Gärtringer Ortsmitte Bald beginnen Bauarbeiten für neue Mehrzweckhalle
Die neue Halle in der Gärtringer Ortsmitte kann gebaut werden. Ein ungewöhnlicher Umstand hat vermieden, dass die Kosten steigen.
Die neue Halle in der Gärtringer Ortsmitte kann gebaut werden. Ein ungewöhnlicher Umstand hat vermieden, dass die Kosten steigen.
Lange wurde geplant, jetzt ist der Knopf dran. Die Gemeinde Gärtringen hat in ihrer jüngsten Gemeinderatssitzung den Baubeschluss für die neue Ludwig-Uhland-Halle gefasst. Das mit Außenanlagen 19,8 Millionen Euro teure Gebäude wird eine Mehrzweckhalle in vielerlei Hinsicht. Der Sportunterricht der Schule wird dort genauso problemlos möglich sein wie eine Theateraufführung oder ein Konzert.
Darüber hinaus soll die Halle das Herz- und das Schmuckstück der neuen Ortsmitte werden, was das Stuttgarter Planungsbüro namens Drei Architekten vor etliche Herausforderungen stellte. Denn weil die Halle direkt in der Ortsmitte liegt, musste das nächtliche Ruhebedürfnis der Anwohner berücksichtigt werden. Deswegen wird die Halle nicht nur besonders lärmgedämmt, auch die Anlieferung findet nicht mit laufenden Dieselmotoren im Freien statt, sondern ist eingehaust und in die Halle integriert.
Zwar steht die Halle bis jetzt nur auf dem Papier, zum Anfassen gab es in der jüngsten Sitzung trotzdem etwas. Die Architekten reichten Materialproben von Böden und Wandverkleidungen herum. Innen wie außen dominieren die Holztöne. Die Fassade ist mit Holzlamellen verkleidet, was nicht nur den Charme der ökologischen Bauweise hat, sondern auch den Vorteil besitzt, dass die Teile in der Fabrik vorproduziert werden können, was wiederum Kosten spart.
Im normalen Sportbetrieb schützt eine Prallwand die Bühne. Verborgen sind dann die Musikanlage und Teile der Technik. Hinter Holzlamellen geschützt sind auch die Scheinwerfer, die den Raum beleuchten. Eine große Glasfassade am Eingang soll dazu einladen, die Halle zu besuchen. Nach Osten hin ist die Halle geschlossen, damit kein Lärm nach außen dringt. Das Dach ist ein schlichtes Satteldach mit einem ziemlich stumpfen Winkel.
Auf dem Dach hat es Platz für die Photovoltaik-Anlage, die allerdings keinen Batteriespeicher hat. Darüber hatte man in den Gremien lange diskutiert, „wir sind aber zur Überzeugung gekommen, dass sich ein Batteriespeicher einfach nicht lohnt“, erläuterte der Gärtringer Bürgermeister Thomas Riesch. Denn Batterien sind reparaturanfällig und die Wartungskosten würden möglicherweise den Erlös aus dem Strom wieder aufzehren.
Im Vergleich zum ersten Entwurf der Architekten ist das Gebäude um drei Meter kleiner geworden, damit es sich besser in das Gelände einpasst, das an dieser Stelle leicht abschüssig ist. Eines ist aber gleich gleich geblieben: der Kostenvoranschlag von rund 19,8 Millionen Euro. Zwei gegenläufige Faktoren haben das ermöglich. Durch die Verkleinerung ist Geld und Material gespart worden – und durch die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Baupreise wurde diese Ersparnis wieder ausgeglichen.
„Wir haben also keine Kostensteigerung , sondern nur eine Kostenverschiebung“, konstatierte Thomas Riesch. Die Verwaltung ist auch hier optimistisch, dass sich beim Kostenrahmen keine Überraschungen ergeben, denn durch die inzwischen nachlassende Nachfrage ist der Preistrend beim Bau gestoppt. „Wir sehen keine Dunkelwolken bei den Baupreisen – aus Kundensicht“, sagte der Gärtringer Bürgermeister.
Mit dem jetzt erfolgten einstimmigen Beschluss ist der Ersatz für die alte Ludwig-Uhland-Halle gewährleistet. Sie war im März abgerissen worden, und die Fläche wurde seither teils als Parkplatz genutzt. „Man hat nicht viel gesehen, aber es ist viel passiert“, sagte der Gärtringer Bürgermeister angesichts der Planungen. Demnächst passiert noch viel mehr: Nächstes Jahr ist Baubeginn, die Halle soll Ende 2025 fertig werden.