Gemeinderat gibt grünes Licht für weitere Arbeiten Grafenauer Bauhof macht Fortschritte

Der Neubau neben der Stegmühle kommt voran. Im Mai soll der Rohbau stehen. Foto: E. Langner

Der Bauhof-Neubau zwischen Dätzingen und Döffingen macht sichtbare Fortschritte. Jetzt hat der Grafenauer Gemeinderat rund 1,35 Millionen Euro für weitere Bauarbeiten abgesegnet.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Es tut sich was auf der Baustelle neben der Grafenauer Stegmühle und gegenüber dem Wertstoffhof. Hier, auf dem Gelände zwischen Dätzingen und Döffingen, wo auch die gemeinsame Feuerwache für beide Ortsteile gebaut werden soll, entsteht der neue Bauhof der Gemeinde. Das haben offenbar auch unbekannte Täter mitbekommen, die dort vor einigen Tagen den Bauzaun entfernt und einen Transporter mit 1,5 Tonnen Baumaterial beladen haben, mit dem sie sich anschließend aus dem Staub machten.

 

„Sichern wir die Baustelle eigentlich nicht mit Kameras?“, wollte SPD-Rat Sebastian Wehle deshalb zuletzt in der Sitzung des Grafenauer Gemeinderats wissen. „Das haben wir die Rohbaufirma auch gefragt“, meinte Ortsbaumeisterin Eva Schikotanz und fügte hinzu, dass das betroffene Unternehmen aus dem Schaden wohl seine Lehre gezogen haben dürfte.

Der Einbruch war bei der Sitzung am Mittwochabend im Maltesersaal von Schloss Dätzingen jedoch Nebensache. Hier war das Gremium vielmehr gefordert, für den Neubau des Bauhofs grünes Licht für weitere Bauleistungen zu geben. Insgesamt rund 1,35 Millionen Euro gewährt die Gemeinde für die nun anstehenden Baumaßnahmen inklusive Wartungsaufträge für Heizungen und Lüftungen, Sanitäranlagen, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (MSR), Fensterbau und Stuckateurarbeiten sowie Hallentore.

Für alle diese Punkte gab es ein einstimmiges Votum vom Ratsgremium. Für Diskussionsbedarf sorgten lediglich die Tief-, Rohrleitungs- und Straßenbauarbeiten. Der Grund: Diese hatte der Rat eigentlich schon vor drei Jahren für damals rund 970 000 Euro an die Jettinger Strohäker GmbH vergeben. Wegen ursprünglich nicht eingeplanter Hochwasserschutzmaßnahmen kam es aber zu einer massiven Kostensteigerung und damit einhergehend zu einer Bauverzögerung. Aufgrund der immensen Baukostensteigerung der letzten Jahre könne die Firma ihr Angebot allerdings nicht mehr halten, teilte die Ortsbaumeisterin mit. Deshalb habe man sich mit dem Unternehmen darauf geeinigt, die Preise um die Verzögerung von zwei Jahre mit dem Baupreisindex des Statistischen Bundesamts abzugleichen und die Auftragssumme von damals dementsprechend um 28,5 Prozent, also um rund 170 000 Euro, auf damit insgesamt rund 1,15 Millionen Euro zu erhöhen.

Preiserhöhung sorgt für Diskussionsbedarf

Bei diesem Punkt gab es allerdings Diskussionsbedarf im Ratsgremium. CDU-Rat Karl-Heinz Luginsland bezweifelte, dass die Preissteigerung gerechtfertigt sei. Er verwies dafür unter anderem auf die Betonpreise, die zuletzt doch eher gesunken seien. Auch Franz Damjanovic (SPD) äußerte seine Zweifel daran, ob eine Teuerung um fast 30 Prozent gerechtfertigt sei. „Wer pokert, kann halt auch verlieren“, riet Bürgermeister Martin Thüringer (parteilos) davon ab, dieses Gewerk noch einmal ganz neu auszuschreiben. Bei der Abstimmung votierte mit Ausnahme von Karl-Heinz Luginsland aber schließlich doch das gesamte Gremium für die Preiserhöhung.

„Wir stehen gut da“, bewertete Thüringer den bisherigen Baufortschritt. Mitte Mai sei man voraussichtlich mit dem Rohbau durch. Für die Zeit danach kündigte er eine Baustellenbesichtigung mit dem Gemeinderat an.

Weitere Themen