Zu Gast im Berliner Schloss Bellevue Florian Stupp aus Gärtringen diskutiert mit Bundespräsident Steinmeier

Florian Stupp erläutert seinen Blick auf die Dinge. Foto: Stefanie Schlecht

Florian Stupp aus Gärtringen war jüngst zu einem Diskussionsforum des Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue eingeladen. Warum ihn Frank-Walter Steinmeier beeindruckte.

Florian Stupp ist erst 19 Jahre alt und durfte bereits mehr Preise und Auszeichnungen entgegennehmen als die meisten doppelt so alten Menschen. In seiner Schulzeit nahm der Gärtringer regelmäßig an Wettbewerben wie „Jugend forscht“ und „Jugend debattiert“ teil und stellte die Konkurrenz mit seinen Präsentationen fast immer in den Schatten. Auf seine Erfolge bei „Jugend debattiert“ ist offenbar auch der Bundespräsident aufmerksam geworden.

 

Vor einigen Wochen erhielt Florian Stupp die Einladung zu einem Debattenforum im Schloss Bellevue. „Geglückt, aber nicht garantiert – Zustand und Zukunft unserer Demokratie nach 75 Jahren Grundgesetz“ lautete der Titel des Forums, zu dem neben Florian Stupp auch verschiedene Politiker, Journalisten, Wissenschaftler und Gemeindeoberhäupter eingeladen waren.

Forum für Wahlrecht ab 16

„Das Forum wurde in drei Debatten gegliedert“, schildert Florian Stupp. Die ersten beiden Debatten widmeten sich den Themen „Parteien öffnen, Parlamente stärken“ und „Zusammenhalt stärken durch Debatte.“ Bei der dritten Debatte, zu deren Rednern auch Stupp gehörte, ging es um das Thema „Mehr Demokratie durch ein Wahlalter 16 bei Bundestagswahlen“.

Das Wahlrecht ab 16 Jahren für Bundestagswahlen ist schon seit Jahren Gegenstand vieler politischer Diskussionen. Immer wieder erfährt die Idee Gegenwind. Umso überraschter zeigte sich Florian Stupp über das Ergebnis des Debattenforums. „Die Zustimmung war hier sehr stark“, berichtet er. „Fast alle waren der Meinung, dass das Wahlrecht ab 16 eine sinnvolle Sache ist.“

Reflektierte Art des Bundespräsidenten beeindruckt

Zu seinen Co-Rednern gehörten unter anderem Robert Vehrkamp (Senior Advisor der Bertelsmann Stiftung und Mitglied der Wahlrechtskommission), Luisa Neubauer (Klimaaktivistin und Autorin) sowie Christoph Ploß (CDU-MdB aus dem Wahlkreis Hamburg-Nord). „Wir haben sehr tief greifende Gespräche geführt“, so Florian Stupp. „Und wir waren uns sehr einig über die Maßnahmen, die für ein Wahlrecht ab 16 notwendig sind.“

Nervös war der Student angesichts der Aussicht auf ein Treffen mit dem Bundespräsidenten nicht. „Eher voller Vorfreude“, sagt er. „Wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, mit dem Bundespräsidenten in den Dialog zu treten?“ Frank-Walter Steinmeier habe ihn auch nicht enttäuscht. „Man hat gemerkt, dass der Wille da ist, an einem Strang zu ziehen“, erklärt Florian Stupp. „Und seine reflektierte Art ist schon etwas Besonderes.“

Nach dem Schulabschluss in der Jury von „Jugend debattiert“

Für den jungen Mann war die Teilnahme am Debattenforum ohne Frage eine außergewöhnliche Erfahrung. Vor allem angesichts der Relevanz des Themas. „Ich habe in der Schule und bei „Jugend debattiert“ die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche sehr wohl dazu in der Lage sind, zu reflektieren und sich eine politische Meinung zu bilden“, sagt er.

Die Politik könne seiner Meinung nach sogar einiges von „Jugend debattiert“ lernen. „Zum Beispiel, weniger starr an festgezurrten Grenzen festzuhalten und offener den Diskurs zu suchen.“

Eine Teilnahme bei „Jugend debattiert“ kommt für Florian Stupp nach seinem Schulabschluss nun zwar nicht mehr infrage. Dafür ist er inzwischen als Jury-Mitglied und Trainer im Alumni-Verein von „Jugend debattiert“ tätig. Und auch bei „Jugend forscht“ baut Florian Stupp momentan eine eigene Sparte auf, bei der es um die Kunst der richtigen Präsentation gehen soll. „Ich will nicht nur meine eigenen Erfahrungen weitergeben, sondern auch andere dazu motivieren, ihren Beitrag zu leisten.“

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