„Game of Thrones“ beim Stuttgarter Frühlingsfest Kampf der Königinnen

Von Frank Rothfuss 

Es fühlt sich an wie bei „Game of Thrones“. Es gibt zwei Königinnen, wer ist die einzig wahre? Die Antwort gibt es nicht in Westeros, sondern auf dem Cannstatter Wasen, beim Frühlingsfest.

Die Vorbereitungen laufen zur Wahl der baden-württembergischen Bierkönigin. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Vorbereitungen laufen zur Wahl der baden-württembergischen Bierkönigin. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Eine Königin gibt es, nun kommt eine zweite hinzu, doch wer ist die einzig wahre? Wer nun glaubt, das beschreibt die Handlung der viel gerühmten Fernsehserie „Game of Thrones“, der irrt sich. Das Drama entfaltet sich nicht auf dem vom Buchautor George R. R. Martin ersonnenen Kontinent Westeros, sondern auf dem Cannstatter Wasen.

Dort lässt an diesem Sonntag um 17 Uhr der Baden-Württembergische Brauerbund im Göckelesmaier-Festzelt die baden-württembergische Bierkönigin wählen. Zehn Kandidatinnen treten an, und eine Jury um Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, und Entertainer Dodokay wählen die Bierkönigin.

Es gibt schon eine Bierkönigin

Nun gibt es aber schon eine Hoheit. Sie heißt Chiara Liz und trägt seit 2018 den Titel württembergische Bierkönigin. Neuerdings versehen mit dem Zusatz „Das Original!“ Nur echt mit Ausrufezeichen. Das zeigt, die Stuttgarter Brauerei Hofbräu ist pikiert. Sie lässt nämlich seit 2002 während des Volksfests die württembergische Bierkönigin wählen. Eine Idee war das vom Werbeprofi Michael Stümpflen. „Das ähnelt alles schon sehr unserem Konzept“, sagt er zur neuen Hoheit im Königreich des Bieres. Martin Alber ist Vorstand bei Hofbräu und wundert sich auch über die Konkurrenz. „Aber das ehrt uns ja, offenbar war unsere Idee so gut, dass sie der Inspiration diente.“

Sticheleien unter Brauereien

Sticheln können die anderen auch. Beim Bund der baden-württembergischen Brauer sind 50 Brauereien aus dem Land Mitglied. Hofbräu nicht. Obwohl man sich als regionale Brauerei verstehe, denn man braue ja in Stuttgart, so Hofbräu, gehört man de facto zur Radeberger-Gruppe, die wiederum Teil des Oetker-Konzerns mit Sitz in Bielefeld ist. Das vergisst Denni Föll, Pressesprecher des Bundes, natürlich nicht zu erwähnen, als man ihn darauf anspricht, warum es noch eine Königin brauche. „Die württembergische Bierkönigin ist die Königin einer Brauerei, von Hofbräu“, sagt er. Und die seien in strengem Sinne ja keine Württemberger.

„Wir wählen nun eine Königin, die tatsächlich für die selbstständigen Brauereien des Landes amtieren wird.“ Dazu zählt auch die zweite große Stuttgarter Brauerei, Dinkelacker-Schwabenbräu. Deshalb findet die Wahl auch im Festzelt von Karl Maier statt. Der schenkt beim Frühlingsfest nämlich Dinkelacker aus. Und beim Volksfest Hofbräu. Das zeigt schon, man sollte nicht alles bierernst nehmen.