Germany’s Next Topmodel Die Corona-Staffel geht zu Ende

Am Donnerstag zeigt ProSieben das „Germany’s Next Topmodel“-Finale (Archivbild). Foto: dpa/Richard Hübner
Am Donnerstag zeigt ProSieben das „Germany’s Next Topmodel“-Finale (Archivbild). Foto: dpa/Richard Hübner

Alle Jahre wieder heißt es auf ProSieben: „Und Germany’s Topmodel ist...“. An diesem Donnerstag wird der Satz wieder vervollständigt. Eine denkwürdige Staffel geht zu Ende.

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München - Das „Germany’s Next Topmodel“-Finale im vergangenen Jahr war speziell. Nicht nur, weil das Publikum aus Pappfiguren bestand und Applaus und Gelächter vom Band eingespielt wurden. Auch dass Chef-Jurorin Heidi Klum wegen der Corona-Seuche nicht aus den USA nach Deutschland reisen konnte und darum auf einem permanent hin- und hergerollten Bildschirm auf der Bühne erschien, machte die Sache nicht besser. Damals herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass ein solches Corona-Finale hoffentlich eine große Ausnahme bleibt.

Ein Jahr später ist Corona immer noch da - und auch das Finale der Castingshow 2022 an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) auf ProSieben wird wieder unter dem Eindruck dieser weltweiten Krise stehen. Wie genau die Finalshow aussehen wird, dazu teilte ProSieben noch nicht viel mit.

Nur soviel ist schon bekannt: Weil Klum kaum eine Möglichkeit auslässt, ihrem Gatten Tom Kaulitz und dessen Zwillingsbruder Bill eine Bühne zu bieten, ist auch die Band der Kaulitz-Brüder, Tokio Hotel, zur musikalischen Untermalung dabei.

Staffel nahezu komplett in Berlin gedreht

Und der klassische „Top-20-Walk“, bei dem die 20 bestplatzierten Teilnehmerinnen noch einmal zum Abschied über den Laufsteg stolzieren, muss ausfallen, weil eines der Models kurz vorher positiv auf Corona getestet wurde. „Als Vorsichtsmaßnahme haben wir entschieden, dieses Jahr das Finale nur mit den Finalistinnen zu feiern“, teilte ProSieben mit.

Die „GNTM“-Finalistinnen sagen, sie bedauern nicht, ausgerechnet in der Corona-Staffel dabei gewesen zu sein. „Ich sehe da absolut einen Vorteil drin“, sagte die 23 Jahre alte Studentin Alex aus Köln am Dienstag kurz vor dem Finale. Dadurch, dass „man nicht tausende Kilometer reisen“ musste, hätten die Kandidatinnen „Energien gespart“.

Wegen der Corona-Pandemie wurde die 16. Topmodel-Staffel nahezu komplett in Berlin gedreht. Keine Villa in Los Angeles, keine Gala in New York - ein Novum in der langen Geschichte der Show.

Auch die 20 Jahre alte Soulin aus Hamburg sieht das eher positiv: „Wir werden ja erstmal im deutschen Markt starten“, sagte sie. Und da sei es von Vorteil, beim Dreh schon besonders viele Kunden aus Deutschland kennengelernt zu haben.

Model-Arbeit statt Zickenkleinkrieg

Der Staffel selbst tat das sicher keinen Abbruch, hat man Model-Villen und amfAR-Galas in 16 Jahren schließlich schon zur Genüge gesehen. Dass die Show auch sonst einen Gang zurückschaltete und nicht mehr ganz so offensiv darauf ausgerichtet war, neues Personal für den RTL-Dschungel zu rekrutieren, hat ihr gut getan. So wurde das wieder möglich, was die Show ganz zu Beginn vor 16 Jahren ausgemacht hat: echtes Mitfiebern mit Kandidatinnen, die - anders als in vielen Jahren zuvor - positiv im Gedächtnis bleiben.

Model-Arbeit statt Zickenkleinkrieg galt weitgehend - von heftigeren Auseinandersetzung zwischen Soulin und Linda zu Beginn abgesehen; und obwohl die Zahl derjenigen, die die Show freiwillig verließen, in diesem Jahr durchaus bemerkenswert war. Zuletzt hatte Jura-Studentin Ashley aus München das Handtuch geworfen, obwohl sie ins Finale eingezogen war. Daran will sie aber auf eigenen Wunsch nicht mehr teilnehmen.

Sie seien ja schließlich erwachsen, sagen die Finalistinnen. Und so habe es zwar immer wieder Reibereien gegeben. Aber gleichzeitig auch die Möglichkeit, diese geräuschlos im offenen Gespräch zu klären. Sätze, die man so auch selten gehört hat bei „GNTM“. Und in diesem Jahr habe auch die Produktion darauf geachtet, „Drama, Baby, Drama“ nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken. Wie Alex trocken bemerkt: „Ob das jetzt für den Zuschauer so interessant ist, wer die letzte Salami-Scheibe isst“ - das sei mal dahingestellt.

Motto lautete „Diversity“

Das Motto dieser Staffel lautete „Diversity“ - also Vielfalt. Darum ist mit Dascha zum ersten Mal ein sogenanntes Curvy Model dabei, das mehr Körperkurven hat als herkömmliche Models. Romina ist mit einer Größe von unter 1,70 Metern eigentlich zu klein für das Geschäft, bei Alex stand mal „männlich“ in der Geburtsurkunde und Soulin kam erst vor fünf Jahren nach Deutschland, nachdem sie vor dem Krieg aus Syrien geflohen war. „Wir schreien alle nach Diversity“, sagte Dascha dazu.

„Für mich war Germany’s Next Topmodel nie ein blondes Mädchen mit blauen Augen“, hatte Klum zum Start der Staffel gesagt. „Ich habe nie nach einem blonden, blauäugigen Mädchen gesucht.“ Gefunden hat sie es trotzdem manchmal: mit Siegerin Lena Gercke zum Beispiel, gleich in Staffel eins, oder mit Jana Beller in Staffel sechs.




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