G-Inno Geislingen: Raum für Start ups Gründerzentrum ist eröffnet

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Junge Gründer und Start ups sollen sich vernetzen und von arrivierten Unternehmern lernen: Das Geislinger Innovationszentrum bietet dafür die Plattform.

Raum für Begegnung und Austausch bietet Daniel Hammer in Geislingen. Foto: Horst Rudel
Raum für Begegnung und Austausch bietet Daniel Hammer in Geislingen. Foto: Horst Rudel

Geislingen - Üppiges Blattwerk wuchert an der Wand entlang, und auch an der Decke grünt es rund um den Beamer auffällig dynamisch. „Unser Seminarraum soll die Nutzer so überraschen, dass sie auch anderen davon erzählen“, erklärt Daniel Hammer die ungewohnte Dekoration in einem der Räume des neuen Geislinger Innovations- und Startup Centers. Der Geschäftsführer des G-Inno abgekürzten Zentrums, das seit März Studenten genauso wie Gründern in spe und Unternehmern offensteht, versteht sich als Gastgeber, Vermittler, Coach und Mentor. Hammer bereichert damit die im Kreis auf Wachstum ausgerichtete Gründerszene.

Aalglatte Erfolgsgeschichten findet er öde

Noch führt Daniel Hammer in den großzügigen und in lässigem Industriechic gestalteten Räumen hauptsächlich Einzelgespräche. Aber bald möchte der Geschäftsführer das G-Inno mit Leben füllen und für die Adresse in den Räumen werben, die im Gebäude der WMF-Betriebskrankenkasse in der Eberhardstraße 35 liegen. Beim Tag der offenen Tür im Juli habe das schon sehr gut funktioniert. Damals hatten jeweils um die 60 bis 70 Besucher die Vorträge von jungen und älteren Neugründern verfolgt.

Aalglatte Erfolgsgeschichten, die er in Talkshows und anderen medialen Formaten zuhauf erlebe, hat Hammer dabei weniger im Blick, sie böten kaum Lernwert. Viel sympathischer fände er es, wenn Unternehmer im G-Inno über Höhen und Tiefen auf dem Weg in die Selbständigkeit berichten würden. „Man muss als Gründer Zähigkeit beweisen und mit Rückschlägen klar kommen, wenn es zu Zahlungsausfällen kommt oder ein Auftrag floppt, bestätigt auch der Geschäftsführer der kreiseigenen Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft (WIF), Reiner Lohse die Herausforderungen.

Von Gin und Anglertaschen

Dass es nicht immer gradlinig und schnell vorangeht, weiß Hammer, der sich mit einem Stuttgarter Gin und Anglertaschen auf dem Markt zu behaupten gelernt hat. Außerdem kommen dazu seine Erfahrungen als Reiseleiter bei Porsche, eine Ausbildung zum Industriekaufmann und sein Studium in der Automobilwirtschaft, das er mit einem Master in Unternehmensführung abschloss.

Wer also auf einen Espresso oder ein Feierabendbier vorbeischauen möchte, ist bei Hammer an der richtigen Adresse. Er berichte über eigene Erfahrungen und noch lieber von den Angeboten des G-Innos rund ums Coaching, Mentoring und Vernetzen beispielsweise mit Programmierern oder Steuerberatern. Neben Arbeitsplätzen an Stehpulten und von Hammer selbst gezimmerten Massivholztischen, die in einem großen Raum, neudeutsch Coworkingspace genannt, vereint sind, lädt auch eine Küche zum gemeinsamen Kochen und Essen ein. Und wer besser beim Ausruhen Ideen entwickelt, könnte sich von der großzügigen Couchlandschaft angezogen fühlen.

Ein Förderverein samt Trägergesellschaft ist längst gegründet

„Einen Schreibtisch hat ja jeder, da muss man mehr bieten, damit sich die Leute hier treffen wollen“, sagt Hammer. Die Idee dazu ist gar nicht mehr so neu. Bereits vor einigen Jahren hatten sich hiesige Akteure wie der Rektor der Hochschule Nürtingen-Geislingen, Andreas Frey, der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer und der frühere Kreissparkassenchef Jürgen Hilse gemeinsam auf die Suche nach Mitstreitern gemacht, um die Aktivitäten rund ums Existenzgründen und Innovationenfördern zu bündeln und professionalisieren. Das Konzept für das G-Inno schrieb daraufhin das Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, und inzwischen stehen ein Förderverein und eine Trägergesellschaft hinter dem Zentrum, das allmählich an Kontur gewinnt.

Innovation findet an vielen Stellen im Kreis statt

Viel hochschulnaher Wissens- und Technologietransfer findet im Steinbeisinnovationszentrum Transferplattform Industrie 4.0 auf dem Göppinger Campus statt. Und die Gewerbliche Schule Göppingen betreibt ein Kompetenzzentrum Automatisierungstechnik/Mechatronik in der Lernfabrik 4.0.

Neben den Angeboten im Impuls- und Gründerzentrum Stauferpark Göppingen gibt es regelmäßig Gründertreffen, Gründerworkshops und Gründertage der IHK sowie Beratung durch die Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft des Kreises.




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