Gehalt bei Trumpf Verdienst beim Ditzinger Unternehmen

, aktualisiert am 27.01.2023 - 15:17 Uhr
Der Werkzeugmaschinen- und Laserspezialist Trumpf mit Stammsitz in Ditzingen zahlt Gehälter nach Tarif und bietet zahlreiche Zusatzleistungen. Foto: Trumpf

Das Technologieunternehmen Trumpf hat seinen Stammsitz in Ditzingen. Was die Mitarbeiter verdienen, welche Boni es gibt, wann individuell flexible Arbeitszeitmodelle möglich sind – wir geben einen Überblick.

Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Software für die industrielle Fertigung sind die Pfeiler des Geschäfts beim Familienunternehmen Trumpf mit Stammsitz in Ditzingen. Die Firma, die sich aus einer 1923 gegründeten mechanischen Werkstätte entwickelt hat, gehört in diesem Bereichen weltweit zu den Branchenführern.

 

Mit 16.550 Mitarbeitern wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 ein Umsatz von 4,2 Milliarden Euro und operativer Gewinn von 468 Millionen Euro erzielt, was einer Umsatzrendite von 11,1 Prozent entspricht.

Trumpf zahlt nach dem Tarif der Metall- und Elektroindustrie

Die Gehälter sind nach Auskunft von Trumpf „markt- und branchenüblich im Maschinenbau“, die Mitarbeiter werden nach dem Tarif der Metall- und Elektroindustrie bezahlt. Zur Firmenkultur gehören individuell anpassbare Arbeitsverhältnisse. Flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit, teilweise im Homeoffice zu arbeiten, waren bei Trumpf schon Standard, bevor sie sich mit der Coronapandemie flächendeckend etablierten.

Der Metall- und Elektrotarif wird in der Regel auch auf Tätigkeiten angewandt, die weder mit Metall noch mit Lasertechnik zu tun haben – etwa auf Mitarbeiter in der Küche oder in der Kommunikationsabteilung. In Ditzingen fallen rund 90 Prozent der Angestellten unter das Metall- und Elektrotarifsystem.

Sieben Hierarchiestufen im Management bei Trumpf

Die Leitungsebenen bei Trumpf sind in sieben Hierarchiestufen unterteilt, hausintern ME 1 (Management-Ebene 1) bis ME 7 genannt. ME 1 ist die niedrigste Stufe. Der IT-Chef beispielsweise gehört ebenso wie der Leiter der Unternehmenskommunikation zu ME 4. Geschäftsführer großer Werke etwa in Österreich oder in den USA zählen zu ME 5, Geschäftsführer mit globaler Verantwortung für Vertrieb oder Entwicklung in einem Geschäftsbereich sind auf Management-Ebene 6 eingestuft.

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Im Internetportal Kununu.com, das auf Selbstauskünften von Beschäftigten beruht, wird das Jahresgehalt von Teamleitern mit durchschnittlich 88 900 Euro angegeben, das von Abteilungsleitern mit 113.000 Euro. Dabei gibt es jedoch nach oben und unten erhebliche Abweichungen vom Mittelwert.

Durchschnittlich 1,85 Millionen Euro für Geschäftsführer

ME 7 bildet das oberste Gremium des Unternehmens ab, hier finden sich die sieben Geschäftsführer der Trumpf-Gruppe mit der Vorsitzenden Nicola Leibinger-Kammüller an der Spitze. Zusammen erhielten sie zuletzt eine Vergütung von 15,4 Millionen Euro, im Durchschnitt also 2,2 Millionen Euro. Die individuellen Beträge veröffentlicht das Unternehmen nicht. Die Bezüge der Geschäftsführung fallen beim Familienunternehmen Trumpf damit geringer aus als etwa bei Dax-Konzernen wie Daimler oder beim weltgrößten Autozulieferer Bosch, die allerdings auch weit größere Umsätze und Mitarbeiterzahlen aufweisen.

Neben den festen Bezügen werden Boni gezahlt, die zu einem kleineren Anteil vom Erreichen individueller Ziele abhängen, im Schwerpunkt aber vom Konzernerfolg. Dieser wird nach Auskunft des Unternehmens an drei Parametern festgemacht: hohes Wachstum, angemessene Profitabilität und effizienter Kapitaleinsatz. Damit soll sichergestellt werden, dass Trumpf selbstständig und unabhängig von externen Kapitalgebern bleibt.

Gehalt bei Trumpf: Facharbeiter steigen mit 3727 Euro ein

Auf Facharbeiterebene werden Berufseinsteiger bei Trumpf typischerweise in die Entgeltstufe 7 des Tarifwerks eingruppiert, das entspricht einem Brutto-Monatsgehalt von 3727 Euro bei einer 35-Stundenwoche und inklusive der tariflichen Leistungszulage. Mitarbeiter mit mehrjähriger Berufserfahrung bewegen sich im Bereich der Entgeltstufen 11 (4826 Euro) und 13 (5497 Euro). Die höchste tarifliche Stufe ist bei EG 17 und einem Monatsgehalt von 6950 Euro erreicht. Auszubildende steigen mit etwas mehr als 1000 Euro ein. Dem Tarifabschluss folgend werden die Gehälter zum 1. Juni 2023 um 5,2 Prozent und im Mai 2024 um 3,3 Prozent steigen.

Hinzu kommen tariflich festgelegte jährliche Einmalzahlungen: Urlaubsgeld in Höhe von 69 Prozent des Monatsgehalts im Juni, Weihnachtsgeld (55 Prozent im November), ein sogenannter Transformationsbaustein (18,4 Prozent im Februar) sowie ein tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent im Juli. Unbefristet beschäftigte Mitarbeiter von Trumpf erhalten außerdem im Oktober eine Gewinnbeteiligung, die in allen Entgeltgruppen gleich hoch ist. Im Geschäftsjahr 2021/2022 lag sie bei 2487 Euro.

Trumpf bietet flexible Arbeitszeitmodelle an

Auf freiwilliger Basis können Trumpf-Mitarbeiter bis zu zwei Stunden pro Woche mehr arbeiten und den Lohn in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Vom Arbeitgeber wird dies mit Zuschüssen gefordert. Seit 1997 vereinbart Trumpf mit den Mitarbeitern innerbetriebliche „Bündnisse für Arbeit“, als Gegenleistung für maximal 1,63 Stunden Mehrarbeit pro Woche werden betriebsbedingte Kündigungen in Krisenzeiten ausgeschlossen. Schon seit Jahren nimmt das Unternehmen eine Vorreiterrolle bei der Flexibilisierung der Arbeit ein. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihr Pensum alle zwei Jahre auf ihre jeweilige Lebenssituation anzupassen.

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