Remseck am Neckar Neue Details zum Großbrand bekannt

Von Susanne Mathes 

Der Schaden, den ein Großfeuer in Remseck am Freitag nach sich zieht, geht nach ersten Schätzungen in die Hunderttausende. In einem Gewerbegebiet war die Kraftfahrzeughalle eines Autoverwerters in Brand geraten.

Die Feuerwehr hatte bei einem Großbrand in Remseck alle Hände voll zu tun. Die Rauchsäule, die in den Himmel stieg, war kilometerweit zu sehen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat 16 Bilder
Die Feuerwehr hatte bei einem Großbrand in Remseck alle Hände voll zu tun. Die Rauchsäule, die in den Himmel stieg, war kilometerweit zu sehen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Remseck am Neckar - Die gute Nachricht: Bei dem Großfeuer, dessen bedrohlich-schwarze Rauchsäule am Freitagvormittag weithin sichtbar den Himmel verdunkelte, kamen keine Menschen zu Schaden – bis auf einen Feuerwehrmann, der einen Kreislaufkollaps erlitt. Davon abgesehen sind die Folgen des Brandes in einer Autoverwertungsfirma im Gewerbepark Aldinger Schleuse jedoch immens: Das Feuer zerstörte nicht nur eine große Kraftfahrzeughalle, sondern auch mehr als 100 Autos, die zur Demontage und Verschrottung bestimmt waren. Zudem griffen die Flammen auf ein angrenzendes Bürogebäude über, das zur Firma gehört. Benachbarte Betriebe blieben hingegen verschont und mussten auch nicht evakuiert werden.

Feuerwehren aus dem Kreis Ludwigsburg, dem Rems-Murr-Kreis und Stuttgart bekämpften den Brand unter Leitung des Remsecker Kommandanten Michael Leutenecker Seite an Seite. Auch mehr als 50 Polizeikräfte samt Hubschrauber legten sich ins Zeug – unter anderem, um das Brandgelände zu sichern und das Gewerbegebiet abzusperren, damit kein Gaffer-Tourismus entsteht. Auf Straßen-Seitenstreifen und Feldwegen legten zwar etliche Autofahrer einen Halt ein, um einen Blick auf die Rauchsäule zu werfen oder Eindrücke vom Geschehen zu erhaschen, doch das behinderte die Löscharbeiten nicht.

Die Brandursache ist noch unbekannt

Ausgebrochen war das Feuer aus noch unbekanntem Grund gegen 9 Uhr am Morgen. „So schnell war ich noch nie an einem Einsatzort“, berichtet der Remsecker Oberbürgermeister Dirk Schönberger, der – wie viele andere Remsecker auch – den Brand schon sah, bevor überhaupt Feuerwehr und Polizei alarmiert waren. Zu übersehen war das Unheil allerdings auch nicht: In dicken Wolken quoll der Rauch dramatisch gen Himmel. Die Polizei riet allen Menschen, die im Umkreis von fünf Kilometern leben und arbeiten, die Türen und Fenster geschlossen zu halten und Klimaanlagen auszuschalten. Erst gegen 13.30 Uhr hob die Integrierte Leitstelle Ludwigsburg diese Warnung auf.

Gleichzeitig versuchten Polizei- und Feuerwehrsprecher immer wieder, Ängste zu zerstreuen: Wegen Schadstoffen bestehe kein Anlass zur Sorge. Die Feuerwehr messe unablässig. „Sie sind sogar mit dem Hubschrauber direkt in die Wolke hineingeflogen“, hat Dirk Schönberger beobachtet. Dennoch kommentierten skeptische Bürger in den sozialen Netzwerken: „Da brennen Reifen, Plastik und sonstiger Kram – und das soll nicht schädlich sein?“ Inwieweit das Löschwasser den Neckar belastet, dazu machte die Polizei keine Aussage. Die Wasserschutzpolizei begleite den Einsatz, hieß es aus dem Ludwigsburger Präsidium.

Die Feuerwehr lässt die Halle kontrolliert abbrennen

Wie reibungslos und kompetent die Rettungskräfte zusammengearbeitet hätten, sei „hervorragend und beispielgebend“, hob Dirk Schönberger hervor. Auch dass sich die DRF Luftrettung in Pattonville mit ihrem Hubschrauber Christoph 51 bereit gehalten habe, sei beruhigend gewesen. „Wir haben sie dann zwar nicht gebraucht, aber in solchen Fällen zeigt sich, dass dieser nahe Rettungsstützpunkt Gold wert ist.“

Die Autohalle wollte die Feuerwehr kontrolliert abbrennen lassen; sie rechnete damit, dass das bis in die Nachtstunden dauern werde. Das Ausmaß des Unglücks war am Freitag noch nicht zu beziffern. Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, geht aber von mehreren hunderttausend Euro aus. Besorgnis hatte am Vormittag noch der Fund einer Waffe im Bürotrakt ausgelöst. Eine Polizeisprecherin hatte aber schnell Entwarnung gegeben und erklärt, es sei eine „erlaubnisfreie Luftdruckwaffe“ gewesen.