Fußball Mutters Rostbraten ist der beste

Von Patrick Brun 

Der Ex-Profi Oliver Barth aus Schmiden, einst als junger Defensivspezialist mit dem SV Fellbach in der Verbandsliga gefordert, muss den Abschied beim Zweitligisten in Fürth verdauen.

Nachdenklicher Blick: Oliver Barth, 39,   ist nicht mehr Assistenztrainer beim Fußball-Zweitligisten SpvGG Greuther Fürth. Foto: dpa
Nachdenklicher Blick: Oliver Barth, 39, ist nicht mehr Assistenztrainer beim Fußball-Zweitligisten SpvGG Greuther Fürth. Foto: dpa

Schmiden - Egal, wo sich Oliver Barth während seiner Fußball-Karriere befand, eines führte ihn immer wieder in seine Heimat nach Schmiden: der Rostbraten aus Mutters Küche. Einen solchen könnte der frühere Innenverteidiger wohl auch aktuell gut gebrauchen. Am vergangenen Montag endete sein Engagement als Assistenztrainer beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. Nach dem 0:6 beim SC Paderborn entließen die Verantwortlichen um Manager Rachid Azzouzi den Cheftrainer Damir Buric. Und mit dem Kroaten musste auch Oliver Barth gehen. Das Ende in Fürth war bereits absehbar, Oliver Barth hatte seine Familie schon darauf vorbereitet. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Fußball-Kosmos konnte ihn diese Entscheidung nicht mehr überraschen.

Über die Stuttgarter Kickers und Fortuna Düsseldorf kam der Hüne zum SC Freiburg

Begonnen hatte diese Karriere einst beim TSV Schmiden, den der heute 39-Jährige alsbald in Richtung Jugend des VfB Stuttgart verließ. Den nächsten Schritt ging Oliver Barth dann beim SV Fellbach, als er gemeinsam mit Mitspielern wie Stefan Hübner aus der A-Jugend zu den Männern aufstieg. „Für ihn war das damals mit der größte Schritt, aber im zweiten und dritten Verbandsliga-Jahr ging er absolut durch die Decke“, erinnert sich Stefan Hübner, der heute als Geschäftsführer der Weinmanufaktur Untertürkheim arbeitet. Über die Stuttgarter Kickers und Fortuna Düsseldorf kam der Hüne zum SC Freiburg, bei dem er in der Hoch-Zeit seiner Karriere 57 Spiele in der Bundesliga absolvierte. „Er war ein sehr robuster und kopfballstarker Spieler, zudem mit guter Spielübersicht und guter Technik ausgestattet“, sagt Stefan Hübner und zählt dabei die Stärken seines früheren Teamgefährten auf.

Die erste Bewährungsprobe als Trainer fand auf der anderen Seite des Kappelbergs statt

Nach weiteren vier Jahren beim VfR Aalen beendete Oliver Barth seine Karriere in der zweiten Vertretung der Stuttgarter Kickers, nebenbei arbeitete er an seinem Trainerschein. Der Kontakt zu seinen früheren Mitspielern beim SVF riss nie gänzlich ab, ab und an konnte man Oliver Barth auch auf dem Fellbacher Herbst erblicken.

Die erste Bewährungsprobe als Trainer fand auf der anderen Seite des Kappelbergs statt. Andreas Hinkel holte seinen früheren Mitspieler aus Freiburger Zeiten als Assistenten zur zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart. Von dort folgte Oliver Barth dem Ruf von Damir Buric, der ihn nach Fürth lotste. Nach knapp sieben Monaten ist nun auch dieses Kapitel im schnelllebigen Fußball-Geschäft schon wieder Geschichte.

Betrachtet man die bisherigen Stationen in Oliver Barths Vita, folgt auf jedes etwas weiter entfernte Engagement eines in der näheren Umgebung. Der logische nächste Schritt wäre also eine Beschäftigung nahe an der Schmidener Heimat. Nahe am Rostbraten aus Mutters Küche.