Fußball-Champions-League Britische Regierung will Finale in London statt Istanbul

Am Montag besprach sich die UEFA mit der britischen Regierung und dem Fußballverband FA zu dem Thema. (Archivbild) Foto: dpa/Marius Becker
Am Montag besprach sich die UEFA mit der britischen Regierung und dem Fußballverband FA zu dem Thema. (Archivbild) Foto: dpa/Marius Becker

Die britische Regierung will das Champions-League-Finale zwischen Manchester City und dem FC Chelsea unbedingt in London sehen - Istanbul steht mittlerweile auf der Roten Corona-Liste Großbritanniens.

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Köln - Boris Johnson wäre nicht Boris Johnson, wenn er zu diesem Thema geschwiegen hätte. „Die Champions League“, sagte der britische Premierminister gewohnt öffentlichkeitswirksam, „ist der Gipfel des europäischen Klubfußballs. Und mit zwei englischen Teams im Finale wäre es doch eine große Schande, wenn die Fans nicht dabei sein könnten.“

Johnsons Worte in der Boulevardzeitung The Sun dürften dem (Fußball-)Volk gefallen haben, und sie läuteten ein paar sehr entscheidende Tage ein: Wohl bis Mittwoch wird die Europäische Fußball-Union (UEFA) entscheiden, ob das Endspiel zwischen Manchester City und dem FC Chelsea am 29. Mai coronabedingt nun doch nicht in Istanbul stattfindet - sondern im Londoner Wembley-Stadion. Am Montag konferierte die UEFA diesbezüglich mit der britischen Regierung und dem Fußballverband FA.

„Ob sie wollen oder nicht, sie werden hier spielen“

Für Chelsea um Teammanager Thomas Tuchel und die Nationalspieler Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger, für Manchester mit Mittelfeldstar Ilkay Gündogan und auch für Tausende, fest eingeplante Fans aus England wäre es eine Erleichterung. Für die türkischen Vertreter dagegen eine ziemliche Katastrophe, denn Geschichte würde sich wiederholen.

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Schon im vergangenen Jahr hatte Istanbul das Finale der Königsklasse wegen der Pandemie relativ kurzfristig abgeben müssen, damals stieg stattdessen eine Endrunde in Portugal. Und diesmal? „Ob sie wollen oder nicht, sie werden hier spielen“, sagte Nihat Özdemir, Präsident des türkischen Verbands TFF: „Wir sind bereit für das Finale, alle Maßnahmen sind mit der UEFA abgestimmt. Es gibt keine anderen Pläne.“

Türkei auf Roter Corona-Liste

Auch diese spezielle Situation hatte man bei der UEFA wohl im Hinterkopf, als man in den vergangenen Tagen und Wochen mauerte: Das Finale sollte am Bosporus steigen, daran änderte zunächst auch der Ende April bis 17. Mai verhängte, bislang strengste Lockdown nichts.

Am vergangenen Freitag verschärfte sich die Sachlage allerdings noch einmal drastisch. Denn nun steht die Türkei auf Großbritanniens Roter Corona-Liste, und das geht mit deutlichen Einschränkungen einher: Einreisende aus der Türkei müssen sich nach Ankunft für zehn Tage in eigens dafür vorgesehenen Hotels in Quarantäne begeben.

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Der Profisport könnte diese Hürde bewältigen, entsprechende Ausnahmegenehmigungen würden wohl erteilt. Schier unüberwindbar wäre die Regelung aber für die mitreisenden Zuschauer, mindestens 4000 Tickets sollten die Vereine eigentlich jeweils absetzen. „Die Fans sollten jetzt nicht mehr in die Türkei reisen“, stellte der britische Verkehrsminister Grant Shapps nun klar. Die Entscheidung liege bei der UEFA, „aber mit zwei englischen Klubs im Finale sind wir sehr zuversichtlich“, meinte Shapps.

Maximal 10 000 Zuschauer dürfen nach Wembley

Ohne Zugeständnisse wird der Dachverband sein Leuchtturm-Event allerdings nicht auf die Insel verlegen. Für unzählige Mitarbeiter, internationale Medien, Sponsoren und Offizielle müssen die Quarantäne-Regeln ausgesetzt werden. Zudem sollen Garantien für die Zuschauerzahlen her. Maximal 10 000 dürften nach aktuellen Beschränkungen ins Wembley-Stadion kommen, viel zu wenige für die UEFA. Allerdings wird die Regel schon für das FA-Cup-Finale am Samstag aufgeweicht: Wenn Chelsea und Leicester City ebenfalls in Wembley antreten, dürfen 20.000 Zuschauer auf die Tribünen.

In der Türkei schwindet damit die Hoffnung. Zwar sank die Corona-Inzidenz in den vergangenen drei Wochen von 500 auf unter 200, Tendenz weiter stark fallend. Doch eine Besserung der Lage könnte zu spät kommen. Seit Montag wird verhandelt.




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