Goldgräberstimmung Windreich AG plant 160 neue Windräder im Südwesten

Von dpa/lsw 

Die grün-rote Landesregierung will bis 2020 zehn Prozent des Stroms aus Windkraft gewinnen.

 Foto: dpa
Foto: dpa

Stuttgart - Der Windpark-Projektentwickler Windreich AG startet eine Offensive und plant, in den kommenden Jahren 206 Windräder an Land aufstellen zu lassen. Dies teilte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Walter Döring, am Freitag in Stuttgart mit. Alleine im Südwesten seien 160 Anlagen in Planung. In der Branche herrsche „absolute Goldgräberstimmung“. Das Unternehmen ist in der Vergangenheit unter anderem durch sein Engagement bei Offshore-Projektgebieten an der deutschen Küste bekanntgeworden.

Die meisten neuen Windräder sollen nach den Angaben von Döring in der Region Heilbronn-Franken aufgestellt werden - über 50 Anlagen. Dann kämmen die Region Stuttgart und Bodensee-Oberfranken mit rund 15 Windmühlen. Der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister erklärte, dass bundesweit über 40 entsprechende Verträge abgeschlossen seien.

Bisher ist Baden-Württemberg Schlusslicht unter den Bundesländern

Die grün-rote Landesregierung will bis 2020 etwa zehn Prozent des Stroms aus Windkraft gewinnen. Dafür müssten in acht Jahren 1200 Windräder gebaut werden. Bisher ist Baden-Württemberg mit einem Anteil von unter 0,8 Prozent Schlusslicht unter den Bundesländern. Zurzeit wird im Südwesten über eine Änderung des Landesplanungsgesetzes diskutiert, damit die Genehmigung und Errichtung der Anlagen schneller über die Bühne gehen kann.

Döring erwartet, dass im Südwesten vor diesem Hintergrund nicht vor dem Jahr 2014 der Durchbruch für die Windkraft kommen werde. Nach Zahlen des Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) gab es zum Jahresende 2011 in Baden-Württemberg 378 Windkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 486,38 Megawatt. Im laufenden Jahr seien zwei weiteren Anlagen mit je zwei Megawatt ans Netz gegangen sind. Insgesamt gehe das zuständige Energieministerium nun von aktuell insgesamt 380 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 490,38 Megawatt aus, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte.