G7 für globale Mindeststeuer Ein Hauch von Revolution
Die Einigung der G7-Staaten auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent ist ein gewaltiger Schritt, aber noch nicht der endgültige Durchbruch, meint der StZ-Autor Matthias Schmidt.
Die Einigung der G7-Staaten auf einen globalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent ist ein gewaltiger Schritt, aber noch nicht der endgültige Durchbruch, meint der StZ-Autor Matthias Schmidt.
Stuttgart - Für eine Exportnation wie Deutschland ist zweimal Nachrechnen ratsam, wenn es um internationale Steuerregeln geht. Landen die Abgaben künftig zumindest teilweise in den Ländern, wo die Produkte verkauft werden, statt dort, wo der Hersteller sitzt, wird die Staatskasse nicht zwangsläufig voller. Bei dem, was die Finanzminister der G7 nun vorgelegt haben, sieht es aber nach einem Plus aus. Apple, Amazon und Co. werden mehr Geld hier lassen, als an Steuern deutscher Firmen ins Ausland abwandert. Die Regel soll nur für die größten und renditestärksten Akteure gelten, das trifft eher US-Digitalkonzerne als deutsche Maschinenbauer. Ein skeptischer Blick lohnt trotzdem, wenn die Details bald von den G20 und der OECD verhandelt werden.
Den Durchbruch im Rahmen der G7 und den Erfolg des deutschen Finanzministers Olaf Scholz schmälert das nicht. Die Kehrtwende der USA hat einen gewaltigen Schritt ermöglicht. Mit einer globalen Mindeststeuer von 15 Prozent würden die schlimmsten Steuerfluchtauswüchse unterbunden. Multinationale Konzern könnten sich der Verpflichtung gegenüber den Gemeinwesen, in denen sie ihr Geld machen, nicht mehr so leicht entziehen. Die Revolution, von der Scholz spricht, muss jedoch noch viele Hürden nehmen.