Gartenschauprojekte in Schorndorf Großer Aufschlag für die Gartenschau

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Die Stadt Schorndorf beschließt Millioneninvestitionen für das interkommunale Event im Jahr 2019 im Stadtgebiet. Die Grundidee ist, die bisherigen Parkflächen aufzuwerten und besser miteinander zu vernetzen.

Der Plan der Schorndorfer Gartenschau-Anlagen Foto: StZN
Der Plan der Schorndorfer Gartenschau-Anlagen Foto: StZN

Schorndorf - In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Schorndorfer Gemeinderat jene Projekte bestimmt, die bei der Remstalgartenschau im Jahr 2019 das Gesicht der Stadt prägen werden. Rund 5,2 Millionen Euro investiert die Stadt nun dafür. Die Stadträte nahmen an einigen Punkten Einschnitte vor, setzten jedoch auch neue Akzente. Die Verwaltung hatte im Vorfeld den Rotstift angesetzt, so wird es keinen Fußgängersteg über den Feuersee und auch keine Seilbrücke über die Rems beim Spielplatz am neuen Sportpark geben. Auch die Holzbrücke vom Bewegungskindergarten in das benachbarte Gebiet Wiesenstraße ist gestrichen.

1 Der Schlosspark soll seine weiten Rasenflächen behalten, allerdings will sich der Landschaftsarchitekt Axel Lohrer um eine Rasenkante und eine Promenade kümmern, an der Südseite sollen Rosen- und Schattengärten entstehen, den benachbarten Parkplatz sollen Heckengärten verdecken. Der Spielplatz an der südöstlichen Ecke wird völlig umgestaltet: Er soll Fortanlagen zeigen, daneben werden Wasserfontänen im Boden eingelassen. Im Finanzamtsinnenhof auf der Nordseite des Schlosses will man den Belag ummodeln, den Brunnen umgestalten und Bäume versetzen. Rund 1,5 Millionen Euro brutto kostet das nach jetziger Schätzung.

2 Rund 540 000 Euro mehr als geplant geben die Stadträte für den Umbau der Johann-Philipp-Palm-Straße mit einem Natursteinbelag frei, der bis auf die Höhe des ehemaligen Jagdschlosses reicht. Der Vorschlag kam aus mehreren Fraktionen, im Gegenzug wurde der Umbau der benachbarten Archivstraße gestrichen, was rund 280 000 Euro einspart.

3 Der Stadtpark soll durch Umbauten aufgewertet werden. Axel Lohrer riet, ihn für Hecken und Bepflanzungen zu den Straßen hin besser abzutrennen und das Innere „als bespielbare, offene Fläche“ herauszuarbeiten. Die Ufer zum Teich werden abgeflacht, Strand und Spielplatz neu gestaltet. Nahe der Stadtbücherei soll ein neuer Vorplatz „ein Schorndorfer Gärtle“ mit Beeten und einer offenen Küche entstehen. 1,2 Millionen Euro soll dies kosten. Die Stadträte verhinderten, dass eine kleine Brücke am Zufluss des Teichs, die erst vor wenigen Jahren samt Weg dort errichtet worden war, wieder abgeräumt wird.

4 Der alte Friedhof, eine grüne Oase in der Stadt, erfährt nur eine behutsame Umgestaltung. Man wolle lediglich „einzelne Gehölze“ entfernen und in Kooperation mit dem Heimatverein und den einzelne Pfade und neue Infotafeln anlegen. Ein neuer Brunnen sind geplant, den Bach an der Südseite wird es indes nicht geben. Die Eingänge sollen selbst schließende Tore erhalten, um zu verhindern, dass Radler durch den Friedhof preschen. Insgesamt 300 000 Euro soll das kosten. Auch der Tuller Platz, der Friedhof und Schlosspark verbindet, wird für 310 000 Euro umgestaltet.

5 Der denkmalgeschützten Feuersee, ein Jahrhunderte altes Relikt aus der Stadtgeschichte, wird nur geringfügig verändert. Der Steg ist gestrichen, ein Holzdeck soll den See besser zugänglich machen. Kostenpunkt: 655 000 Euro. Die Verbindung zum Stadtpark wird durch den Umbau der Feuerseestraße mit Alleebäumen

6 auf der südlichen Seite aufgewertet, der bereits im Vorfeld beschlossen worden war.

7 Die Rems-Renaturierung am Baurenwasen soll den Fluss mit einer kleinen Parkfläche besser zugänglich machen. Dank einer üppigen Landesförderung reduzieren sich die Kosten dafür von 2,4 Millionen Euro auf knapp 900 000 Euro.

8 Die Platte auf dem Grafenberg will der Landschaftsarchitekt Jörg Stötzer behutsam umgestalten, ein zweiter Aussichtspunkt soll entstehen und ein kleiner Platz zwischen den Obstbäumen mit einer Scheune. Die CDU scheiterte mit 13 zu 16 Stimmen mit dem Vorstoß, die Kosten von rund einer Million Euro um ein Drittel zu kürzen. Allerdings lehnten die Stadträte den Bau einer Kapelle auf dem Berg ab, welche das Rathaus ins Gespräch gebracht hatte. Die 150 000 Euro dafür sollen nun nur aus Sponsorengeldern kommen.