Fußball-Verbandsliga: SV Fellbach Titel-Matchball in 96. Minute
Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach behalten die Ruhe und gewinnen durch einen späten Treffer von Sebastian Gleißner mit 2:1. Jetzt fehlt noch ein Schritt zur Krönung der Saison.
Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach behalten die Ruhe und gewinnen durch einen späten Treffer von Sebastian Gleißner mit 2:1. Jetzt fehlt noch ein Schritt zur Krönung der Saison.
Niklas Pollex auf Niklas Koroll und dieser auf Sebastian Gleißner – und unmittelbar danach war das Spielfeld des Rafi-Stadions im oberschwäbischen Berg besiedelt mit den Ersatzspielern, dem Trainerteam, Betreuern und Fans des SV Fellbach. Gleißner hatte den Ball mit seinem linken Fuß ins Tor des TSV Berg gehämmert.
Das Ganze in der sechsten Minute der Nachspielzeit, das Ganze zum 2:1-Endstand und das Ganze zur weiteren Verbandsliga-Tabellenführung der Kappelberg-Kicker. Die Schiedsrichterin Daniela Kottmann pfiff zwar noch mal an, aber kurz danach dann endgültig ab. Heißt: Gleißners Tor bedeutet den finalen Matchball auf dem Weg zur Meisterschaft. Am kommenden Samstag im Heimspiel (15.30 Uhr) gegen den SSV Ehingen-Süd haben es die SVF-Akteure nun selbst in der Hand, die finanziell turbulente Saison sportlich zu krönen.
„Es war der schönste Sieg der Saison“, sagt Fellbachs Coach Mario Marinic, selbst am Tag nach dem Last-Minute-Erfolg noch emotionsgeladen. Wenn auch letztlich glücklich, aber aus seiner Sicht nicht nur aufgrund der gezeigten Leistungen, sondern auch ob all der jüngsten Umstände abseits des Platzes hoch verdient. „Die Mannschaft hat einmal mehr Charakter und Eier gezeigt“, schwärmt der Trainer. Speziell, als sein Team durch den Treffer des Ex-Regionalligaspielers Hannes Pöschl aus der 32. Minute zur Pause mit 0:1 zurücklag. Mehr noch, der Druck war zusätzlich erhöht. Denn das Ergebnis des Titel-Konkurrenten Calcio Leinfelden-Echterdingen gegen Türkspor Neckarsulm war allen Beteiligten bekannt. Dieser führte mit 2:0 (Endstand 5:0), hatte damit die Tabellenspitze übernommen. Doch von Hektik und Nervosität war bei den Fellbachern nichts zu spüren. Laut Marinic „sensationell“, wie seine Spieler die Ruhe bewahrt und im zweiten Abschnitt einen Angriff nach dem anderen auf das Berger Tor gefahren hätten. Und dies, obwohl die Hausherren auf eine Fünfer-Abwehrkette umstellten, hinten dicht machen und nur noch das Resultat verteidigen wollten.
Die Gastgeberrechnung ging bis zur 60. Minute auf, dann folgte ein weiter Abschlag von Gäste-Schlussmann Alexander Michalik, der den einschussbereiten Ali Ferati fand. Dieser wurde von Bergs Schlussmann Andre Port einfach abgeräumt. Fellbachs Kapitän Leon Braun übernahm Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Fortan drängten die Gäste auf den Sieg, bis eben Gleißner mit seinem vierten Saisontreffer das späte entscheidende Tor gelang. Der Titel-Matchball wurde in der Kabine lang und ausgiebig gefeiert – die „Fellbacher Reisegruppe“ traf mit dem Bus am Samstagabend erst gegen 22 Uhr am Max-Graser Stadion ein.
Nun stehe die Tür zum Titel weit offen, man müsse nur noch eintreten, so Marinic. Voraussetzung ist ein Abschlusssieg im Heimspiel gegen den SSV Ehingen-Süd, für den es lediglich noch um die goldene Ananas geht. „Die Woche über werden wir konzentriert trainieren und alles auf Samstag fokussieren, um unseren gemeinsamen Traum von der Verbandsliga-Meisterschaft zu verwirklichen“, sagt Marinic.
SV Fellbach: Michalik, Dreher, Müller, Braun, Glaser (75. Milenkovic), Koroll (90. + 4 Miller), Gleißner, Binner, Ferati (70. Pollex), Scarcelli (81. Arslan), Domic.