Fußball-Bezirkspokal Stuttgart Einzug ins Finale nach Elfmeterkrimi
Der Bezirksligist SC Stammheim zittert sich ins Endspiel, beim ASV Botnang ist man dennoch stolz.
Der Bezirksligist SC Stammheim zittert sich ins Endspiel, beim ASV Botnang ist man dennoch stolz.
Wer nach dem ersten Halbfinalspiel am vergangenen Dienstag, als der B-Ligist TSV Sielmingen fast die Sensation klar machte, dachte, knapper geht es nicht mehr, der wurde eines Besseren belehrt. Der ASV Botnang, Zweitplatzierter der Kreisliga A, Staffel 1, zwang den Bezirksligisten SC Stammheim bis ins Elfmeterschießen. Dort wehrte Stammheims Keeper Steffen Scheck einen Schuss von Mal Hasaj ab und Botnangs Elmedin Sovtic setzte den Ball über das Tor, während bei den Stammheimern alle Schützen souverän verwandelten. Somit zieht der Landesliga-Absteiger in das Finale des Stuttgarter Bezirkspokals ein und trifft dort auf den Ligakonkurrenten TSV Musberg.
Dass die Partie erst im Elfmeterschießen entschieden werden würde, davon konnte man lange Zeit nicht ausgehen. Der SC Stammheim führte bereits nach sieben Spielminuten durch einen Treffer von Valmir Syla. Der Schweizer ist studienbedingt in Stuttgart und lief erst zum zweiten Mal in einem Pflichtspiel für den SC auf. Nach gut einer Stunde legte dann Rudolf Buxmann nach.
Allerdings konnte sich Botnang noch einmal aufbäumen. „Wir haben ruhig und fokussiert weitergemacht“, sagt der Trainer Alexander Schweizer. So waren es Vladimiros Gkiagkiaev (67.) und Madi Ceesay (73.), die für den Ausgleich sorgten. Letzterer spielte in der Hinrunde noch in Stammheim, wurde dort allerdings einzig in der Zweitvertretung eingesetzt, die Ligakonkurrent des ASV in der Kreisliga A ist. Bei seinem neuen Verein ist er Stammspieler.
Im Elfmeterschießen behielt der höherklassige Verein aber die Nerven. Ein spezielles Elfmetertraining gab es nicht, Stammheims Coach Andreas Eschenbach erzählt aber: „Wir haben aus Spaß am Dienstag im Abschlusstraining am Ende noch jeden einen Elfmeter schießen lassen.“ Ob die Übung zum Sieg verhalf? Vertrauen konnte Eschenbach dabei wie gewohnt seinem Keeper Scheck, der im Training zwar keinen Strafstoß hielt, im wichtigen Moment aber zur Stelle war. „Ich konnte mich entspannt zurücklehnen, weil wir einen geilen Keeper haben“, sagt der Trainer.
„Es tut nur kurz weh, dann ist man stolz“, sagt ASV-Coach Schweizer. „Wir haben eine super Leistung vor einer berauschenden Kulisse gebracht, ich bin super stolz auf die Jungs.“ Insgesamt sahen die Zuschauer nämlich ein Pokal-Halbfinale auf Augenhöhe, bei dem sich Botnang sogar ein minimales Chancenplus erarbeitet hatte, wenngleich es „kein großes Chancenspektakel“ war, wie Schweizer beschreibt. Seine Schützlinge schwächelten beim letzten Pass, die Aufregung war vermeintlich zu groß.
Dennoch sagt der Trainer: „An dem Abend hat vieles gepasst, nur das Elfmeterschießen dann nicht mehr.“ Mit Kampfgeist und Wille war es auf beiden Seiten eine intensive Partie. „Der Gegner hat sehr giftig gespielt, war hart im Zweikampf und sehr engagiert. Er hat uns vor eine Aufgabe gestellt“, sagt SC-Trainer Eschenbach. Für beide Teams geht es als Tabellenzweite in ihren Ligen noch um den Aufstieg.
Tore: 0:1 Syla (7.), 0:2 Buxmann (61.), 1:2 Vladimiros Gkiagkiaev (67.), 2:2 Ceesay (73.). Besonderes: Sovtic (Botnang) schoss im Elfmeterschießen über das Tor und Scheck (Stammheim) wehrte gegen Hasaj ab.