Gokart-Bahn in Wernau Rasante Runden mit Adrenalinkick

Auf die Plätze, fertig, los: Die Gokart-Fahrer warten auf das Startsignal. Foto: /Ines Rudel

Die Gokart-Bahn des F1 Motodrom im Wernauer Industriegebiet bietet ein Abenteuer für Jung und Alt. Egal ob Anfänger, Gelegenheitsrennpilot oder Fahrprofi, die Strecke ist für alle geeignet, die ein ein bisschen Rennluft schnuppern wollen.

Das laute Dröhnen der Motoren und das Quietschen von Reifen sind zu hören, als Matthias Weinmann sich die Sturmhaube über den Kopf zieht und die Szene vor ihm durch die Augenschlitze seiner Maske betrachtet. In der Halle ist es laut und bunte Gokarts rauschen mit hoher Geschwindigkeit an ihm vorbei. Es herrscht reges Treiben – Fahrerinnen und Fahrer bereiten sich auf das nächste Rennen auf der Kart-Bahn im F1-Motodrom in Wernau vor. Dann setzt sich Weinmann in das Fahrzeug, stellt den Sitz ein und tritt aufs Gaspedal – als das Startsignal ertönt.

 

Rasantes Hobby

Weinmann, der aus dem Stuttgarter Stadtbezirk Plieningen kommt, ist langjähriger Stammgast der Gokart-Bahn in Wernau. „Gefahren bin ich zum ersten Mal, als ich 14 Jahre alt war und seit rund elf Jahren bin ich regelmäßiger Besucher der Kart-Bahn“, erzählt der 25-Jährige. Durch Zufall ist er damals auf die Kart-Bahn in Wernau aufmerksam geworden und die Strecke hat es ihm direkt angetan. „Wir haben dann im vergangenen Jahr im September einen Kart-Club gegründet und treffen uns immer mittwochs hier in der Halle zum Training beziehungsweise fahren jeden ersten Mittwoch im Monat ein Punkterennen“, sagt Weinmann. Dem Club beitreten kann jeder, der etwas Erfahrung und Ehrgeiz mitbringt. Zusätzlich findet sonntags auf der Wernauer Gokart-Bahn ein Jugendtraining statt, das von Fahrern des „Kartclubs Reutlingen“ betreut wird. „Das ist immer ein lustiges Zusammensein, wir fahren und treffen uns danach noch im Bistro“, sagt Weinmann. Bei den Gesprächen danach geht es vor allem um das Rennen und jeder Einzelne gibt den anderen Tipps, was bei der nächsten Fahrt verbessert werden kann, aber auch „lustige Situationen“, die auf der Strecke passiert sind, werden thematisiert.

Dröhnen der Motoren treibt das Adrenalin nach oben

Der besondere Reiz am Gokart fahren ist laut dem 25-Jährigen vor allem die Geschwindigkeit und der Adrenalinkick, der eintritt, wenn das Gaspedal getreten wird. „Beim Fahren schwingt immer das Wettkampfgefühl mit, also beispielsweise den richtigen Bremspunkt zu finden und somit seinen Konkurrenten überholen zu können“, sagt er. Der Höhepunkt eines Rennes ist natürlich der Sieg. Von Anfang an entwickeln viele einen gewissen Ehrgeiz: „Jeder versucht stetig seine Rundenzeiten zu verbessern und immer wieder aufs Neue den Streckenrekord der Bahn zu knacken“, erklärt Weinmann.

Aber nicht nur gestandene Rennprofis haben ihren Spaß auf der Rennstrecke, auch Einsteiger, egal ob jung oder alt, kommen auf ihre Kosten. Es dauere aber schon einen kurzen Moment, bis sich der Fahranfänger an das Fahrzeug, die Geschwindigkeit und die Bahn gewöhnt hat: „Man muss am Anfang lernen, die Kurven richtig zu nehmen, im richtigen Moment zu bremsen und dann wieder aufs Gas zu gehen, sodass die Schleife mit einer guten Geschwindigkeit genommen werden kann.“

Ab einem Alter von acht Jahren darf auf der Strecke ohne Vorkenntnisse gefahren werden. Bevor es losgeht, gibt es immer eine Einweisung. Maximal zehn Fahrer können die Bahn gleichzeitig nutzen. Für die Fahrten auf der 280 Meter langen Kart-Bahn stehen je nach Alter und Erfahrung verschiedene Karts zur Verfügung, angefangen bei den 6,5-PS-Kinderkarts bis zu den 7- und 9-PS-Karts. „Die meisten, die es zum ersten Mal probieren, packt das Kartfieber, sie kommen auch wieder“, so Weinmann.

Ausrüstung und gastronomisches Angebot

Um auf der Wernauer Rennstrecke fahren zu dürfen, muss eine geeignete Schutzausrüstung getragen werden. Der Kart-Helm wird für die Renndauer vom Betreiber gestellt, nur die Sturmhaube, die den Fahrer vor Schmutz innerhalb des Helmes schützt, muss vor Ort für drei Euro gekauft werden. Wer das nicht möchte, der kann auch seinen eigenen Helm und eine Haube von zuhause mitbringen. „Außerdem ist es wichtig, mit festem Schuhwerk in das Fahrzeug zu steigen, Flip-Flops oder Sandalen sind eher ungeeignet für ein Rennen“, sagt Weinmann und ergänzt mit einem Lächeln: „Ein bisschen Talent und ein wenig Ehrgeiz auf die Rennstrecke mitzubringen, ist auch nicht so ganz verkehrt“.

Zwischen den Fahrten kann man sich im Bistro stärken. Dort gibt es neben Getränken auch Snacks und warme Mahlzeiten. Im Sommer öffnet der Familienbetrieb zudem den Biergarten vor der Halle. Dort und eben auf der Wernauer Kart-Bahn wird auch Matthias Weinmann in der kommenden Zeit öfters wieder anzutreffen sein, der sich schon jetzt darauf freut, wieder den Helm aufzusetzen und das Gaspedal durchzudrücken.

Unterwegs in der Region

Serie
Urlaub daheim ist alles andere als langweilig. Die Region bietet vielfältige Möglichkeiten für abwechslungsreiche Tage ohne weite Anreise – für Kulturinteressierte wie für Naturfreunde, für Sportbegeisterte wie für Genießer. In unserer Serie „Der Ferientipp“ stellen wir als Ausflugsziel vor. Wetten, dass auch für Sie etwas dabei ist?

Anfahrt
Die Gokart-Bahn des Wernauer F1-Motodrom in der Raiffeisenstraße 8/1 ist mit dem Auto über die B 10 (Ausfahrt Plochingen) beziehungsweise über die B 313 (Ausfahrt Wernau) zu erreichen. Vom Wernauer Bahnhof ist es ein zwölfminütiger Fußweg über die Neckarbrücke.

Angebote
Von Einzelfahrten über den Familien-Sonntag, Kindergeburtstage und Firmenfeiern ist für jeden etwas dabei.  Die Rennpakete starten ab 25 Euro (fünf Minuten Qualifying und 15 Minuten Rennen).

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