der Vorsaison mit dem Kreisliga-A-Verein TV89 Zuffenhausen knapp die Aufstiegsrelegation verpasste und zuletzt pausierte. Der Auftrag des 54-Jährigen lautet: „Mindestens Platz neun zu schaffen“, sagt Wegner. Dieser Rang bedeutet mit Sicherheit die Teilnahme an der „neuen“ Bezirksliga, die wegen der Reform des Württembergischen Fußball-Verbands ab der kommenden Spielzeit aus Teams des Stuttgarter und des Böblinger Bezirks gebildet wird.

Um wieder guten und erfolgreichen Fußball zu spielen, dafür soll Andreas Eschenbach zurück auf den Trainerposten. „Er hat damals bewiesen, dass er ein Erfolgscoach ist“, sagt der Vorstand Markus Blankenburg und fügt an: „Er soll dafür sorgen, dass es fußballerisch wieder aufwärts geht.“

Der Stammheimer Clubchef spricht Eschenbach also jenes Vertrauen aus, das dem 51-Jährigen bei seinem ersten Engagement bei den Nord-Stuttgartern wohl gefehlt hat. Interne betriebliche Störungen beziehungsweise „wenig Anerkennung seiner Arbeit und ein Zögern in Sachen weiterer Zusammenarbeit“, sagt Eschenbach, seien unter anderem die Gründe für seinen vorzeitigen Ausstieg gewesen. Die Chemie zwischen Trainer und Abteilungsleitung hat also wohl nicht gepasst.

Personelle Veränderungen in der Abteilung

Wie soll das aber in Zukunft bei gleicher Konstellation wie bei Eschenbachs erstem Trainerantritt funktionieren? Wohl gar nicht, weshalb der 51-Jährige Bedingungen an ein erneutes Engagement in Stammheim geknüpft hat. „Veränderungen muss es geben, sonst komme ich nicht zurück“, sagt Eschenbach. Und siehe da, diese zeichnen sich ab. Abteilungsleiter Rainer Schwalb, der sich zu dem Thema nicht äußern möchte, hört zum Ende der Runde auf. „Planmäßig“, wie er sagt, „denn bereits vor der aktuellen Saison habe ich gesagt, dass diese meine letzte sein wird, ich dann Schluss mache.“

Noch hat Eschenbach seinen Vertrag nicht unterschrieben. Doch er und Vorstand Blankenburg sagen unisono: „Das ist reine Formsache.“

Übrigens: Auf Eschenbach folgte Ende April Erhan Atici. Dieser hörte als Bezirkspokal-Sieger und nach dem Aus in der ersten Relegationsrunde auf. Es folgte Bellarosa, nach seiner Entlassung kümmerte sich Abteilungsleiter Schwalb um das Team.

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