Gebiet Schelmenäcker in Leinfelden Ausschuss tritt auf die Kostenbremse

Von Thomas Krämer 

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen muss Pläne ändern: Stadträte halten Kosten in Höhe von 3,8 Millionen Euro für Freiflächen im Gebiet Schelmenäcker für zu teuer.

3,8 Millionen Euro Kosten für die Freiflächengestaltung im Gebiet Schelmenäcker wollte der Technische Ausschuss des Gemeinderats nicht ausgeben. Bürgermeisterin Eva Noller will die Planung nun überarbeiten lassen. Foto: Thomas Krämer
3,8 Millionen Euro Kosten für die Freiflächengestaltung im Gebiet Schelmenäcker wollte der Technische Ausschuss des Gemeinderats nicht ausgeben. Bürgermeisterin Eva Noller will die Planung nun überarbeiten lassen. Foto: Thomas Krämer

Leinfelden-Echterdingen - Seit Juli ist der Bebauungsplan Schelmenäcker in Leinfelden rechtskräftig. Mit der Umsetzung der Planung wurde bereits begonnen, im Frühjahr 2016 sollen die ersten Kanäle und Leitungen gelegt und Straßen asphaltiert werden. Im Technischen Ausschuss wurde am Dienstag über die Freiflächen debattiert.

Demnach würde ein so genannter Stadtplatz an der neuen Max-Lang-Straße eingerichtet, der eine „hohe Aufenthalts Qualität“ bekommen soll und auch für Feste genutzt werden kann. Teil der Planung sollen auch „Pausengärten“ in der Mitte des Gebiets sein, in denen die Beschäftigten aus dem Gewerbegebiet ihre Mittagspause für bringen können.

Gremium kassiert Vorlage ein

Zusätzlich ist eine Grünanlage mit Spielmöglichkeiten südlich der Bebauung sowie die Neuanlage einer Streuobstwiese im östlichen Bereich vorgesehen. Teil des Plans wäre auch die Gestaltung der Freianlagen rund um das Jugendhaus. Eva Noller betonte die Bedeutung von Grünflächen. „Die Freiräume sind ein essenzieller Teil des neuen Stadtgebiets und etwas ganz Soziales“, sagte die Baubürgermeisterin. Menschen ohne eigenen Garten würden den öffentlichen Raum als Treffpunkt und Spielplatz benötigen.

Das Gremium kassierte jedoch die Vorlage der Stadtverwaltung ein. Die wollte einen von einem Architekturbüro betreuten Wettbewerb ausrufen und für die Gestaltung der Freiflächen knapp 3,8 Millionen Euro ausgeben. Diese Summe war einigen Stadträten schlicht zu hoch. „Das ist mehr als der Grunderwerb“, sagte SPD-Fraktionschef Erich Klauser und kündigte an, nicht zustimmen zu wollen. Walter Vohl schloss sich diesem Argument an. „Viel zu teuer“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler fragte sich, warum man für das Anlegen von Streuobstwiesen eine Landschaftsplanung brauche. „Bis auf den Stadtpark könnte man alles mit eigenen Kräften planen“, sagte Vohl und erinnerte außerdem an die Folgekosten für die Grünpflege.

Nur die CDU unterstützt die Verwaltung

Unterstützung bekam die Stadtverwaltung jedoch von Bernd Stäbler. Für den CDU-Fraktionschef war der Preis angesichts einer Fläche von 1,7 ha und dem Rückbau der Max-Lang-Straße, die im Preis enthalten wäre, in Ordnung. „Wir sollten jedoch keinen Summe nennen, sondern angeben, dass wir auf eine preisbewusste Lösung Wert legen“, so Stäbler. Gertrud Link (SPD) forderte schließlich, die Vorlage zurückzuziehen und bei der Klausurtagung am kommenden Wochenende zu besprechen.

Noller sagte die Überarbeitung der Vorlage zu. „Man könnte für den Wettbewerb einen Ideen- und einen Realisierungsteil ausschreiben, dann wäre man in der Umsetzung frei“, so ihr Vorschlag. Bei der Wiedervorlage wird man außerdem sehen, ob die Stadträte einem weiteren Vorschlag folgen: 2012 hatte sich das Gremium dafür entschieden, das Ersatzgebäude für das bestehende Jugendhaus aus Kostengründen durch einen Totalunternehmer erstellen zu lassen, der sowohl Planung als auch Ausführung übernimmt. Allerdings wurde das Verfahren wegen des fehlenden Baurechts nicht umgesetzt. Den finanziellen Vorteil sieht Noller heute jedoch nicht mehr, da die Preise überhöht sein. Sie machte sich deshalb für die Trennung von Planung und Ausführung stark, da nur mit diesem Verfahren Fördergelder zu bekommen sein.