Fußball Landesliga TSV Heimerdingen in der Rolle des Verfolgers

Schlitzohr: Haris Gudzevic (vo.) verwandelte einen flachen Eckball direkt zum 2:0 gegen den SV Breuningsweiler. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der Fußball-Landesligist lässt gegen einen harmlosen SV Breuningsweiler beim 5:1 nichts anbrennen und bleibt dem Spitzenreiter FSV Waiblingen auf den Fersen.

Es war ein Applaus der ganz besonderen Art, der am Freitagabend nach dem Schlusspfiff auf den Rängen des TSV-Geländes erklang. Er war nicht euphorisch, wie man ihn nach einem deutlichen 5:1-Heimsieg erwarten könnte. Er kam leicht verzögert und es schwang ein Hauch von Bewunderung mit wie nach einem beeindruckenden Theaterstück – als ob die rund 100 Zuschauer ein Gespür dafür besäßen, dass sie einer besonderen Begegnung einer immer weiter reifenden Mannschaft beigewohnt hatten. Ähnlich schätzte auch Heimerdingens Coach Daniel Riffert den Auftritt seiner Elf ein: „Es war ein hartes Stück Arbeit vor allem gegen den Ball. Aber ich hatte nie den Eindruck, dass die Mannschaft auseinanderbrechen könnte“, erklärte er.

 

Dabei lief die Begegnung zu Beginn ganz nach dem Geschmack der Gastgeber: Nach einem Eckball bekam die SV-Defensive den Ball nicht geklärt, im zweiten Versuch konnte der aufgerückte Innenverteidiger Sebastian Bortel am langen Pfosten aus kurzer Distanz zum 1:0 einnicken (3.). Robin Reichardt hätte kurz darauf auf 2:0 erhöhen können, doch seine Volleyabnahme aus zehn Metern strich knapp über den Winkel. Die Gäste zeigten sich nicht geschockt, sondern kamen mit ihrem schnellen Umschaltspiel vor allem über die linke Seite immer wieder vor das TSV-Gehäuse. „Da waren sie sehr agil und haben einige Bälle gut erobert“, räumte TSV-Coach Riffert ein. Allerdings geriet der letzte Pass der Gäste häufig zu unpräzise. In der 11. Minute musste Heimerdingens Schlussmann Lukas Emmrich in höchster Not gegen einen Schuss von Mario Mutic aus zehn Metern retten, nachdem Gabriel Fota sich bei einem langen Ball verschätzt hatte.

Ab Mitte der ersten Halbzeit wurden die Umschaltsituationen von Breuningsweiler seltener, weil die TSV-Reihen kompakter standen. Eine höhere Halbzeitführung verpassten die Heimerdinger aber, weil Haris Gudzevic in der 43. Minute mit einem an ihm selbst verursachten Foulelfmeter an Breuningsweilers Schlussmann Philipp Bauer scheiterte. Und vielleicht hätte die Partie eine anderen Wendung genommen, wenn Emmrich nicht wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff in der zweiten Hälfte eine Glanztat gegen einen SV-Akteur in einer 1:1-Situation gezeigt hätte.

Das 2:0 ist der Dosenöffner

So wurde ein Treffer mit Seltenheitswert zum Dosenöffner für den TSV: Gudzevic verwandelte in der 53. Minute einen flach getretenen Eckball direkt zum 2:0, nachdem der Ball im Fünfmeterraum an Freund und Feind vorbeigestrichen war. „Ich habe so etwas schon in der ersten Halbzeit probiert, der SV-Keeper hat bei Ecken stets aufs Zentrum spekuliert“, meinte der Torschütze. Dieser Treffer zeigte Wirkung, Rudolf Buxmann aus kurzer Distanz (58.) und Pascal Dos Santos Coehlo mit einem Dropkick aus 22 Metern (60.) verpassten noch das 3:0.

Filip Milos macht per Doppelpack den Sack zu

Dafür sorgte Buxmann mit seinem fünften Saisontreffer in der 64. Minute, nachdem er nach einer Balleroberung am SV-Strafraum von Sturmpartner Gudzevic schön freigespielt worden war. Der 3:1-Gegentreffer durch Luca Jungbluth per Kopf am langen Pfosten (71.), bei dem die TSV-Defensive eine lange Flanke unterschätzt hatte, gab der Partie keine andere Richtung mehr – auch wenn Emmrich Glück hatte, als ein Heber aus 30 Metern nur an der Querlatte landete (76.). Der TSV zeigte defensiv eine reife Leistung und legte durch zwei Treffer des stark aufspielenden Mittelfeldakteurs Filip Milos (83., 86.) zum 5:1-Endstand nach.

Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung des TSV Heimerdingen, der bereits am Dienstag (15 Uhr) beim SV Schluchtern zu Gast ist, weitergeht. Nach neun Spieltagen hat sich der TSV bis auf einen Zähler an den Tabellenführer FSV Waiblingen herangepirscht, der im Spitzenspiel beim VfR Heilbronn nur zu einem 1:1 kam. TSV Heimerdingen: Emmrich, Pellegrino, Oniha, Bortel (84. Geppert), Fota, Reichardt, Dos Santos Coehlo, Milos (88. Chrivi), Stagel Alberto (63. Ulici), Gudzevic (70. Yumurtaoglu), Buxmann (75. Muratlar).

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