Gesundheit Vertikale Mäuse schonen die Sehnen

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Wer am Computer arbeitet, klagt oft über gesundheitliche Probleme. Neue vertikale Mäuse sollen chronische Schmerzen vermeiden.

Sieht klobig aus, lässt sich aber gut greifen: die vertikale Maus. Foto: Evoluent
Sieht klobig aus, lässt sich aber gut greifen: die vertikale Maus. Foto: Evoluent

Stuttgart - Mit einem leichten Ziehen im Unterarm fängt es oft an. Später kann ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Fingern hinzukommen. Und wenn es schon zu spät ist, hören die Schmerzen vom Ellenbogen bis in die Fingerspitzen auch dann nicht mehr auf, wenn man den Arbeitsplatz verlassen hat. Die Diagnose lautet immer häufiger: chronischer Tennisarm, der längst auch unter Mausarm bekannt ist – oder unter der allgemeinen Bezeichnung RSI (Repetitive Strain Injury), was übersetzt „Verletzung durch wiederholte Belastung“ heißt.

Je nach Tätigkeit, klicken wir an einem Arbeitstag mehrere hundert oder gar mehrere tausend Mal auf die Maus. Diese einseitige und immer wiederkehrende Belastung kann zu schmerzhaften Entzündungen führen. Daher – darin sind sich Orthopäden und Physiotherapeuten einig – ist ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz das beste Mittel zur Vorbeugung. Ist eine Überlastung erst einmal eingetreten, die Entzündung an den Sehnenansätzen, am Ellenbogen oder im Handgelenk bereits chronisch, kann es Jahre dauern, bis der Betroffene wieder schmerzfrei ist.

Unter der Bezeichnung vertikale Maus sind mittlerweile mehrere Geräte auf dem Markt, mit denen eine natürlichere Handhaltung ermöglicht wird. Auch an Joysticks erinnernde aufrechte PC-Mäuse oder sogenannte Penclic-Stiftmäuse sollen dafür sorgen, dass die Arbeit am Computer nicht mit chronischen Schmerzen im Unterarm quittiert wird. Der Orthopäde Axel Neumann aus München sagt: „Vertikale Mäuse sind eine Revolution.“ Ihm ist es ein Rätsel, dass sie selbst in Fachgeschäften kaum angeboten werden. Neumann ist davon überzeugt, dass in diesem Bereich ein großer Bedarf besteht.

Dadurch dass der Arm bei einer vertikalen Maus in einer wesentlich natürlicheren Haltung die Arbeit verrichten kann, werden andere Muskeln benutzt als bei der herkömmlichen Maus, bei der der Unterarm unnatürlich verdreht wird. Eine Überanstrengung und Reizung der Sehnen soll somit von vornherein ausgeschlossen werden. Außerdem empfiehlt Neumann, dass der gesamte Unterarm auf dem Tisch aufliegen sollte. Ebenso wichtig seien Tastaturen, die ergonomisch geformt sind.

Im Test hatten wir zunächst eine geteilte Tastatur, die vor allem für diejenigen sehr gewöhnungsbedürftig ist, die das Zehnfingersystem des Maschinenschreibens nicht beherrschen. Weil es mittlerweile ein recht große Auswahl an ergonomischen Tastaturen gibt, empfiehlt es sich, die eigenen Bedürfnisse zu erörtern. Oft lässt sich die gesamte Tastatur schräg stellen. Es gibt auch Tastaturen mit wellenförmiger oder in der Mitte erhöhter Anordnung. Eine integrierte Handauflage oder die Möglichkeit, den Öffnungswinkel der Tasten durch einen Klappmechanismus zu bestimmen, können sehr entlasten.