SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach wirbt weiter für das Impfen. Seine Argumentation sieht er durch den kategorischen Imperativ des großen Philosophen Immanuel Kant gestärkt.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat erneut für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht geworben. Das sei der „sicherste und schnellste Weg aus der Pandemie“, sagte Lauterbach am Donnerstag im Bundestag. Eine Einführung sei medizinisch sinnvoll. Bei der Begründung, ob sie auch moralisch zu vertreten sei, verwies er auf den vom Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) aufgestellten kategorischen Imperativ.

In der Kurzform lautet der kategorische Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Eine Verweigerung des Impfangebots „könnte nie die Maxime des Handelns für uns alle sein“, so Lauterbach. Und weiter: „Wenn wir uns alle weigern würden, die gut erforschte und nebenwirkungsarme Impfung zu nutzen, um uns selbst vor Tod und schwerer Krankheit zu schützen, würden wir die Pandemie wahrscheinlich nie beenden können.“

Lauterbach will Antrag nicht selbst einbringen

Für die letzte Januarwoche ist im Bundestag eine Orientierungsdebatte zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht vorgesehen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, dass die SPD dann schon Eckpunkte für einen möglichen Gesetzentwurf vorstellen wolle. Er selbst hatte sich am Mittwoch im Bundestag für eine Impfpflicht ausgesprochen, die für alle Erwachsenen gelten solle. Lauterbach selbst hatte erklärt, keinen eigenen Antrag für einen Gesetzentwurf vorzustellen.