Geschwister-Scholl-Gymnasium Sillenbuch Weiße Rosen zur Erinnerung an dunkle Zeiten

Sophie Scholl wäre am 9. Mai 100 Jahre geworden. Lehrerin Kathrin Streif (l.) sowie Maite Homberg und andere Schüler haben zu diesem Anlass Aktionen geplant. Foto: Caroline Holowiecki
Sophie Scholl wäre am 9. Mai 100 Jahre geworden. Lehrerin Kathrin Streif (l.) sowie Maite Homberg und andere Schüler haben zu diesem Anlass Aktionen geplant. Foto: Caroline Holowiecki

Schüler aus Stuttgart-Sillenbuch haben am 9. Mai Sophie Scholl geehrt, die sich mit ihrem Bruder gegen die Nazis engagiert hat.

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Sillenbuch - Für die Schulgemeinschaft des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stuttgart-Sillenbuch ist es mehr als nur ein Name. Die Geschichte der Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl ist in der Sillenbucher Schule allgegenwärtig. Erst im Dezember haben Neuntklässler Projekte erarbeitet, um so den neuen Fünftklässlern nahezubringen, wer die Namensgeber waren, und auch die aktuellen Abiturienten haben einen Kurzfilm zum Thema gedreht, erklärt die Geschichtslehrerin Kathrin Streif.

Schüler wollen Rosen verteilen

Am 9. Mai wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hatte sich eine Gruppe von knapp 20 Jugendlichen auf Anregung der Lehrerin Aktionen überlegt. „Die sind schon Experten“, sagt sie. So haben die Schüler an der Kirchheimer Straße und im Eichenhain 100 weiße Rosen verteilen – in Erinnerung an die gleichnamige Widerstandsgruppe, in der sich die Geschwister bis zu ihrer Ermordung gegen die Nazis engagiert hatten.

Gleichzeitig haben die Jugendlichen Spenden für die Weiße-Rose-Stiftung gesammelt. Ebenfalls am 9. Mai ist ein Video erschienen, dass die Schülergruppe gedreht hat. Es enthält Interviews zum Thema Sophie Scholl. „Es ist geplant, dass das Video zunächst schulintern veröffentlicht wird, aber wir prüfen, ob wir es auch über die Schulgrenzen hinaus zeigen können“, sagt Kathrin Streif.

Thema ist immer noch aktuell

Zu guter Letzt hat die Gruppe anlässlich des runden Geburtstages die Schule dekoriert. „Wir haben Plakate gestaltet“, sagt Maite Homberg. Die 15-Jährige ist Teil der Schülergruppe. Sie findet es wichtig, dass man an Sophie Scholl erinnert. „Dieser Mut, den sie aufgebracht hat, das bleibt schon hängen“, sagt sie. Das Thema hat auch bald 80 Jahre nach der Ermordung der damals 21-jährigen Studentin nichts an seiner Aktualität eingebüßt, denn immer wieder werden rechts motivierte Bestrebungen und Gewalttaten in Deutschland registriert. „Man denkt schon wieder nach“, sagt Maite Homberg. Ihre Aktionen haben die Neuntklässler aus Sillenbuch freiwillig und außerhalb der Unterrichtszeit vorbereitet. Die Lehrerin Kathrin Streif ist begeistert: „Es ist unfassbar, was die in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.“




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