Nun Hilfe aus der Oberliga?
Der Punkt, der die Freude trübt: An einem hat der Auswärtscoup nichts geändert, nämlich daran, dass für ein Happy End externe Hilfe nötig ist. Im Klassement stehen die Echterdinger einen Rundenspieltag vor Schluss nach wie vor auf dem Fragezeichenplatz zwölf. Ein Rang, von dem sie allein aus eigener Kraft nicht mehr wegkommen werden – und bei dem ebenso nach wie vor offen ist, was er eigentlich bedeuten wird. Dies hängt vom Geschehen eine Etage höher, in der Oberliga, ab (siehe Übersicht unten: „Die beiden möglichen Abstiegsfälle“). Kommt der Endspurt mit nun sechs Zählern aus den beiden vergangenen Spielen also vielleicht zu spät? „Es ist natürlich ungut, dass wir auf andere angewiesen sind“, sagt Rizzo, einerseits. Andererseits: Wer, wie gesagt, hätte bis vor Kurzem überhaupt noch an eine realistische Chance geglaubt? Superoptimisten einmal ausgeklammert.
Tatsächlich ist es nun so, dass sich für den kommenden Samstag ein Dreikampf mit Rechenschieber ergibt. Drei Teams im Wettstreit für beziehungsweise gegen die relevanten Plätze zehn (definitiver Klassenverbleib), elf (Klassenverbleib oder Relegation) und zwölf (Relegation oder Direktabstieg). Während die Echterdinger (36 Punkte, minus 18 Tore) selbst zuhause auf die TSG Tübingen treffen, heißen ihre Fernrivalen TSV Berg (39 Punkte, minus 14 Tore, in Oberensingen) und VfL Pfullingen (36 Punkte, minus acht Tore, beim Schlusslicht Weiler).
Rizzo: „Alle hauen sich voll rein“
Einstweilen erklärt sich Rizzo den eigenen Formaufschwung mit einer inzwischen wieder verbesserten Personalsituation. „Wir haben wieder mehr Leute an Bord – und alle hauen sich voll rein“, konstatiert er. Keiner wolle sich jetzt „einfach wegnehmen lassen, was er sich voriges Jahr erarbeitet hat“. Mit entsprechender Entschlossenheit traten die Echterdinger auf. Giftig in den Zweikämpfen, konzentriert in der Verteidigung, kühl im Torabschluss – so hielten sie dem Druck des Gewinnenmüssens stand. Wobei man sich dann zugleich aber auch ein bisschen über die Auftrittsweise des Gegners wundern durfte. Das sollte die Mannschaft sein, die zuletzt ihrerseits als Ligateam der Stunde sechs Spiele in Serie gewonnen hatte? Dazu eine Mannschaft, für die es ja selbst, wenngleich nur vage, auch noch um etwas ging? Stichwort Rang drei, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigen würde, falls der finanziell angeschlagene Spitzenreiter SV Fellbach auf eine Oberliga-Lizenz verzichten sollte.
Früher Echterdinger Doppelschlag
Doch wer an diesem Nachmittag auf dem Rasen den Taktstab in der Hand halten würde, war dann frühzeitig klar. Nach einem Doppelschlag von Max Bey und Florian Dölker lag Rizzos Elf schon nach sieben Minuten 2:0 vorn. Der eine traf satt in den Torwinkel, der andere mittels Lupfer über den gegnerischen Keeper. Nach der Pause erhöhten der eingewechselte Anes Handanagic und Michael Deutsche zur exakten Hinspielrevanche. Damals, im November, hatten die Echterdinger auf eigenem Platz mit dem gleichen Ergebnis verloren.
Nun ragten die starke Abwehrzentrale mit Marvin Kuhn und Stefan Todorovic sowie der zweifache Torvorlagengeber Deniz Bulut heraus – Letzterer als einer der Spieler, deren Zusage für die nächste Saison noch fehlt. Da schließt sich dann die Geschichte zum Thema Klassenverbleib. Sollte jener doch noch gelingen, ist Rizzo überzeugt, machte das auch bei der Kaderplanung einiges einfacher. Bis dahin gilt: Echterdinger Nervenkitzel, nächster Teil.
Echterdinger „Spieler des Spiels“
Deniz Bulut. Stark im Spiel gegen den Ball, dazu zwei Torvorlagen – der Mittelfeldmann hatte entscheidenden Anteil am Auswärtscoup. (Nominierungen: 1)
Spfr. Dorfmerkingen: Zech – Schimmele, Gunst, Schindele, Eiselt – Schwarzer (61. Schmidt), Feil, Gallego Vazquez (77. Bihr) – Mutlu (61. Schneider), Ehrmann (46. Nietzer), Jablonski (77. Walter).
TV Echterdingen: Becker – Heinrich (81. Müller), Todorovic, Kuhn, Miller – Dölker (62. Vran), Bulut, Bey, Pirracchio (87. Inthasane) – Deutsche (77. Wörne) – Celiktas (49. Handanagic).
Die beiden möglichen Abstiegsfälle
Vier Direktabsteiger
Eben vier Absteiger stehen seit diesem Wochenende bereits fest – nach dem FV Rot-Weiß Weiler und dem FV Biberach nun auch der GSV Maichingen und die Sport-Union Neckarsulm. Ob es bei der Zahl vier bleibt, hängt vom weiteren Geschehen in der Oberliga ab. Dafür müsste einer dieser beiden Punkte eintreten: a) Nach dem letzten Spieltag am nächsten Samstag belegt in der Oberliga einer der drei württembergischen Vertreter FSV 08 Bietigheim-Bissingen, FC Holzhausen oder SSV Reutlingen den aufgrund des Mutschelbach-Rückzugs dort inzwischen rettenden 14. Tabellenplatz. Oder b): Der baden-württembergische Oberliga-Zweite (momentan SG Sonnenhof Großaspach) steigt über die Aufstiegsspiele in die Regionalliga auf – was allerdings erst zehn Tage nach Ligarundenende entschieden sein wird, am 11. Juni. Entsprechend würde der momentan vom TV Echterdingen belegte zwölfte Platz den Gang in die Abstiegsrelegation bedeuten. Deren Termin: Samstag, 15. Juni.
Fünf Direktabsteiger
Einen fünften Direktabsteiger gibt es dann, wenn in der Oberliga zwei Dinge passieren: a) Der badische Starter FC Denzlingen beendet die Saison als Tabellenvierzehnter. Und zudem b): Der baden-württembergische Oberliga-Zweite scheitert in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga. Entsprechend würde der aktuell vom TV Echterdingen belegte zwölfte Platz den Abstieg bedeuten und der Tabellenelfte in der Relegation um den Klassenverbleib spielen (momentan VfL Pfullingen).