Green Factory in Göppingen Handwerk hat digitale Zukunft

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Eine hochmoderne digitale Lernumgebung erhalten die Schüler der Göppinger Gewerbeschule. Die Green Factory hat das Thema Energieverbrauch im Fokus.

Auf großes Interesse bei Vertretern der Wirtschaft und der Politik stieß die Eröffnung des Labors Green Factory. Foto: Gewerbliche Schule
Auf großes Interesse bei Vertretern der Wirtschaft und der Politik stieß die Eröffnung des Labors Green Factory. Foto: Gewerbliche Schule

Göppingen - Und wieder geht die Gewerbliche Schule Göppingen einen großen Innovationsschritt nach vorne. Nach der international beachteten Lernfabrik 4.0, die im Jahr 2015 eröffnet wurde, hat die Schule nun mit der Green Factory ein ähnlich zukunftsweisendes Labor für Energie- und Gebäudetechnik dank der Hilfe seiner Projektpartner eingeweiht. In dem Labor soll der berufliche Nachwuchs praxisnahe Lösungen rund um die Themen Energiemonitoring, Energieeinsparung und Energierückgewinnung finden .

Modernste Lernumgebung für Schüler der Gewerbeschule

Damit solle die duale Ausbildung in Handwerk und Industrie auf die digitalen Herausforderungen der Zukunft eingestellt werden, erklärte der Schulleiter Jürgen Wittlinger: „Wir holen die Schüler dort ab, wo sie morgen sein sollen.“ Der Fokus würde, ergänzt durch die Lernfabrik 4.0, dieses Mal auf das Handwerk gelegt. Gerade im Arbeitsfeld der Elektroniker würden große Betriebe inzwischen ganze Fabriken mit smarten Lösungen ausstatten.

Wittlinger erklärte, seinem engagierten Kollegium stünden noch große Aufgaben bevor, denn nun gelte es, die neuen digitalen Konzepte Stück für Stück in den Unterricht einfließen zu lassen. Wittlinger, der zunächst Maschinenbau studiert hatte, um sich dann zum Berufsschullehrer ausbilden zu lassen, hatte vor seiner Göppinger Zeit als Mitarbeiter im Kultusministerium bereits eine Handreichung für die Umsetzung von Konzepten der Industrie 4.0 im Unterricht verfasst. Seit 2015 leitet der Geislinger nun als Nachfolger von Siegfried Pietrass die Göppinger Schule.

Mit Hilfe digitaler Prozesse soll Energie klug eingesetzt werden

Schon heute könnten intelligente Werkzeuge bis zu 60 Prozent der bisher notwendigen elektrischen Energie einsparen, erklärte der Ministerialdirektor Michael Kleiner vom Wirtschaftsministerium bei der Laboreröffnung. Und es sei die Digitalisierung, die solche großen Chancen beim Ressourcenmanagement eröffne. Die deutsche Wirtschaft könne ihre Marktführerschaft bei innovativen Prozessen behalten, wenn sie den Königsweg der Digitalisierung weiter verfolge. Das gelte ganz besonders für Baden-Württemberg, wo das innovative Herz des Landes schlage.

Kleiner gratulierte der Schule und dem Kreis für Kreativität und Einsatz und sagte, die Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sei begeistert von diesem neuen Vorzeigeprojekt, das eine neue Art des Tourismus erzeuge. Tatsächlich kann sich die Schule seit der Eröffnung der Lernfabrik 4.0 vor Anfragen aus dem Bundesgebiet und aus dem Ausland kaum retten. „Wir haben eine richtige Welle losgetreten“, bestätigte der Rektor. Er sei froh, dass nach dem Vorbild der Göppinger Pioniereinrichtung inzwischen 15 weitere Lernfabriken entstanden seien, dadurch verteile sich inzwischen der Ansturm der Fachbesucher auf mehrere Schultern. Eine finanzielle Anschubhilfe für die Neugründungen habe eine Förderung des Landes in Höhe von insgesamt einer Million Euro geleistet.

Investition in die Fachkräfte von morgen

Auch für die neue Göppinger Green Factory haben die Verantwortlichen mit 671 000 Euro eine Menge Geld in die Hand genommen. Den Löwenanteil in Höhe von 351 000 Euro hat der Kreis Göppingen als Schulträger aufgebracht. Und dieses Geld sei sehr gut angelegt, denn „hier werden die Fachkräfte von morgen auf den Weg gebracht“, sagte der Landrat Edgar Wolff. Er erklärte, die Ausrichtung auf das Energiesparen passe sehr gut zum ökologischen Profil des Kreises, der sich in seinem integrierten Klimaschutzkonzept dem Ressourcenmanagement verschrieben habe.

„Die Green Factory ist ein Leuchtturm“, ergänzte Theodor Niehaus von Festo. Bei Festo hatte der Kreis den Großteil der Laboreinrichtung geordert.

Die Energie für das Labor stammt von Wind und Sonne

Vor allem Auszubildende in handwerklichen Berufen sollen von dem Labor profitieren. Dazu gehören Elektroniker für Automatisierungstechnik, Energie- und Gebäudetechnik sowie Industriemechaniker und Mechatroniker. Das neue Labor dient außerdem als Unterrichtsumgebung für die Fachschule für Technik sowie für das Technische Gymnasium.

Teil des Labors ist eine Smart Factory, die mit kleinen Energiespeichern und Einrichtungen zur Energiemessung ausgestattet ist, einer Fertigungseinheit samt ­3-D-Drucker, einem Hochregallager und einer Etikettierungseinheit. Zum Bereich Smart Home gibt es mobile Lernstationen. Die Energie wird auf dem Schulgelände aus Wind und Sonne erzeugt.

Zuschüsse kamen von Sponsoren aus der Wirtschaft und dem Schul-Förderverein Berufliches Fort- und Weiterbildungszentrum.




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