Glasfaser-Ausbau im Kreis Ludwigsburg Das Internet wird schneller

Glasfaserkabel ermöglichen deutlich höhere Datentransfers im Internet. Foto: dpa
Glasfaserkabel ermöglichen deutlich höhere Datentransfers im Internet. Foto: dpa

37 000 Haushalte in Ludwigsburg werden derzeit an das Glasfasernetz angeschlossen, weitere werden folgen. Auch in anderen Kommunen im Landkreis ist das schnelle Internet auf dem Vormarsch.

Lokales: Tim Höhn (tim)
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Ludwigsburg - Die Deutsche Telekom hat angekündigt, das Glasfasernetz in Ludwigsburg und in weiteren Kommunen im Umfeld massiv auszubauen. Derzeit werden nach Angaben des Bonner Unternehmens entsprechende Kabel in den Ludwigsburger Stadtteilen Mitte, Ost, Poppenweiler, Hoheneck und Oßweil sowie in Freiberg am Neckar und Pattonville verlegt. 37 000 Haushalte sollen bis Januar, teilweise schon im Dezember, mit Anschlüssen für das schnelle Internet versorgt werden. 55 Kilometer Glasfaserkabel werden nach Firmenangaben verlegt und 129 neue Verteilerkästen aufgestellt.

Allein in Ludwigsburg werde ein zweistelliger Millionenbetrag investiert, sagt der Telekom-Sprecher Hubertus Kischkewitz. „Weitere Ausbaumaßnahmen werden folgen.“ So sollen im Verlauf des neuen Jahres die Stadtteile Pflugfelden, Osterholz und Eglosheim angeschlossen werden.

Die Technik ermöglicht Downloads mit bis zu 100 Megabit

Auch in anderen Kommunen im Landkreis wird das Netz modernisiert. Die neue Technik soll Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit ermöglichen, was eine erhebliche Steigerung zu den derzeit weit verbreiteten 16 Megabit oder maximal möglichen 50 Megabit bedeutet. Allein in Freiberg werden momentan 6100 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen, in Bietigheim-Bissingen und Ingersheim sollen Anfang 2016 rund 23 000 Haushalte hinzu kommen. In Kornwestheim sind bereits alle Haushalte versorgt.

Anderswo im Kreis wird das Netz indes auf unbestimmte Zeit lückenhaft bleiben, obwohl neben der Telekom auch andere Anbieter wie Vodafone oder O2 stetig ausbauen. Die Unternehmen aber investieren vor allem dort, wo hohe Renditen locken: tendenziell eher in größeren Städten, und auch dort selten flächendeckend.

Im April ließen sich die Bürgermeister im Kreishaus daher von Experten des Bundes über Alternativen beraten. Einige Zahlen, die dabei genannt wurden, klangen positiv: Demnach verfügen im Umkreis von Ludwigsburg rund 66 Prozent aller Haushalte über die Möglichkeit, einen Internetanschluss mit immerhin 50 Megabit zu bestellen, das ist etwas mehr als im Bundesdurchschnitt. Andere Zahlen waren ernüchternd. In manchen Gemeinden, etwa Eberdingen, liegt die Abdeckung bei nur knapp über zehn Prozent. Hinzu komme, so die Experten, dass in Randgebieten selbst größerer Städten die Datenrate drastisch sinke.

Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor

Das nervt nicht nur beim privaten Surfen, sondern auch Firmen, die zunehmend auf beste Internetverbindungen angewiesen sind. Schnelles Internet sei ein wichtiger Standortfaktor, sagt der Stuttgarter Regionalverband, der den weiteren Ausbau weit oben auf die Agenda gesetzt hat.

Wie es funktionieren kann, zeigt die Stadt Ludwigsburg mit ihren Stadtwerken (SWLB). Im April wurde beschlossen, dass die städtische Tochter zumindest in den Gewerbegebieten die Lücken schließen soll. Die SWLB beginnen gerade im Tammerfeld, in der Weststadt und in Neckarweihingen Glasfaserkabel zu verlegen. „Wir werden abhängig von der Nachfrage agieren“, sagt der Geschäftsführer Bodo Skaletz. „Sofern der Wunsch der Kunden vorhanden ist, werden wir zeitnah weitere Gebiete in Angriff nehmen.“ Privatleute werden von dieser Initiative jedoch nicht profitieren – sie richtet sich ausschließlich an Firmen.

Sowohl für Geschäftskunden als auch Privatkunden gilt: die Umstellung auf das schnellere Internet erfolgt nicht automatisch. Wer die schnellen Leitungen nutzen will, muss einen neuen Tarif buchen.




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