Fußballbezirk Stuttgart Der Super-Pokalfinaltag in Musberg
Fünf Endspiele am Stück – bei Männern, Frauen und Junioren werden am Donnerstag die Cupsieger gekürt. Am Ende will der Gastgeber TSV Musberg selber feiern. Die wichtigsten Eckdaten.
Fünf Endspiele am Stück – bei Männern, Frauen und Junioren werden am Donnerstag die Cupsieger gekürt. Am Ende will der Gastgeber TSV Musberg selber feiern. Die wichtigsten Eckdaten.
Vom veranstaltenden Fußballbezirk Stuttgart lautet der Werbeslogan: „Das ist der Gipfel!“ Beim Ausrichter TSV Musberg spricht man derweil von einer „organisatorischen Mammutaufgabe“ und dem „Highlight der Saison“. Sie alle schauen nun mit Spannung auf diesen Donnerstag, Christi Himmelfahrt, wenn am Turnerweg heuer der Super-Pokalfinaltag steigt. Männer, Frauen, Junioren – in gleich fünf Endspielen werden die Cupsieger 2023 ermittelt. Und das zusätzlich Beste für die Gastgeber: Ihr eigenes Paradeteam hat sein „Finale dahoam“. Die Musberger sind selbst auf dem Rasen dabei.
Vielleicht geht es ja wie in der Theaterbranche: Dort gilt eine schlechte Generalprobe als gutes Omen. Und schlechter hätte es für den TSV Musberg im Vorfeld wahrlich nicht laufen können. Mit einem Liga-1:6 gegen Croatia Stuttgart leistete sich die Mannschaft des Trainers Valentin Haug am Sonntag ihre höchste Saisonniederlage. Einhelliger Tenor hinterher: eine Einstellungsfrage. Im Kopf seien die Beteiligten wohl bereits wo ganz anders gewesen. Wo genau? Klar, Donnerstag, 18.30 Uhr, das Pokalfinale – diesem Spiel fiebern im Verein seit Wochen alle entgegen. Und keinerlei Zweifel hegt Haug daran, dass „man da von uns wieder eine ganz andere Vorstellung sehen wird“.
Zu was das dann reicht, bleibt abzuwarten. Vom Papier her ist der Gegner, der SC Stammheim, der Favorit. Während die Musberger insgesamt eine eher mittelprächtige Runde spielen, haben die Nord-Stuttgarter Gäste seit Monaten einen Lauf. Seit Mitte November sind sie in 14 Pflichtspielen ungeschlagen (zehn Siege, vier Remis). Eine Serie, die auch durch zwischenzeitliche interne Turbulenzen keinen Schaden nahm. Nach dem Rücktritt des Trainers Andreas Eschenbach vor vier Wochen ging es unter dem Nachfolger Erhan Atici unverändert erfolgreich weiter.
Letzterer war eigentlich erst einmal nur als Interimslösung bis zum Saisonende vorgesehen. Nun könnte ein Pokalgewinn ein weiteres Argument für eine längerfristige Zusammenarbeit sein. „Die Tendenz geht mittlerweile dahin, dass ich über den Sommer hinaus bleibe“, sagt Atici, der mit seinem Aufgebot zuvor wohl noch vor einem weiteren Höhepunkt steht. Als Bezirksliga-Zweiter steuern die Stammheimer auf Kurs Aufstiegsrelegation.
Aktuell erwartet Atici „einen leidenschaftlichen Fight“ der Musberger Gastgeber. Während es für sein eigenes Team der nächste Cup-Triumph nach 2019 wäre (damals 4:0 gegen den TV Zazenhausen), handelte es sich für den Gegenüber Haug und die Seinen um eine Premiere. Bezirkspokalsieger TSV Musberg? Gab es noch nie. Vor Jahresfrist stand der Filderclub zum überhaupt ersten Mal im Endspiel – und unterlag der Sportvg Feuerbach mit 0:3. Nun also Versuch Nummer zwei, wobei beide Seiten davon ausgehen, ihre Bestbesetzung aufbieten zu können. Allein hinter dem Musberger Routinier Dominik Mayer (Knieprobleme) steht noch ein Fragezeichen.
Ein schnelles Wiedersehen wird es dann übrigens schon am Sonntag geben. Kurioser Zufall des Spielplans: Dann treffen beide Teams gleich erneut aufeinander, diesmal in Stammheim zum Kampf um Ligapunkte.
Zum vierten Mal nacheinander Sportvg Feuerbach? Fakt ist: Der Seriengewinner hat auch diesmal wieder das Endspiel erreicht, und er ist auch erneut der Favorit, ist der Gegner SGM Heumaden/Sillenbuch II doch ansonsten eine Spielklasse tiefer unterwegs. Regionenligist trifft auf Bezirksligist. Insgesamt sind die Pokalspezialistinnen aus dem Stuttgarter Norden sogar schon zum 16. Mal im Finale dabei. An einem ändert dies laut dem Trainer Holger Blank jedoch nichts: „Der Reiz ist groß.“ Zumal im Meisterschaftswettbewerb die Luft für die Seinen bereits draußen ist. Dort rangieren sie als Vierter im tabellarischen Niemandsland.
Umzugehen gilt es aus Blanks Sicht nun mit der ungewohnten Situation. „Es ist zwar eine Phrase, aber die stimmt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, sagt er. Es mache halt einen Unterschied „für die Mädels, wenn sie sonst vor 20 Zuschauern spielen und nun auf einmal vor mehreren Hundert“. Beim Gegner ist man allemal gewillt, eine Überraschung zu schaffen. „Wir sind stolz auf das schon Erreichte. Jetzt schauen wir, was mit viel Einsatz und vielleicht etwas Glück möglich ist“, sagt dessen Fußballchef Ludwig Müller. Fehlen wird dabei in seinem Team die Mittelfeldantreiberin Annika Blase (Kreuzbandriss). Demgegenüber ist bei den Feuerbacher Frauen die zuletzt angeschlagene Torjägerin Katharina Gursch wieder fit.
Den Auftakt machen die Endspiele im Nachwuchsbereich. C-Junioren, 9.30 Uhr: MTV Stuttgart II – Sportvg Feuerbach. B-Junioren, 11.30 Uhr: SG Weilimdorf – SV Sillenbuch. A-Junioren, 13.30 Uhr: Sportvg Feuerbach – SG Weilimdorf.
Eigentlich wollte der TSV Musberg bereits vor zwei Jahren als Ausrichter an der Reihe sein, zum damals 125-jährigen Bestehen des Vereins. Dann kam Corona. Dann kam ein Baustellen-Ärgernis – die neue Halle auf dem eigenen Sportgelände samt Umkleidekabinen wurde erst viel später fertig als gedacht. Nun aber ist die „Vorfreude groß“, wie der Fußballchef Michael Hilbert sagt – trotz „der organisatorischen Mammutaufgabe“. Vor, während und nach dem Pokaltag haben die Musberger rund 200 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, aus allen Abteilungen. Für Speis und Trank ist selbstredend gesorgt.
Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Festplatz beim Stadion sowie im Ortszentrum bei Edeka und den Firmen Hachtel und Antalis. Bei der letztjährigen Finalauflage in Plattenhardt waren es über den gesamten Tag verteilt rund 2000 Zuschauer. Mit ähnlichen Zahlen rechnet man auch in Musberg. Und das wäre dann in der Tat ein Gipfel im bisherigen Wirken des Vereins.