Es ist ein Thema, das in den vergangenen Wochen auf kleiner Flamme vor sich hin köchelte – dann aber wieder aufschäumte, als das Landratsamt auf Nachfrage einen Zwischenstand vermeldete: Die Anträge, die für die Belegung des ehemaligen Seniorenzentrums am Parksee mit rund 200 Geflüchteten notwendig sind, sind offenbar in Arbeit. Dafür musste der Besitzer der Immobilie aktiv werden, „in wenigen Wochen“ könnten diese wohl bei der Stadt eingereicht werden. Einen genauen Zeitplan gibt es aber nicht.
Derzeit kein Statement von der Stadtverwaltung
Und ebenso wenig gibt es von der Stadt Leonberg irgendein greifbares, aktuelles Statement zu einem Thema, das die Bürgerschaft alles andere als eint. Stattdessen verweist man beim Rathaus wiederholt auf den Landkreis. Leider sei die Stadtverwaltung dafür der falsche Ansprechpartner. „Die Planungen zur Unterbringung und auch die Belegung der Unterkunft laufen ausschließlich über das Landratsamt.“ Fast hat es den Anschein, man will die Verantwortlichen beim Kreis jetzt auch die vollen Konsequenzen ihrer Entscheidung spüren lassen – ihr habt uns die Sache eingebrockt, also löffelt sie auch selbst aus.
Die Haltung der Verwaltung zur Unterbringung der Geflüchteten ist klar und bekannt: Gemeinderat und Stadtverwaltung stimmten geschlossen gegen das Vorhaben des Landkreises, quasi als Stimmungsbild und als Signal. Nur hatte das Landratsamt eben das letzte Wort. Dass die Stadt nun jedoch komplett stumm bleibt, sorgt zwar nicht für Verwunderung. Der Wunsch nach einem aktuellen Statement dürfte aber unter den Leonbergerinnen und Leonbergern mit jedem Tag, jeder Woche größer werden – vor allem unter jenen, die in unmittelbarer Umgebung des Seniorenheims in der Ostertagstraße leben und die bereits Unterschriftenaktionen und eine Demo gegen das Vorhaben organisiert haben.
Unterbringung – keine einfache Suche
Die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten ist alles andere als einfach. Dass ein leer stehendes Seniorenheim – das einstmals im Besitz des Landkreises selbst war – da mehr als gelegen kommt, versteht sich von selbst. Dass sich jedoch auch Widerstand regt, war ebenso erwartbar. Vielleicht ist man sich bei der Stadtverwaltung auch darüber im Klaren, dass jede Äußerung zum heiklen Thema die Situation nicht einfacher machen könnte.
So hält man es mit dem viel zitierten Motto: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ Es bleibt nur abzuwarten, wie lange noch.