Geschichten zur Haußmannstraße Ein glücklicher Mann

Andreas Höyng Foto: Jürgen Brand
Andreas Höyng Foto: Jürgen Brand

Andreas Höyng ist ein glücklicher Mensch. „Ich habe mir in meinem Beruf nie die Sinnfrage gestellt“, sagt er und seine Augen strahlen. Höyng ist seit 18 Jahren Gartenbaulehrer an der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe.

Lokales: Jürgen Brand (and)
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S-Ost - Andreas Höyng ist ein glücklicher Mensch. „Ich habe mir in meinem Beruf nie die Sinnfrage gestellt“, sagt er und seine Augen strahlen. Höyng ist seit 18 Jahren Gartenbaulehrer an der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe und Gestalter eines für den Besucher überraschend großen Schulgartens mit Obstbäumen, Blumenbeeten, Beerensträuchern, Gemüsebeeten. Dazu gehören ein Esel, Schafe und ein Bienenhaus mit acht Völkern – und zwischendurch immer wieder Ausblicken über die Innenstadt.

Eigentlich stammt der Mittfünziger aus dem Münsterland und hatte in jungen Jahren ein normales Studium begonnen – das er aber nie beendete. Damals fuhr er eines Tages nach Stuttgart, besuchte die Waldorfschule und den Garten. „Auf einmal wusste ich, was ich werden will: Gartenbaulehrer.“ Und das eben am liebsten hier oben, in der Idylle über der Stadt, mit dem vermutlich ältesten, biologisch-dynamisch bewirtschafteten Gartengrundstück Deutschlands, vielleicht sogar Europas.

„Ich lebe sehr mit der Historie“, erzählt Höyng, der den geschichtsträchtigen Ort nie als Last empfunden hat. Tatsächlich wirkt er nicht nur seit 18 Jahren in dem Garten und der Schule, sondern wohnt auch seit drei Jahren in dem ursprünglichen Schulgebäude der ersten Waldorfschule der Welt – dem einst als Ausflugsziel bekannten Schützenhaus direkt an der Haußmann­straße, mit Blick aus dem einstigen Turmerker über die Stadt.

Bis er von seiner Wohnung in Uhlbach hierher zog, kannte er die Straße als laut, voll, beherrscht von ankommenden und gehenden Schülern und Studenten und Parkplatz suchenden Eltern. „Aber abends ist die Straße total ruhig, da ist nichts los hier.“ Gestört wird diese Ruhe immer öfter und vor allem am Wochenende vom Lärm der Stadt. Höyng: „Früher hat sich die Stadt freitags und samstags am Abend abgedämpft. Aber das hat sich verändert, es gibt keine Stille mehr. Nur noch sonntags ganz früh morgens für einige wenige Stunden.“




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