Fußball-Verbandsliga SV Fellbach: Hellwach, beweglich, temporeich

Von Maximilian Hamm 

Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach setzen sich am Samstag in ihrem ersten Spiel mit Ioannis Tsapakidis als Cheftrainer gegen die Gäste des VfB Friedrichshafen mit 3:0 durch.

Firat Kaya (links) und Tamas Herbaly (rechts) bejubeln ihre Treffer für den  SVF. Foto: Maximilian Hamm
Firat Kaya (links) und Tamas Herbaly (rechts) bejubeln ihre Treffer für den SVF. Foto: Maximilian Hamm

Fellbach - Nach dem 3:0-Sieg gegen den Aufsteiger VfB Friedrichshafen sind die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach gemeinsam zu Giuseppe Greco gelaufen. Der Kapitän Koray Yildiz hat ihn umarmt, Claudio Paterno hat ihn umarmt, und auch Timo Marx hat seine Nähe gesucht. Das ist nicht ungewöhnlich nach einem Erfolg der Mannschaft, und doch war dies am Samstagnachmittag eine außergewöhnliche Aktion. Denn Giuseppe Greco stand nicht am gewohnten Platz, sondern hinter der anderen Seitenlinie im Max-Graser-Stadion, fernab der Tribüne. Als Zuschauer, nicht als Trainer. Nachdem die Abteilungsverantwortlichen sich Anfang der vergangenen Woche von ihm getrennt hatten, übernahm dessen Assistent Ioannis Tsapakidis die Rolle des Cheftrainers. Der 43-Jährige, seit März dieses Jahres auch Sportlicher Leiter, war einer der Ersten bei Giuseppe Greco. „Das war mit den Spielern abgemacht, wir wollten uns bei ihm bedanken. Er hat es sich verdient“, sagte Ioannis Tsapakidis. Diese Geste war auch ein Zeichen, dass die Beziehung der Mannschaft zu ihrem ehemaligen Trainer intakt gewesen war.

Firat Kaya erzielt vor der Pause das Fellbacher Führungstor

In der Begegnung mit den Gästen des VfB Friedrichshafen sahen die 210 Zuschauer in der ersten Spielhälfte keine bedeutende Veränderung im Vergleich zu den Auftritten des Heimteams zuletzt. Der Kapitän Koray Yildiz und seine Mitspieler waren spielbestimmend, sie hielten den Ball in ihren Reihen, ohne jedoch torgefährlich zu sein. Das war auch in den vergangenen Spielen so gewesen, als der Ballbesitz zwar die Abwehrreihe entlastet hat, die Angreifer jedoch nur selten eingebunden waren. Am Samstag zum Beispiel als Nikola Jelic sich an der rechten Seitenlinie durchgekämpft hatte, der Ball aber im Zentrum keinen Abnehmer fand. Oder als der umtriebige Claudio Paterno eine ähnliche Aktion auf der linken Außenbahn hatte. Nur wenige Male musste Philipp Gutsche im SVF-Gehäuse eingreifen, zu harmlos agierten die Gäste. Kurz vor der Halbzeit sprang dann doch etwas Zählbares heraus bei den Angriffsbemühungen der Gastgeber: Firat Kaya markierte den Treffer zur 1:0-Führung (40.) – es war sein erstes Tor im Trikot des SV Fellbach. Wenig später hätten Tamas Herbaly oder Timo Marx erhöhen können, doch sie scheiterten knapp.

Dem SV Fellbach gelingt der dritte Sieg im elften Saisonspiel

Auch für Ioannis Tsapakidis war seine Rolle als Cheftrainer am Samstag ungewohnt. Er saß zunächst ruhig auf der Bank, verfolgte das Geschehen und machte sich Notizen. Mit kurzen, prägnanten Aussagen meldete er sich nur ab und an zu Wort. „Bewegung, Bewegung“, war dann zu hören. Oder „Tempo, Tempo“. Oder auch „Wach sein, wach sein“. Er wiederholte diese Ansagen immer, wohl um ihnen Nachdruck zu verleihen. Die Spieler folgten ihm. Auch nach der Pause waren sie ständig in Bewegung, hielten das Tempo hoch und waren auch dann hellwach, als der Verbund des VfB Friedrichshafen zu einigen Torchancen kam. Und nach dem Treffer von Tamas Herbaly zum 2:0 (55.) ließen sie nicht nach, sie glaubten an ihre Stärke und an den möglichen Sieg. Das war in den vergangenen Wochen vielleicht nicht immer so gewesen.

Als dann der eingewechselte Leon Braun bei seinem ersten Einsatz für den SV Fellbach in der 84. Spielminute ganz überlegt das dritte Tor für seine Mannschaft erzielte, war die Freude groß bei den Gastgebern. Zwar hatten sie erneut zahlreiche Chancen vergeben, doch diesmal setzten sie sich letztlich durch. „Wir haben Dominanz gezeigt. Unser Team ist intakt“, sagte Ioannis Tsapakidis, der sichtlich erleichtert war nach dem dritten Saisonsieg im elften Spiel. Über den Erfolg der Mannschaft hat sich auch Giuseppe Greco gefreut – in der ungewohnten Rolle des Zuschauers. SV Fellbach: Gutsche – Jäkel (75. Njie), Marx, Müller, Jelic, Yildiz, Parharidis, Ferati (65. Braun), Paterno (80. Guedes Ribeiro), Herbaly, Kaya (59. Sessa).

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fussball-verbandsliga-sv-fellbach-neubeginn-am-elften-spieltag.66d8f00f-1752-4805-8144-5d4e02f74f1e._amp.html

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fussball-verbandsliga-ioannis-tsapakidis-klare-ansagen-mehr-aufgaben.706f2c0a-9b68-4a5a-842a-f4f3fae0a4f2.html




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