Fußball Lenken und Lernen bei den Stuttgarter Kickers

Von Christian Pavlic und Dominique Wehrle 

Der Schmidener bereitet sich in Degerloch auf neue Herausforderungen als Trainer vor. Beim SV Fellbach II sammelt Tim Milz Spielpraxis, während der TV Stetten das sportliche Jahr sehr unglücklich beendet.

Früher  als Profi  im Trikot des  SC Freiburg  gegen den FC Bayern München und   Thomas Müller (rechts) aktiv: Oliver Barth Foto: dpa
Früher als Profi im Trikot des SC Freiburg gegen den FC Bayern München und Thomas Müller (rechts) aktiv: Oliver Barth Foto: dpa

Degerloch/Fellbach - Der Abwehrspieler Oliver Barth ist seit jeher nicht nur für seine Kopfballstärke, sondern auch für seine Weitsicht bekannt – sowohl auf dem Fußballplatz als auch abseits des Spielfelds blickt der 37-Jährige über den Tellerrand und macht sich nicht nur über seine eigene Zukunft Gedanken. Der ehemalige Jugendspieler des TSV Schmiden und des VfB Stuttgart, der später auch für den SV Fellbach in der Verbandsliga kickte, schnürt zum Ende seiner aktiven Laufbahn noch einmal für die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers die Fußballschuhe. „Da ich von meiner früheren Zeit den Verein sehr gut kenne, ging die Eingewöhnung sehr schnell“, sagt Oliver Barth, der bereits von 2001 bis 2005 in Degerloch spielte. „Zudem sind noch einige Angestellte aus meiner ersten Zeit im Verein tätig.“ Der ehemalige Erstliga-Profi (57 Spiele für den SC Freiburg, zwei Tore) nutzt die Gelegenheit, um sich bei den „Blauen“ für die Jahre nach der Karriere zu rüsten. „Ich suchte einen Übergang aus dem Profifußball in eine Trainertätigkeit“, sagt Oliver Barth, der bei der Oberliga-Mannschaft die Rückennummer 14 trägt. „Als Führungsspieler der U23 sowie mit der regelmäßigen Einbindung in den Trainerbereich möchte ich mich für meinen anstehenden A-Lizenz-Lehrgang weiterentwickeln.“ Seine – nicht nur fußballerischen – Wurzeln vergisst der 1,87 Meter große Verteidiger dabei keineswegs. „Meine Eltern wohnen noch in Schmiden und mein Freundeskreis ist dort stark verwurzelt“, sagt Oliver Barth, selbst in Eybach, einem Stadtteil von Geislingen an der Steige, zu Hause und ergänzt: „Nicht nur aus diesem Grund bin ich mit meiner Familie regelmäßig zu Besuch in der alten Heimat.“

Der SV Fellbach II verliert erstmals trotz zweier Treffer

Zweimal hatte Tim Milz in dieser Saison Benjamin Kögel, den etatmäßigen Schlussmann der zweiten Fellbacher Mannschaft, bereits vertreten. Zweimal durfte er mit dem SVF-Team dabei Siege feiern – auch weil er nur zweimal bezwungen wurde. Gegen den FC Oberrot gewannen die Bezirksliga-Fußballer mit 2:0, beim SC Korb mit 4:2. Am Sonntag stand Tim Milz in der Partie beim VfL Winterbach erneut zwischen den Pfosten. Einerseits weil Benjamin Kögel mit Hüftproblemen angeschlagen war, andererseits fehlt der 26-Jährige voraussichtlich berufsbedingt im letzten Spiel der Hinrunde am Freitagabend gegen den Tabellenführer SV Breuningsweiler. Dementsprechend wollte der Trainer Theo Fringelis seinem 19-jährigen Schlussmann frühzeitig Spielpraxis verschaffen. „Er hat ordentlich gespielt“, sagte Theo Fringelis. Allzu häufig war Tim Milz jedoch nicht gefordert. Zu verhalten waren die Angriffsbemühungen der Gastgeber, die nach einem Eigentor von Bülent Güner und zwei erfolgreich abgeschlossenen Kontern dennoch mit 3:2 gewannen – und damit die erfolgreiche Bilanz des Torwarts beendeten.

Ein „Nackenschlag“ kurz vor dem Ende

Viel unglücklicher als für den TV Stetten kann das Fußballjahr kaum enden. Im letzten Auftritt vor der Winterpause führte das Kreisliga-A-Team am Sonntag nach zwei Toren des mitspielenden Trainers Philipp Lang gegen den SC Urbach mit 2:1. Zwar mussten die Gastgeber 15 Minuten vor dem Ende den Ausgleich hinnehmen, dennoch waren sie kurz davor, ihre Negativserie von zuvor vier Niederlagen in Folge zu beenden. Was dann passierte, bezeichnet Philipp Lang als „tiefen Nackenschlag“. Michael Bürkle eroberte den Ball in der eigenen Hälfte und wollte einen Rückpass zum Torwart Daniel Pereira spielen. Allerdings traf er dabei seinen Bruder und Innenverteidiger Steffen Bürkle am Knie. Von dort sprang der Ball zum Urbacher Angreifer Bekia Touray, der das 3:2 erzielte. Anspiel. Abpfiff. Niederlage. „Wir werden bis Mitte Januar nicht mehr trainieren, damit alle Abstand gewinnen“, sagt Philipp Lang, der das Team gemeinsam mit Nico Hinderer anleitet. Am 19. Februar wollen die Stettener Fußballer dann beim Tabellenletzten ASGI Schorndorf wieder punkten.