Fußball Landesliga TSV Heimerdingen: Der Mann mit dem Handicap in Knie
Neuzugang Furkan Yumurtaoglu vom Fußball-Landesligisten TSV Heimerdingen hat schon bei namhaften Clubs wie dem Karlsruher SC und den Offenbacher Kickers gespielt.
Neuzugang Furkan Yumurtaoglu vom Fußball-Landesligisten TSV Heimerdingen hat schon bei namhaften Clubs wie dem Karlsruher SC und den Offenbacher Kickers gespielt.
Dass Furkan Yumurtaoglu in seiner Jugend fußballerisch mehr drauf hat als viele seiner Altersgenossen, fiel Trainern und Beobachtern schon früh auf. Der Botnanger begann im Alter von vier Jahren beim ASV Botnang, dem Ball hinterherzujagen. Doch schon früh wechselte er zum SGV Freiberg, dann zum FSV Waiblingen, um höherklassig spielen zu können. Im zweiten C-Jugend-Jahr wurden Vertreter des Karlsruher SC auf den 15-Jährigen aufmerksam. Nach einigen Spielen in der Regionalliga wurde er mit 16 Jahren schon der U-17-Bundesliga eingesetzt und mit 18 im U-19-Team des badischen Zweitligisten.
Als ein neuer Trainer die U 19 des KSC übernahm, folgte Furkan Yumurtaoglu seinem bisherigen Coach 2020 zu den Offenbacher Kickers. Doch nach einem halben Jahr bremste die Corona-Pandemie die Karriere des mittlerweile 21-Jährigen aus. Sein Wechsel zum ehemaligen Zweitligisten SV Röchling Völklingen in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar erwies sich nicht als Glückstreffer – im Januar 2022 meldete der Traditionsverein Insolvenz an. Also ging Furkan Yumurtaoglu zurück in die Heimat und schloss sich im Sommer 2022 dem Bezirksligisten SV Perouse an, bevor er durch die Vermittlung von Irsen Latifovic beim Landesligisten TSV Heimerdingen landete, mit dem er an diesem Samstag (16 Uhr) beim TSV Ilshofen antritt.
In der Vorbereitung legte der 21-Jährige großen Wert darauf, wieder voll belastbar zu werden, denn er bringt ein lästiges Handicap mit, das ihn seit seinem 17. Lebensjahr beharrlich begleitet: Knieprobleme zogen immer wieder längere Verletzungspausen nach sich. Warum? Niemand weiß nichts Genaues. „Ich weiß bis heute nicht, wo die Knieprobleme herrühren“, berichtet Furkan Yumurtaoglu, der aus diesem Grund schon bei zahlreichen Ärzten mit seiner Krankenakte vorstellig geworden ist.
TSV-Coach Daniel Riffert freut sich, dass der Mann mit der Nummer 30 derzeit fit ist, denn er schätzt dessen Vielseitigkeit. „Er kann im Mittelfeld defensiv oder offensiv spielen oder auch im Sturm“, hat Riffert erkannt. Furkan Yumurtaoglu stellt keine großen Ansprüche. „Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt“, sagt er. In seiner Jugend spielte er meist im offensiven Mittelfeld, beim Karlsruher SC agierte er auch schon in der Innenverteidigung.
Coach Riffert schätzt an dem 21-Jährigen dessen Ballsicherheit und Durchsetzungsvermögen. Zudem habe er ein gutes Auge und sei mit beiden Füßen gleich stark am Ball. Furkan Yumurtaoglu, der derzeit das Berufskolleg des Johann-Friedrich-Cotta-Schule besucht und sich eine Ausbildung bei der Polizei gut vorstellen kann, fügt noch einen weiteren Vorzug hinzu: „Ich bin ziemlich schnell, vor allem auf den ersten 30 Metern.“ Schlechte Aussichten – für Verbrecher und Furkan Yumurtaoglus Gegenspieler.