Gesamtschule in Köngen Sanierungsstau der Burgschule könnte Haushalt schwer belasten

Die Köngener Burgschule ist in die Jahre gekommen. In dem Gebäude mit der markanten Sichtbetonfassade herrscht dringender Sanierungsbedarf. Foto: Kerstin Dannath

Die Burgschule in Köngen (Kreis Esslingen) und die dazugehörige Sporthalle sind in die Jahre gekommen. Mit Blick auf vergleichbare Projekte warnt Köngens Bürgermeister vor den zu erwartenden Kosten.

Bereits vor sieben Jahren stand die Sanierung der Köngener Burgschule und der dazugehörigen Sporthalle auf der Agenda des Gemeinderats. Angesichts der bereits damals vorhandenen Schäden war dringender Sanierungsbedarf geboten. Das ist über die Jahre natürlich nicht besser geworden. Besonders die Betonfassade weise mittlerweile deutlich sichtbare Risse auf, sagte Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, wo das Thema nun erneut auf der Agenda stand. „Die Burgschule ist ein Kind ihrer Zeit“, resümierte der Verwaltungschef und warnte mit Blick auf vergleichbare Maßnahmen etwa in Plochingen oder an der Esslinger Rohräckerschule, dass mit einer Generalsanierung beträchtliche Kosten auf Köngen zukommen könnten.

 

Gutachten zeigt Sanierungsstau

Das ursprüngliche Schulgebäude und die Sporthalle wurden in den Jahren 1969 und 1970 errichtet, der Anbau kam 22 Jahre später hinzu. Grob überprüft wurden nun in einem ersten Schritt neben der Gebäudehülle auch die Haustechnik. „Die ursprünglichen Holzfenster sind morsch und lassen sich zum Teil nicht mehr richtig schließen“, erklärte der Architekt Robert Tappert vom gleichnamigen Architekturbüro in Neuhausen. Zusammen mit einem Bauphysiker sowie einem Fachplanungsbüro schaute sich Tappert die Schule etwas näher an und fasste ihre Erkenntnisse zusammen.

Zwar wurde bereits 2009 ein Teil der Fenster ausgetauscht. Aber auch diese Fenster haben schon schadhafte Stellen, so Tappert Auch ließen sich einige der Jalousien nicht mehr schließen und öffnen. Außerdem sei das Dach der Sporthalle, das eigentlich vor 13 Jahren saniert wurde, wärmedämmtechnisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Der hinzugezogene Bauphysiker Philipp Backes vom Büro Schneck-Schaal-Braun in Tübingen ergänzte, dass die Dachflächen ebenso wie die Innendämmungen des Gebäudeensembles allgemein „in keinster Weise“ mehr den heutigen Ansprüchen genügen. „Über die Hälfte der Dachflächen sind energetisch in einem sehr schlechten Zustand“, sagte Backes. Ein vergleichbares Projekt habe gezeigt, dass nach einer energetischen Sanierung 30 Prozent Energie eingespart werden könnten.

„Es sind einige Themen, die es zu bearbeiten gilt – und die meisten hängen unmittelbar zusammen“, bilanzierte Tappert. Das zeigt auch die Heizanlage – geheizt wird aktuell mit Gas. Sie sei mittlerweile 30 Jahre alt und entspreche ebenfalls nicht mehr modernen Anforderungen. Der Architekt schlug dem Gremium vor, drei Szenarien zu entwickeln: Das erste befasst sich damit, an welchen Sanierungsarbeiten die Gemeinde nicht vorbeikommt. Das zweite soll „ein bisschen über den Tellerrand hinaus schauen“. Das dritte Szenario wäre die große Komplettsanierung.

Dieses Jahr soll Entscheidung fallen

Wie hoch die jeweiligen Kosten sein könnten, blieb offen. „Das wird uns die Fachstudie zeigen. Es gilt, die Burgschule wieder auf Kurs zu bekommen“, so Bürgermeister Ruppaner. Es sei eine der ureigensten Aufgaben einer Kommune, für die Instandhaltung ihrer Schulen zu sorgen. Das sah auch der Gemeinderat so und stimmte ohne Gegenstimme für die Beauftragung einer Sanierungsplanung der Burgschule.

Die Vorstellung der Sanierungsvarianten mit Prüfung aller möglichen Zuschüsse soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden. „Ziel ist es, dass wir die Entscheidung, was letztlich gemacht wird, noch 2023 fällen, damit die ersten Mittel schon in den Haushalt 2024 eingestellt werden können“, kündigte Ruppaner an.

Eine „smarte“ Schule

Abschlüsse
 Die Burgschule Köngen ist seit dem Schuljahr 2014/2015 eine Gemeinschaftsschule. Die Schüler entscheiden erst am Ende von Klasse 8, ob sie einen Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss machen. Ein Übergang sowohl an das allgemeinbildende Gymnasium als auch das berufliche Gymnasium ist nach Klasse 10 möglich.

Smart School
 Im Jahr 2017 wurde die Burgschule für ihr Medienkonzept vom Bundesverband Bitcom ausgezeichnet und darf sich seitdem „Smart School“ nennen. Alle Schülerinnen und Schüler wurden mit einem Tablet ausgestattet, das sie im Unterricht nutzen können.

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