Grüner Bogen Denn als „zentrale Maßnahme“ soll ein grüner innerstädtischer Bogen von den Literaturmuseen bis zum Bildungszentrum gespannt werden, sagte Gartenschaumanagerin Annette Fiss. Diese Fläche biete ein „Riesenpotenzial“ und solle „für Marbach verfügbar und erlebbar gemacht werden“. Und das Konzept sieht in dieser Achse eben insbesondere vor, die bestehenden Bäume zu erhalten und solche neu zu pflanzen, die für die zunehmende Trockenheit gewappnet sind. Die Gewächse seien quasi „kostenfreie Klimaanlagen“, erklärte Johann Senner vom Büro Planstatt Senner, der die Kommunen bei dem Projekt fachlich begleitet.
Knackpunkt Festplatz Allerdings machten die Äußerungen aus dem Publikum in der Fragerunde deutlich, dass man es beim Festplatz an der Poppenweilerstraße mit den Bäumen nicht übertreiben sollte. Es besteht die Befürchtung, dass Kinder und Jugendliche dort künftig sonst nicht mehr genügend freie Fläche zum Spielen haben und man sich bei Veranstaltungen zu sehr einschränken müsste. „Wir möchten den Festplatz als Festplatz erhalten. Das ist die einzige größere grüne Fläche in Marbach, wo mal ein Festzelt stehen kann“, betonte Hauptamtsleiter Jürgen Sack. Angestrebt werde aber, auch diesen Bereich etwas abwechslungsreicher zu gestalten.
Neubau DLA Nicht nur an dieser Stelle werden die Planer einen Spagat hinlegen müssen. Eine Herausforderung ist es auch, den anvisierten Neubau des Deutschen Literaturarchivs (DLA) stimmig zu integrieren. Schließlich soll das neue DLA-Aushängeschild an der Weimarstraße errichtet werden und damit direkt an den Park angrenzend. Das ist auch der Grund, weshalb der Gartenschau-Rahmenplan für das Teilstück auf der Schillerhöhe zeitlich vorgezogen wurde. Das DLA wird schon bald einen Wettbewerb für sein neues Forschungsarchiv ausloben. Die Teilnehmer müssen bei ihren Entwürfen die Wünsche zur Gartenschau berücksichtigen. „Das Gebäude muss sich bewusst zurückhalten“, sagte Janus Baldermann, Stadtplaner der Kommune. Bei der Höhe gelte es, sich am Bestand zu orientieren. Zudem sei das DLA zu einer klimaneutralen und energieeffizienten Bauweise verpflichtet. Eine begrünte Fassade sei wünschenswert.
Anbindung Neckarufer Für erstrebenswert hält es die Stadt außerdem, zur Gartenschau die Anbindung vom Neckarufer hoch zur Schillerhöhe zu verbessern. Auch in dem Punkt sind konkrete Ausgestaltungsideen der Architekten gefragt. Ein Ansatz ist ein barrierefreier oder zumindest barrierearmer so genannter Poetenweg, der sich über Serpentinen vom bestehenden Mitmachgarten gen Landesstraße zwischen Marbach und Ludwigsburg schlängeln könnte, wie Johann Senner erläuterte. On top sei aber etwa auch ein Element wie ein Schrägaufzug vorstellbar. Die wunderbare Aussicht von der Anhöhe hinüber nach Benningen solle ebenfalls attraktiver inszeniert werden.
Begrünte Brücke Zum Schulzentrum hin schwebt dem Landschaftsarchitekten eine begrünte Brücke vor, die die Poppenweilerstraße überwinden würde. An der viel befahrenen Kreuzung vor dem Friedrich-Schiller-Gymnasium und dem Parkplatz davor könnte sich Senner einen Kreisverkehr vorstellen, „um den Schwung, der von außen hereinkommt, etwas zu brechen“. In Frage komme an dieser neuralgischen Stelle womöglich auch ein Shared Space, also eine Fläche, auf der die Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, ergänzte Janus Baldermann. Das würde dann auch die Möglichkeit für Ladestationen und Fahrradabstellmöglichkeiten eröffnen.
Schillerboulevard Aufwerten möchte die Kommune im Rahmen der Gartenschau darüber hinaus die Verbindung hinunter zur Altstadt, in der unter anderem Schillers Geburtshaus und das Tobias-Mayer-Museum touristische Anziehungspunkte sind. Die Haffnerstraße als Verbindungstrasse zur Schillerhöhe soll dabei zu einem Schillerboulevard samt neuer Bäume werden. Die Aufenthaltsqualität an der Relaisstation dazwischen, dem König-Wilhelm-Platz, soll gestärkt werden, der Bereich fußgängerfreundlicher gestaltet werden, kündigte Baldermann an.
Bewegung Sportaffine Menschen jeden Alters hat man ebenfalls im Blick, möchte dieser Gruppe im Park Angebote unterbreiten, möglichst auf Tuchfühlung zum Schulzentrum. Hauptamtsleiter Jürgen Sack ist gespannt auf die Ideen der Planer, hält es zum Beispiel für denkbar, die bestehende Boulebahn zu verlagern und bei den Spiel- und Fitnesselementen anzusiedeln.
Wann die Bagger anrücken sollen
Fokus
Wenn der Rahmenplan für das Teilstück auf der Schillerhöhe vom Gemeinderat abgesegnet ist, soll der Fokus auf die restlichen Bereiche der Gartenschau gelenkt werden, also zum Beispiel den Neckar oder den Kelterplatz in Benningen. Am Gesamtrahmenplan soll bis Frühjahr 2025 ein Knopf dran sein, dann ein Planungswettbewerb initiiert werden. Von 2029 an soll gebaut werden.
Spatenstich
Schon 2027 soll der Spatenstich für den Neubau des Deutschen Literaturarchivs sein. Entstehen wird die Forschungsstätte unter anderem auf dem Gelände des Hallenbads, das deshalb abgerissen wird. Ein Ersatz soll im Gebiet Lauerbäumle entstehen. Die Stadt hofft dabei auf Fördermittel von Bund und Land. Die Zuschüsse waren am Montag auch Thema eines Austauschs zwischen Bürgermeister Jan Trost und dem Landesfinanzminister Danyal Bayaz.