Gleichberechtigung Noch ganz sauber?

Von  

Eine aktuelle Studie belegt: Auch im Jahre 2019 tragen die Frauen die Hauptlast für Haushalt und Kinder. Es muss noch einiges getan werden, bis sich das ändert, kommentiert Anja Wasserbäch.

Waschen, putzen, spülen – der Haushalt ist immer noch Frauensache. Foto: dpa
Waschen, putzen, spülen – der Haushalt ist immer noch Frauensache. Foto: dpa

Stuttgart - Es ist ein großes Ärgernis, dass einmal mehr eine Studie belegt, dass Frauen mehr im Haushalt machen und in der Kinderbetreuung die Hauptverantwortlichen sind. Leider überrascht das Ergebnis auch 2019 nicht. Denn das Wort „Vereinbarkeit“ ist bei allen Frauen das große Thema. Alle sind sich einig: Alleinerziehende leisten jeden Tag Unvorstellbares.

Auf die Frage, wie das andere so machen, gibt es ganz unterschiedliche Lebensentwürfe, die von sehr früh morgens bis spät abends durchgetaktet sind. Ein Beispiel gefällig? Beide arbeiten 80 Prozent, er wäscht, sie kocht, beide putzen, er trennt den Müll und trägt ihn runter, sie bringt die Tochter in den Kindergarten. Willkommen im realen Leben, in dem jeder Handgriff abgesprochen ist. Wenn das Kind fiebert, wird zwar immer zuerst die Mutter angerufen, dann aber mit dem Partner verhandelt, wer heute die wichtigeren Termine hat und nicht zurückstecken kann.

Leider ist dieses Ideal von einer gleichberechtigten Welt oft eine pure Illusion, weil Männer meistens mehr verdienen und Frauen nur in Teilzeit in den Beruf zurückkehren – und dann mehr unbezahlte Arbeit zu Hause leisten. Wenn die Frau länger in Elternzeit bleibt als der Mann, was in den meisten Fällen so ist, schleicht sich die traditionelle Rollenverteilung ein.

Dazu kommt: Der Perfektionismus vieler Mütter, die die tollste Schultüte basteln, den besten Kindergeburtstag ausrichten, die tipptopp sauber geputzte Wohnung haben und täglich das frische Bioessen kochen wollen. Schon sind sie mittendrin in der Überbelastung. Die Autorin und Bloggerin Patricia Cammarata hat ziemlich viele, ziemlich gute Strategien entwickelt, wie man aus diesem sogenannten Mental Load herauskommt. Leider können die hier nicht weiter erläutert werden. Der Kindergarten schließt gleich. Und das Frühstücksgeschirr steht auch noch auf dem Tisch.




Unsere Empfehlung für Sie