Goldene Wildbiene für Althütte Ausgezeichnet: Riesenhotel für kleine Wildbienen

Das Insektenhotel an der Hauptstraße in Althütte erinnert an einen Bienenkopf. Foto: /z

Die Gemeinde Althütte ist für ihr Engagement zum Schutz der Insekten mit dem Preis „Goldene Wildbiene“ ausgezeichnet worden. Eine Wildbienen-Expertin gibt Tipps.

Rems-Murr: Chris Lederer (cl)

Tapfere Hummeln! Trotz sinkender Temperaturen sind etliche Königinnen dieser großgewachsenen Wildbienenart derzeit noch im Freien unterwegs und auf der Suche nach einem geeigneten Quartier für den Winter. Fündig werden könnten sie – ebenso wie zum Beispiel auch die rostrote Mauerbiene – in Althütte. Dort steht, einen Steinwurf vom Rathaus entfernt, ein stattliches Insektenhotel an einer Wiese und lädt die kleinen Tierchen zum Unterschlupf.

 

Beitrag zur heimischen Artenvielfalt

Hotel und Wiese sind Teil eines Projekts, mit dem sich die Gemeinde Althütte am Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ beteiligt hat und für das sie jüngst vom Landesverkehrsministerium mit der „Goldenen Wildbiene“ ausgezeichnet wurde, als eine von zehn Kommunen im Land. „Wir sind froh, dass wir über diesen Wettbewerb einen Beitrag zur heimischen Artenvielfalt und Insektenfreundlichkeit beitragen können, unabhängig von dieser Auszeichnung“, sagt der Althüttener Bürgermeister Reinhold Sczuka. Nach zweimaliger Teilnahme am Wettbewerb werde das Engagement des Bauhofs durch diese Auszeichnung gewürdigt und erfülle alle beteiligten Mitarbeiter mit Stolz. „Der Bauhof der Gemeinde ist seit vielen Jahren bei dem Projekt blühender Naturpark dabei und hat mehrere Flächen auf dem Gemeindegebiet entsprechend umgestaltet.“ Es sei schön, wenn auch hier in der öffentlichen Wahrnehmung eine Vorbildfunktion umgesetzt werden könne und hoffentlich auch auf privaten Flächen viele Nachahmer finde. „Auch Dank des herausragenden Insektenhotels wird diese Fläche optisch aufgewertet und gibt mit der Blühfläche und den Insekten ein sehr stimmiges Bild ab“, sagt Sczuka weiter. Hergestellt wurde es von örtlichen Vereinen, Firmen und Forstmitarbeitern – und mit Unterstützung des Bauhofs aufgestellt. Die gut 200 Quadratmeter große Wiese werde dauerhaft als Blühfläche erhalten bleiben, wie alle anderen umgestalteten Flächen auch. Hier solle nachhaltig umgesteuert werden.

Das dürfte auch Wildbienen-Expertin Sabine Holmgeirsson vom Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu) erfreuen. „Im Grunde sollte jede Kommune ihre Kreisverkehre und Wiesen wildbienenfreundlich gestalten“, sagt sie. Und das bedeute: weniger mähen – und schauen, dass sich dort heimische Wildblumen entwickeln können. Die Pflanzen bieten den Bienen nicht nur Pollen und Nektar, sondern auch Nistmöglichkeiten, etwa in den Halmen. Der überwiegende Teil der 585 bekannten heimischen Wildbienenarten nisteten im Boden. „Es wird leider zu viel gebaut und zu wenig Rücksicht auf die Insekten genommen – so werden die Habitate zugepflastert.“ Leider nehme die Bevölkerung die meisten Wildbienen gar nicht als solche wahr – die kleinsten Arten unter ihnen, etwa die Winzige Schmalbiene, messen nur drei Millimeter.

Mähen nur im Frühjahr

Wer in seinem Garten etwas für diese Insekten tun möchte, könnte den Wildbienen am meisten helfen, wenn er weniger macht: „Viele Gärten sind zu sauber, es wird zu oft gemäht“, sagt Holmgeirsson. In und an den Stängeln der Pflanzen werden aber Eier abgelegt, oder die Brut überwintert dort. Wer mäht, sollte das möglichst nur einmal, im Frühjahr, tun. „Viel hilft nicht immer viel – man sollte die Wiesen einfach mal stehen lassen – und schauen, was sich alles tut!“

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