Gastronomie An der Epplestraße ist bald wieder Eiszeit

Von Götz Schultheiss 

Romulo Kuranyi hat sein Eislokal Patricia’s an der Epplestraße aufgegeben. Ende Mai oder Anfang April gibt es dort aber wieder Eis, diesmal von Naim Sheremeti, dem Inhaber der Möhringer Eisdiele Aurelia.

Bald kehrt in Romulo Kuranyis geschlossenes Eislokal neues Leben ein. „Aurelia – Café, Eis und Pizza“ wird es dann heißen. Foto: Julia Bosch
Bald kehrt in Romulo Kuranyis geschlossenes Eislokal neues Leben ein. „Aurelia – Café, Eis und Pizza“ wird es dann heißen. Foto: Julia Bosch

Degerloch/Möhringen - Die Eisdiele Patricia’s von Romulo Kuranyi, dem Bruder des Fußballstars Kevin Kuranyi, ist seit Ende des vergangenen Jahres geschlossen. Romulo Kuranyi hatte von Mitte März 2015 bis Ende 2017 das Lokal H’ugo’s in der Innenstadt betrieben, aber Ende 2017 aufgegeben und Insolvenz angemeldet. Danach zog es den Künstler nach Degerloch, wo er ab Frühjahr 2018 an der Epplestraße Bio-Eis anbot und in seinem Atelier an der Albstraße malte. Nun ist auch hier seit geraumer Zeit Schluss. Der Blick durch die großen Glasfenster zeigt: Es herrscht ein Durcheinander, weil umgebaut wird. An der Eingangstüre hängt immer noch die Mitteilung vom Dezember 2019: „Liebe Gäste, leider müssen wir aus betriebsbedingten Gründen unser Lokal vorübergehend schließen. Wir bedanken uns recht herzlich für Ihre Treue und wünschen Ihnen eine tolle Weihnachtszeit.“ Entgegen der Ankündigung ist die Schließung nicht vorübergehend, denn Bio-Eis von Kuranyi wird es dort nicht mehr geben.

Selbstgemachtes Eis, Kaffee und Pizza

Wenn mit Frühlingsbeginn die Warmzeit naht, zieht aber in die Immobilie wieder die Eiszeit ein, denn Naim Sheremeti, der an der Ecke Filderbahnstraße/Richterstraße in Möhringen das Lokal und Eiscafé Aurelia betreibt, wird dort eine Niederlassung einrichten. „Ich plane die Eröffnung für den 28. März, auf jeden Fall aber werden wir Anfang April geöffnet haben“, sagt er. „Aurelia – Café, Eis und Pizza“ soll das Lokal heißen. Das Eis stelle er in Möhringen her. „Ich habe hier viel Platz, um selbst gemachtes Premiumeis zu produzieren“, sagt Sheremeti.

18 Eis-Sorten will er anbieten, 15 davon ständig und zwei bis drei abwechselnd je nach den Früchten der Saison. Im Winter werde er das Angebot auf sechs Eissorten zurückfahren und dafür Crêpes anbieten und zum Trinken auch Teesorten, aber das entscheide er nach dem Wetter. Manchmal sei es auch noch Anfang Oktober warm genug für Eis. Vom Kaffee, den er bisher in Degerloch getrunken hat, ist der Möhringer Gastronom, dessen Gaumen italienisch geeicht ist, wenig überzeugt: „Für Premiumkaffee sehe ich dort eine Marktlücke.“ Zum Essen, sagt er, gebe es in Degerloch ausschließlich Pizza. „Man kann alles mitnehmen, oder an Stehtischen essen und trinken.“

Die Eiswerkstatt schließt Ende Juli, weil das Gebäude abgerissen wird

Für die Eisdielen in Degerloch läuft es zurzeit nicht rund, denn auch die Eiswerkstatt an der Löwenstraße muss im Sommer schließen, weil das Gebäude abgerissen wird. „Ende Juli müssen wir raus. Wir haben glücklicherweise noch unsere mobile Eisdiele. Mit ihr werden wir aber nicht mehr in Degerloch, sondern im Schlossgarten präsent sein“, sagt ihr Chef Sebastian Kern.

Der studierte Agraringenieur Kern hatte sein Metier an der renommierten Gas­tronomieschule im italienischen Brescia gelernt. „Uns war klar, dass der Standort an der Löwenstraße nur eine Zwischenlösung ist. Deshalb haben wir ihn auch für eine günstige Miete bekommen“, sagt Kern. Für eine dauerhafte Lösung habe er großes Interesse am Standort von Romulo Kuranyis Eiscafé gehabt: „Ich hatte vom Hauseigentümer und von Kuranyi eine mündliche Zusage. Ich bin dann beruhigt in den Urlaub gefahren, aber am letzten Tag habe ich erfahren, dass es nichts damit wird. Weil ich mich darauf verlassen hatte, habe ich in der Zeit davor nicht weiter nach einer Immobilie gesucht.“, sagt Kern. Sein bisheriger Standort an der Löwenstraße sei zwar abgelegen, er profitiere aber von der Fahrradstraße, den Radlern und der Mundpropaganda. „Der Vatertag im vergangenen Jahr war unser bester Tag“, sagt Kern. Jetzt bleibe ihm nichts anderes übrig, als an der Löwenstraße bis zur Schließung weiterzumachen. Im März werde dort die Eiswerk­statt aufmachen – bis Ende Juli. Für die Eisproduktion habe er eine alte Gaststätte gemietet, die er zurzeit umbaue. Von dort werde auch das Eis für die mobile Eisdiele ab Ende Juli im Schlossgarten kommen.

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